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D. Johann Ludwig Klüber
großherzoglich - badisdem Staats- und Sabinetsrath u.

Bierter Band.

13 — 16. Heft.

3 weite Auflage.

Erlangen 1832

bei J. J. Palm und Ernst Enfe.

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Denkschrift über den Büchernachdruck; zugleich Bittschrift um Bewürkung eines teutschen Reichsgerekes gegen denselben. Den Erlauchten, bei dem Congreß zu Wien versammelten Gesandten teuts scher Staaten ehrerbietigst überreidyt im

Namen teutscher Buchhändler.

Ercellenzen! Die ungemeine Wichtigkeit der Angelegenheiten, welche, auf dem so lange ersehnten Congresse zu Wien, der Weiss heit I. I. Erc. Erc. zur Berathung und Entscheidung übers lassen seyn werden, ist wohl kein Hinderniß, daß nicht auch ein anscheinend sehr untergeordneter, aber für Deutschlands GeistesCultur nicht weniger, als für einen Zweig feines Handelsverkehrs, erheblicher Gegenstand Ihrer Aufmerksamkeit empfohlen werden dürfte.

Unterzeichnete wagen es daher, im Namen des mit der teutschen Gelehrten Republik in enger Verbindung stes henden teutschen Buchhandeld, gegenwärtige Dentschrift über die Unrechtmäßigkeit des, zwar längst durch die öffentliche Stimme verrufenen, aber in den verschiedenen Staaten Teutschlands bisher noch nicht gesteuerten Büchers nachdrucs Ihro Ercellenzen vertrauensvoll vorzulegen, und von Ihnen die Abfaffung eines für ganz Deutsch Acten d. Congr. IV. Bd. 1. Heft.

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land verbindenden Geseßes zur Steuerung desselben zu erwarten. Die wir ehrfurchtsvoll verharren Ihro Ercellenzen

unterthänigste Diener Dr. Friedrich Justin Bertuch, aus Weimar, Dr. Johann Georg Cotta, aus Stuttgardt, Johann Friedrich Hartfnoch, aus Leipzig, Paul Gotthelf Summer, aus Leipzig, Carl Friedrid En och Richter, aus Leipzig, Friedrich Christian Wilh. Vogel, aus Leipzig,

als dermalige bevollmächtigte Deputirte

der teutschen Buchhändler.

In einem Augenblicke, wo Recht und Humanität ihren schönsten Sieg feiern, wo die Edelsten der Nation versammelt sind, um die Wunden des Vaterlandes zu heilen und auf gerechter Wage jedem Polke, jedem Stande zuzuwiegen was ihin gebührt; in diesem feierlichen Augenblicke treten die teutschen Schriftsteller und Buchs händler mit Zuversicht vor den Areopag, um ein, in ganz Teutschland gültiges Gesetz gegen den Büchernachs druck zu erbitten, der schon so lange dem Gelehrten die Früchte seines Fleißes verfümmert; der ihm den Muth raubt, dazu fäen, wo lauernde Fremdlinge erndten; der ihn oft durch Sorgen von einer Geistesarbeit abzieht, die seiner Wittwe, seinen Waisen keine Ersparniß lies fern wird; der des redlichen Buchhändlers wohlerworbes nes Eigenthum freventlich antastet; der ihn von jeder wichtigen Unternehmung zurück scheudit und dadurd, mits telbar die Künste und Wissenschaften unterbrücft.

Es ist Friede! ohne Furcht vor Kaperschiffen darf nun der Kaufmann wieder seine Waaren dem Ocean vers trauen; soll denn allein gegen Schriftsteller und Verles ger ein ewiger Raubfrieg fortgesetzt werden dürfen?

Nach dem fünften Artikel des, zwischen den hohen verbündeten Mächten und Frankreich, abgeschlossenen Fries dert, ist der regenreiche Congreß zu Wien bestimmt, das Verkehr zwischen den Völfern zu erleichtern und fie, Eis nes dem Andern, immer weniger fremd zu machen. Diese Erleichterung, diese Annäherung, durch Befreiung der schiffbaren Ströme, wird nicht minder befördert durch Sicherstellung der Eigenthumsrechte. Darum hoffen wir mit Zuversicht, daß der Congreß weder unter seiner Würde, noch abweichend von seinem Auftrage es finden werde, einen Gegenstand zu berücksichtigen, der das höchste Interesse, nicht bloß einer, unter allen cultivirten Nationen geachteten Menschenclasse, sondern zugleich das dieser Nationen selbst berührt.

Die Frage ist: ob ferner erlaubt seyn rolle, daß ein Bürger eines teutschen Staates das, von dem Bürger eines andern teutschen Staates rechtmäßig erworbene Eis genthum fidh zueigne?

Oder die Frage ist: ob irgend einer Regierung im Frieden das Recht zustehen solle, ihren Unterthanen zu vers statten, fremden Unterthanen Schaden zuzufügen?

Ehe die gewünschte Entscheidung dieser Fragen ers folgen kann, muß allerdings die Untersuchung vorauss gehen:

Ob das Verlagsrecht des Buchhändlers würklich ein Eigenthumsrecht zu nennen sey? und

Ob ihm durch den Nachdruck Schaden zugefügt werde?

Worauf gründet sich aber das Verlagsrecht des Buchhändlers? Einzig auf den, mit dem Verfasser des Buches abgeschlossenen Vertrag, durch welchen ihm, unter gewissen Bedingungen, die Handschrift überlassen worden?

Ob der Schriftsteller dazu ein Recht habe, wird wohl Niemand bezweifeln, denn welches Eigenthum ist

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