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1860 beziehenden Zeitungen durch diejenigen Postanstalten, welche die

Zeitungen direct vom Auslande requiriren.

und 12.

$. 54. Statistische Ermittelungen rücksichtlich der Fahrpostgegenstände.

Rücksichtlich der Fahrpostgegenstände werden nach Anleitung Nr. 1, der anliegenden Formulare gezählt:

1. die ankommenden Sendungen aus dem inneren eigenen Postgebiete unter Trennung der portofreien (herrschaftlichen) Sendungen von den portopflichtigen Sendungen;

2. die ankommenden, im eigenen Postgebiete verbleibenden Sendungen im unmittelbaren directen Verkehre mit dem Vereinsauslande;

3. die abgehenden, im eigenen Postgebiete entsprungenen Sendungen im unmittelbaren Verkehre mit dem Vereinsauslande;

4. die ankommenden im eigenen Postgebiete verbleibenden Sendungen im internationalen Verkehre mit den iibrigen Postvereinsgebieten, mögen diese Sendungen in dem angrenzenden oder in einem dritten Postvereinsgebiete, oder aber in einem hintergelegenen fremden Postgebiete entsprungen sein;

5. die abgehenden, im eigenen Postgebiete entsprungenen Sendungen im internationalen Verkehre mit den übrigen Postvereinsgebieten, ohne Unterschied, ob solche Sendungen in dem angrenzenden oder in einem dritten Postvereinsgebiete, oder aber in einem dahintergelegenen fremden Postgebiete verbleiben;

6. die transitirenden Sendungen, mögen solche in einem Postvereinsgebiete oder im Postvereinsauslande entsprungen und nach einem Postvereinsgel; iete oder dem Postvereinsauslande gerichtet sein, und zwar getrennt: a) nach Packetsendungen ohne declarirten Werth - (inclusive

der Sendungen, auf welchen Vorschüsse haften) — mit Angabe

der Stückzahl und des summarischen Gewichtes; b) nach Geld- und Werthsendungen mit Angabe der Stückzahl,

des Gewichtes und des declarirten Werthes, respective in Reichsthaler oder Gulden österreichischer oder süddeutscher Währung, je nach der Landeswährung derjenigen Postverwal

tung, die das Zählen zu bewirken hat; c) nach Postvorschusssendungen (inclusive der Päckereisendungen,

auf denen Postvorschuss haftet) mit Angabe der Stückzahl und

der entnommenen Beträge; d) nach Sendungen mit baren Einzahlungen unter Angabe der

Stückzahl und der eingezahlten Beträge.

Beim Ermitteln des Gewichtes bleiben die Lothe und beim Feststellen des angegebenen Werthes, sowie der Postvorschuss

beträge und der baren Einzahlungen bleiben die Thaler-, respective 1860 Guldentheile unberücksichtigt.

Das Zählen der Sendungen ad 1, 2 und 4 geschieht durch diejenigen Postanstalten, bei welchen solche zur Bestellung gelangen, das Zählen der Sendungen ad 3 und 5 durch diejenigen Postanstalten, bei welchen die Sendungen abgeliefert werden, und

ad 6 durch diejenigen Postanstalten, welche die Sendungen in directen Kartenschlüssen einem anderen Postvereinsgebiete oder dem Postvereinsauslande zuführen. Transitiren die letzteren Sendungen mit directen Kartenschlüssen von einem Postgebiete nach einem dritten, so hat in gleicher Weise diejenige Postanstalt des zwi. schenliegenden Postgebietes auf Grund der beigegebenen Karten das Zählen vorzunehmen, welcher die directe Spedition der fraglichen Sendungen nach dem dritten Postgebiete obliegt.

Sollte das Zählen auf Grund der transitirenden Frachtkarten wegen Kürze der Zeit nicht thunlich sein, so hat die absendende Kartenschlusspoststelle auf Requisition Abschrift der betreffenden Karten zu liefern.

Das Zählen erstreckt sich ebenfalls quartaliter nur auf einen siebentägigen Zeitraum und a) mit den Packetsendungen ohne declarirten Werth und den Geld- und Werthsendungen

für das I. Quartal

1. Februar 12 Uhr Mittags inclusive bis zum 8.

12

exclusive;
für das II. Quartal
vom 1. Mai 12 Uhr Mittags inclusive
bis zum 8. 12

exclusive;
für das III. Quartal
vom 1. August 12 Uhr Mittags inclusive
bis zum 8.

12

exclusive;
für das IV. Quartal
vom 1. November 12 Uhr Mittags inclusive
bis zum 8.

12

exclusive; und b) mit den Postvorschusssendungen und baren Einzahlungen

für das I. Quartal
vom 1. März 12 Uhr Mittags inclusive
bis zum 8. 12

exclusive;
für das II. Quartal

1. Juni 12 Uhr Mittags inclusive
bis zum 8. 12

exclusive;
für das III. Quartal
vom 1. September 12 Uhr Mittags inclusive
bis zum 8.

12

exclusive;

vom

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vom

vom

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1860

für das IV. Quartal

1. December 12 Uhr Mittags inclusive bis zum 8.

12

exclusive vorgenommen.

Die so gewonnenen Resultate werden je durch Multiplication mit 13 auf die entsprechenden Quartalsergebnisse gebracht. Finden in einzelnen Postgebieten zeitweise ganz besondere Verkehrsverhältnisse statt, welche sich nicht gleichzeitig auch auf alle übrigen Postgebiete erstrecken, so bleiben solche den betreffenden Verwaltungen zur Berücksichtigung empfohlen.

S. 55.

Statistische Ermittelungen rücksichtlich des Personenverkehrs.

Rücksichtlich des Personenverkehrs wird die Anzahl der mit den Posten reisenden Personen festgestellt.

Die Ermittelungen sind durch diejenigen Postanstalten, bei welchen sich die Personen einschreiben lassen, das ganze Quartal bindurch vorzunehmen. Bei combinirten Personenpostcoursen werden die eingeschriebenen Personen von einer jeden Postverwaltung, welche an dem erhobenen Personengelde theilnimmt, gezählt.

$. 56. Statistische Ermittelungen über Organe und Mittel des Postbetriebes.

Alljährlich wird von jeder Vereinsverwaltung den anderen Verwaltungen Mittheilung gemacht über die Zahl

a) der Postanstalten,
bj der im Postdienste beschäftigten expedirenden und Unter-

beamteni,
c) der beim Posttransporte Verwendung findenden Wagen, Pferde,

Postillone und Conducteure, d der Meilen, welche die Posttransporte sowohl auf der Eisen

bahn als auf gewöhnlichen Wegen und auf den Seeverbindungen durchlaufen.

$. 57. Statistische Ermittelungen einzelner Vereinsverwaltungen über

Transitverkehr. Auf Requisition der Postanstalt, welche geschlossene Packete anderer Vereinsverwaltungen im Transit befördert, hat bei der Correspondenz innerhalb des Postvereinsgebietes oder aus dem Postvereinsauslande die Postanstalt, welche den Kartenschluss empfängt, bei der Correspondenz nach dem Postvereinsauslande die Poststelle, welche den Kartenschluss abfertigt, während des für die beabsichtigten statistischen Ermittelungen bestimmten Zeitraumes Auskunft über das Nettogewicht der Briefe zu geben.

Vollzug des Postrereins-Vertrages rom 18. August 1860. 1860

Der Postvereins-Vertrag vom 18. August 1860, das Reglement für den Postvereinsverkehr und die Instruction für den Vereinspostdienst (Verordnungsblatt Nr. 48 ex 1860; treten am 1. Januar 1861 in Wirksamkeit.

Durch diese neuen Vereinbarungen werden der revidirte deutsch-österreichische Postvereins-Vertrag (V. Bl. v. J. 1852, Seite 287 bis 296), der erste Nachtrag zu demselben sammt den Bestimmungen über die äussere Beschaffenheit und die Behandlung der Postsendungen (V. Bl. 1. J. 1856, Seite 285 bis 306), der zweite Nachtrag (V. Bi. v. J. 1858, Seite 345 bis 368), endlich die Beschlüsse der Postverwaltungen des deutsch-österreichischen Postvereines V. Bl. v. J. 1859, Seite 240 bis 244) ausser Kraft gesetzt.

Der revidirte deutsch-österreichische Postvereins-Vertrag und die beiden Nachträge sind in dem Postvereins-Vertrag vom 18. August 1860 zusammengezogen, und die Bestimmungen über die äussere Beschaffenheit und die Behandlung der Postsendungen mit Einbeziehung der oben erwähnten Beschlüsse der Vereinspostverwaltungen in zwei Theile geschieden worden, deren erster: das Reglement für den Postvereinsverkehr, jene Bestimmungen umfasst, welche dem Publicum und den Postämtern zur Richtschnur zu dienen haben ; der zweite aber: die Instruction für den Postvereinsdienst, lediglich Vorschriften für die Postämter in Betreff der Behandlung der Postsendungen enthält.

Die Postämter haben sich mit dem Inhalte des Postvereins-Vertrages, des Reglements und der Instruction auf das genaueste vertraut zu machen, und nach den Bestimmungen derselben im Vereinsverkehre vorzugehen.

Um den Postämtern eine vollständige und schnelle l'ebersicht jener Bestimmungen zu verschaffen, welche entweder neu sind, oder frühere Vorschriften wesentlich abändern, werden dieselben hier, mit den erforderlichen Bemerkungen begleitet, besonders hervorgehoben:

A. Zum Postvereins-Vertrage.

Artikel 8. Da das Zollpfund mit der Eintheilung in 30 Loth erst vom 1. Jänner 1862 an als Vereinsgewicht eingeführt werden soll, so haben bis dahin die gegenwärtig geltenden Bestimmungen hinsichtlich der Erhebung des Gewichtes fiir Brief- und Fahrpostsendungen in Anwendung zu bleiben.

Artikel 24. Recommandirte Briefe können künftig nach Belieben der Ab. sender frankirt oder unfrankirt aufgegeben werden.

1860

Werden recommandirte Briefe unfrankirt aufgegeben, so ist nicht nur das Porto, sondern auch die Recommandationsgebühr von den Adressaten einzuheben, und daher der betreffenden Vereinspostanstalt in der Vereinscorrespondenzkarte sowohl das Porto als die Recommandationsgebühr in Anrechnung zu bringen.

Artikel 26. Die Bestimmungen über die Behandlung der Expressbriefe sind folgenden Aenderungen unterzogen worden:

1. der Frankirungszwang für dieselben ist aufgehoben;

2. die höhere Gebühr für die Bestellung zur Nachtzeit ist beseitigt;

3. das Porto und die Recommandationsgebühr, die Gebühr fiir die Bestellung und für die Beschaffung des Boten, endlich der Botenlohn sind vereint entweder von den Aufgebern oder von den Adressaten einzuheben.

Artikel 30. Die Portofreiheit der Soldatenbriefe wird auf das Gewicht von 4 Loth eingeschränkt.

Artikel 45. Das Minimum der Speditionsgebühr bei politischen Zeitungen, welche wöchentlich wenigstens sechsmal erscheinen, beträgt 3 Gulden österreichischer Währung, das Maximum 9 Gulden österreichischer Währung jährlich.

Das Minimum der Speditionsgebühr bei politischen Zeitungen, welche weniger als sechsmal wöchentlich erscheinen, beträgt 2 Gulden österreichischer Währung, das Maximum 6 Gulden österreichischer Währung jährlich.

Hiernach hat es bei politischen Zeitungen, welche in einem zum deutsch-österreichischen Postvereine gehörigen Staate oder im Auslande erscheinen, wenn dieselben bei einer ausserösterreichischen Vereinspostanstalt bestellt werden, von dem mit dem Erlasse vom 7. October 1858, Z. 2912 H. M. (Handelsministerial-Verordnungsblatt v. J. 1858, Seite 749) festgesetzten Minimum und Maximum der Speditionsgebühr abzukommen.

Artikel 58 und 59. Ein auf Grundlage der Bestimmungen dieser Artikel vollständig ausgerechneter Gewichts- und Werthportotarif wird den Postämtern von den vorgesetzten Postdirectionen noch vor dem 1. Januar 1861 mitgetheilt werden.

Artikel 60. Die bisher bestandene Vorschrift, dass den Fahrpostsendungen nach den ausserösterreichischen Staaten des Postvereines Retour

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