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und zur Sicherstellung des richtigen Berhältnisses des Adelb zum Staat überhaupt nothwendig sind und nach der organischen Bestimmung der künftigen Ver: fassung des deutschen Vaterlandes, von uns in Anspruch genommen werden können.

Wir ersuchen daher die Allerhöchsten Monars chen unsern Abgeordneten zu gestatten, unsre desfalls sigen Wünsche und Unsichten zu allergerechtester Prüfung vorzulegen.

Zu urkund dessen haben wir diese Vollmacht auss gestellt, und solche durch Beidrůdung unserer angestammten Siegel bekräftigt.

So geschehen Frankfurt as M. den 17. July 1814. (L. S.) Heinrich Friederich Karl Freiherr von

Stein. (L. S.) Klemendt Uugust Wilhelm Graf von

Westphalen. (L. S.) Verwittibte Gräfin von Coubenhos

ven, gebohrne Gråfin von Haßfeld. (L. S.) Julie Freifrau Langwerth von Sintmern, gebohrne von Uhlefeldt, als

Vormůnderin. (L. S.) Friederich Carl Freiherr von Ritter. (L. S.) Hans Carl Freiherr von 3 wierlein. (L. S.) F. G. von Ingelheim. (L. S.) Franz Georg Freih. v. S ohlern. (L. S.) F. G. v. Ingelheim, Vormund und

Administrator der Familie v. Breidbach. (L. S.) I. Graf von Waldbott-Baßen heim. (L. S.) Freiherr v. Syberg, ehemaliger Rits

ter Rath. (L. S.) Jacob Friederich Graf v. Rohde. (L. S.) Freifrau v. Gûnderrode, gebohrne

von Stein. Acten d. Congr. VI. Bd. 3. Heft.

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Carl Freiherr Low von und zu Stein

furth, ehemaliger Ritter Rath. Friederich Freiherr Lów von und zu

Steinfurth.
Johann Baptist Freih. von Wekel,

genannt von Carben.
Würzburg den 8. Aug. 1814.
I. P. Graf zu EIB Vicovar.
Philipp Carl Anton Freih. Greiffen
clau zu Wouwaths, Oberstallmeister.
Friederich Carl v. u. zu Frankenstein.
Fried. Aug. Frhr. v. Schů K.
Fr. g. v. Walderdorff.
E. G. v. Boos: Malbed.

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XXXV.

Plan zu einem allgemeinen Udelsverein durch ganz Deutschland, die Kette genannt; datitt

Mien den 10. Jan. 1815.

Mit einer kurzen Nachschrift. Ubi est virtus Germanorum? ubi illa omnibus nationibus cognita, omnibus populis decan

tata fortitudo nostra ?

Udalricus ab Hutten.

Der wiener Congreß hat ausser dem vies len Guten, das wir von ihm erwarteten, schon dieß veranlaßt, daß fich aus allen Gegenden Deutsch: lands in Wien Edelleute, an der allgemeinen Sache des Vaterlandes Antheil nehmend, versammelt daß fich mehrere derselben genauer kennen gelernt, und freundschaftliche Verbindungen unter fich gestifs tet haben, welche ausserdem einander ewig fremd geblieben waren.

In Betrachtung, daß das teutsche Waterland die schmåhlichen Fesseln fremder Herrschaft . aus eigener Kraft gebrochen, daß es heilige unerläßliche Pflicht des teutschen Voltes ist, sich nicht nur auf jener Stufe zu erhalten, zu welcher es fich durch seine Kraftanstrengungen wieder aufgeschwungen hat, sondern fich durch innern Werth immer höher zu hes ben; in fernerem Betracht, daß der Udel nur dann seiner Bestimmung entspricht, wenn es der edelste, das heißt, derjenige Stand im Staate ift, der sich durch Kopf und Herz, durch vorzügliche Bils dung und Grundsåpe vor den übrigen Ståne den im Volke auszeichnet; haben die Unterzeichs neten,

ganz

von der Wahrheit dieser Grundfäße durchdrungen, beschlossen,

beschlossen, einen

einen freundschaftlis chen Bund unter sich zu schließen, dessen Zwed kein anderer seyn soll, als durch eine nähere Bers bindung unter dem teutschen Adel, vermittelft Vers breitung moralischer Grundfåge und wife senschaftlicher Kenntnisse auf eine höhere Bildung des Standes zu wirken. Alles was auf Religion und Staatsverfassung Bezug hat, ist diesem Vereine fremd. Diese reinfittliche Absicht unverrückt im Gesicht behaltend, haben sie für nothwendig erachtet, für sich nachstehende Sålle und Grundsåte auszusprechen, aus welchen fie , nach vorgegangener Berathung, die Sagungen dieses vaterländischen Vereins zu entwerfen und festzustels len gedenken. Sie erklären demnach :

§. 1. Daß fie für eine der heiligften und une erläßlichsten Pflichten des Adels halten, der Staat 8:

verfassung unb dem Fúrften treu, holt und gewärtig zu seyn, und mit allen übrigen Stånden im Staate an Gehorsam, Anhänglichkeit und Bereit: willigkeit zu allen Opfern, welche die Wohlfahrt des Vaterlandes erheischen könnte, nach allem Vermögen zu wetteifern.

$. 2. Daß ihre Absichten keine andern seven als jene, auf den sittlichen und wissenschafts lichen Zustand des teutschen Udels vortheilhaft zu wirken, und ihn durch Erhebung und Ver: mehrung seines inneren Gehaltes, der Stufe würdig zu machen, welche ihm Verfassung und Geseke im teutschen Waterlande einräumen.

$. 3. Daß ihr Wunsch und ihr Bestreben dahin gehen, die freundschaftliche Verbindung, zu wel: cher sie gegenwärtig hier den Grund legen, zu Erreichung des ausgesprochenen Zwedes durch ganz Deutschland a uszubreiten.

§. 4. Daß daher Jeder aus ihnen, bei seiner Rückkehr in die heimathlichen Gegenden, seine Freunde, Verwandte und Bekannte, welche Straft und Be: ruf hiezu fühlen, einladen könne und folle, diesem vaterlåndischen Verein beizutreten.

§. 5. Daß sie für ein besonders wirksames Mittel zum vorgesegten Zweck erachten, wenn die altvå terliche Gastfreiheit unter dem teut: fchen Adel wieder eingeführt, und dadurch persón: licher Verkehr unter demselben befördert werde, so wie auch

8. 6. wenn nicht nur unter dem Adel im Age: meinen, sondern besonders unter den Mitgliedern des Vereins, innerhalb zu bestimmender Bezirke, zu gewissen Zeiten freundschaftliche 3 ufams menkünfte statt fånden, bei welchen sowohl Ets Reuerung

und Belebung altvå terlichen Sinnes, als auch Verbreitung desselben, und wechselseitiges Berichtgeben über den

Forts gang des Vereins, zum Hauptgegenstand bies nen mußten.

§. 7. Daß sie alle zusammen, und jeder aus ihnen für sich, den ernstlichen Willen aussprechen: in ihrem håuslichen Leben, wie im öffents lichen, den wahren alterthú mlichen ritters lichen Sinn des teutschen Udels zu erwes đen, denselben in ihnen, und in den ihnen befreuns deten Geschlechtern, zu erhalten und zu bewaha ren, und durch Beispiel und Zuspruch dahin zu wirken, daß jede geistige und körperliche Bildung unter dem teutschen Adel immer mehr fortschreite.

§. 8. Daß diejenigen unter ihnen, welchen ihre Fåhigkeit und persönliche Verhältniße es gestatten, alles sammeln werden, was auf teutsche Sprache, Sitten, Geschichte,

Geschichte, Kunst und Alterthümer Bezug hat, daß fie ein solches durch Briefwechsel oder mündlichen Vortrag, dem Verein und

und dessen

dessen Mitgliedern mittheilen, und auch wohl durch schriftliche Auffälle und Abs handlungen solche Grundsåße und Gedanken vers breiten wollen, welche geeignet sind, den Adel zu seiner ursprünglichen Bestimmung, der erste und gebilo detste Stand im Staat zu seyn, zu bilden.

§. 9. Daß sie sowohl im Einzelnen durch Beis spiele und Aneiferung, als auch, wenn der Himmel in der Folge ihre Bemühungen regnet, im Allgemeia

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