Page images
PDF
EPUB

mit, über die Individualität des Vorgeschlagenen, wenn fie Anlaß zu haben glauben, zu reclamiren. Låuft bins nen 4 Wochen keine motivirende Protestation ein, so kann der Vorgeschlagene durch die Kreisversammlung gewåhlt werden. Der Kreisvorsteher sendet das Aufnahme Protocol an den Vorsteher des Vereins, welcher die Sache, durch die übrigen Kreisvorsteher des Vereins, den Vorstebern fämmtlicher Gaue mit dem Auftrage zustellt, die fämmtlichen übrigen Mitglieder des Vereins davon zu benachrichtigen. Laufen binnen zwei Monaten keine ferneren Reclamas tionen gegen die Vorgeschlagenen ein, so hat die Vereinsammlung kein weiteres Bedenken, und kann der Vorgeschlagene beståtigt, und als thátiges Mitglied des Vereins mit der Aufnahme Urkunde versehen werden.

§. 21. So lange nicht in jedem Gau weniga stens drei Ritter aufgenommen worden, soll die Aufnahme von den Mitgliedern aus demselben, der Kreisversammlung anheim gestellt werden.

§. 22. Daß, so wie aller Anfang klein, und ein kleines Hauswefen mit weniger Bedürfnissen, also auch mit weniger Wirkung kann angefangen und bestritten werden, der Verein bei seinem rein ernstlichen und thåtigen Bestreben, im festen Vertrauen auf Gottes Segen ein fröhliches und kráftiges Gedeihen und Wachsthum hofft, und aus dem sich manche liebliche Blúthen und Früchte entwickeln werden, die für jept noch nicht zu ahnen sind, zur Zeit ihrer Reife

dann auch fernere Einwirkung und Bestimmungen erfordern, welche zu berathen und festzuseßen, der

der Verein dann mit Freuden bes fliffen seyn wird.

aber,

[ocr errors][merged small]

§. 23. Daß fie, gleiwie Alles in der Welt einen Namen haben will und soul, also auch für ihren Verein einen Namen und Sinnbild angenommen haben, und zwar eine geschlossene Kette, andeutend, daß, so wie die Kraft einer Kette in der Gleichheit zu einem Zwecke angezogener Ringe besteht, der Verein aus unter sich gleichen, an Muth, Kraft und Beharrlichkeit wetteis fernden Mitgliedern bestehe, welche fest, wie die Ringe einer Kette zusammen halten, und weder Anfang noch Ende zeigen, an dem sie getrennt und von einander ents fernt werden könnten.

Der Name des Vereins ist demnach:

Die tett e.

[ocr errors]

. 24. Schließlich erklären die Unterzeichneten, daß sie keinen für einen wahren Edelmann halten, könnte er seine Ahnen auch bis auf Wittekind heraufführen, der nicht fromm gegen Gott, treu und gehorsam gegen Vaterland und Fürsten, mild und gerecht gegen seine Uns terthanen, bescheiden im Glück, muthig im Unglüd, und freigebig gegen Arme, ein alle Menschen mit Liebe ums fassender Bruder ist.

ş: 25. Mit diesen Gesinnungen beginnen sie das Idbliche Werk ihrer Veredlung und stellen alles andere Gott anheim.

Geschrieben zu Wien in Desterreich, am 10. Ján: ner 1815.

[ocr errors]

Nach i chrift. Vorerft (f. §. 22.) soll also biese Kette, bloß für eine allgemeine teutsche, fittliche und wissenschaftliche Bildungsanstalt gelten, ausschliessend für den Adel, dessen Bestimmung fey, der erste und gebildetste Stand im Staate zu feyn (§. 8). In ihm soll der alterthú mliche ritterliche Sinn erweckt und erhalten werden, damit jede geistige und körperliche Bildung bei dem Adel immer mehr fortschreite (§. 7). Es fou in die Erziehung des jungen Udels eins gewirkt werden (S. 9). Es sollen, in Hinsicht auf Zwed und Mittel, Grade für Wirken und Sans deln, in der Gesellschaft stattfinden (S. 11). Zuerst soll eine Örtliche Eintheilung der Mitglieder in Kreise und Gaue ftatt haben; doch nicht nach der jebigen politischen Geographie, fons dern nach einer ältern (S. 12 u. 13), doch nicht ganz nach der alten Turnier Geographie. Es sollen theils teutsch-adeliche Festtage durch ganz Deutschland (S. 10), theils öftere Versammluns gen gehalten, darin Protocolle geführt, und diese an die Kreisvorsteher gesendet werden (S. 16 ff). Aules dieses soll nur für einen kleinen Anfang gelten (8. 22). Uber man hofft ein fröhliches und kräftiges Gedeihen und Wachsthum. Aus diesem werden sich manche liebliche Blú: then und Früchte entwickeln, die für ießt noch nicht zu ahnen find. Zur Zeit ihrer Reife, werden diese fernere Einwirkung und Bestimmungen erfordern, welche dann die Kets te zu berathen und festzuseßen mit Freuden bes fliffen seyn wird (S. 22). Billige Beurtheiler dieses Planes, werden gewiß geneigt seyn, Verir

rungen Einzelner aus der Classe des niedern Adels (der hohe darf, in Absicht auf Rechte, Ansprüche, Gesins nung und Handlungsweise, mit diesem nicht verwechselt werden) nicht auf Rechnung Wer zu schreiben. Ja, man darf wohl zu der Einsicht, wo nicht der Mehrheit, doch eines großen Theils, der stimmfähigen Mitglieder dieses Standes vertrauen, daß fie dem hier vorliegenden Plan, schon seiner Unausführbarkeit wegen, ihren Beifall versagen werden. Denn angenommen, die Staatsres : gierungen fåben der sorglichen Pflege eines solchen allgemeinen teutschen Adelsgartens, seinem „fröhlichen und kräftigen Gedeihen und Wachsthum,“ wohlgefällig zu, — liesse sich wohl hoffen, daß gleichzeitig der ihn umgebende grosse teutsche Volksgarten veróden und verwildern werde, um einst aus jenem Adelsgarten, mit „lieblichen Blús then und Früchten,“ und zwar nach dem „Einwirken und den Bestimmungen“ der Kette, Gartner zu empfangen, deren pflegende Hand darin, neben Dornen , Difteln und Miltobst, auch Getreide, Obst und Grobgemúse für ihs ren Hausgebrauch erzöge ? — Ubi est virtus Germa, manorum? ubi illa omnibus nationibus cognita, , omnibus populis decantata prudentia nostra! So war denn vorauszusehen, daß diese wiener Congreßs Frucht, welche vier Jahrhunderte zu spåt kam, zur Reife nicht gedeihen werde!

XXXVI.

Mémoire présenté par les Ministres plénipotentiaires de l'Ordre souverain de St. Jean de Jérusalem à Leurs Excellences les Mem

bres du Congrès de Vienne *).

(Daté de Vienne le 24. février 1815.)

Un injuste aggresseur, sans provocation, sans prétexte, dans le temps même que son gouvernement profitoit de l'hospitalité généreuse qu'on accordoit à ses vaisseaux, secondé par des conspirateurs perfides, dépouilla l'Ordre de St. Jean de Jérusalem du petit, mais florissant état qu'il avoit fondé sur le rocher obtenu de la libéralité de l'Empereur Charles-Quint.

Ce malheur étoit grand sans doute, mais l'Ordre ne perdit ni son existence, ni le caractère sacré de souverain qu'il portoit dignement puis tant de siècles. Un monarque des plus puissans de l'Europe **) se déclara le Chef de l'Ordre, dans le seul dessein de lui rendre son ancienne splendeur: son auguste fils en renonçant à ce titre n'a pas cessé d'en être le Protecteur. Le souverain de la Sicile lui ouvrit un asile dans ses états,

blesser son indépendance. Un nouveau Grand - Maitre fut nommé par Sa Sainteté, sur *) Le premier Mémoire présenté par MM. les Ministres

plénipotentiaires du même Orure, en date du 20 septembre 1814, se trouve plus haut Tome ser, cabier 3. pag. 85. et suiv.

Note de l'éditeur. **) Paul Jer.

sans

« PreviousContinue »