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zoglich-arenbergische Haus fich unter Preussen aller derjenigen Rechte zu erfreuen haben wird, welche in der künftigen Bundes acte, den mit demselben in gleicher Categorie stehenden Häusern werden zugesichert werden, und daß Preussen selbst, so wie es bereits die Bereise davon gegeben hat, bemühet seyn wird, diese Verhältnisse auf eine den Rechtszustand dieser Håuser sicherstellende Weise zu bestimmen. Ich ersuche, zugleich die Verfiches rung meiner aufrichtigen Hochachtung anzunehmen.

Wien den 1. Mai 1815.

Humboldt.

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XLI.

Actenst i de betreffend den künftigen Rechtszustand der wieder eroberten teutschen Länder auf der lins ten Rheinseite, insbesondere die Verhältnisse des ehemaligen unmittelbaren Reichsadels, die vors maligen Patrimonial Rechte, Lehn- und Familien Fideis commißVerbindungen, Zehnten und

Zehnten und die von der Regierung vernichteten oder vorenthaltenen Privats Eigenthumsrechte, und verkauften Gemeindes

güter Baselbst.

1.

Dentichrift, betreffend die fortdauernde Gültigkeit der unter französischer Herrschaft erfolgten Allodification vormaliger teutscher Reichss, Ierritorial - und Privatleben auf der linken Rheinseite; datirt Wien

den 20. San. 1815. Mit einer Beilage

Es ist eine allgemein bekannte Sache, daß die, französische National Gesetzgebung das Lehnwesen gånz-/ lich aufgehoben hat, und die Leben daher freies Eigens thum der LehnsInhaber geworden sind.

Diese Gesekgebung gieng Poweit, daß alle Lehns Urkunden , Originalien und Absdriften, vers: Acteu d. Congr. VI. Bd. 4. Heft.

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brannt, und die Berhehler solcher Urkunden zu fünfjähriger Kettenstrafe perustheilt werden sollten, wie das Gefeße vom 17. Jul. 1793 verordnet.

Dieser Gesebgebung zufolge, sind also die Gús ter, welche sich vor Abtretung des linken Rheins ufers an Frankreich in Lehnsverband befanden, nachs dem sie unter die Gefeße dieses Reichs gekommen waren, von ihrem Besiker; gleich jedem andern uns beschränkten Eigenthum behandelt worden.

Diese ehemaligen lehen kamen daher in Umlauf: sie wurden verkaufti Pertaidscht, getheilt, wurden der Gegenstand des Handels, von Fransactionen uc.

ES waltete demnach kein Unterschied mehr ob, zwischen einem ehemaligen freien, und einem ehemas ligen Lehngut. Daß die Befißer der Lehenguter in den Ländern linker Rheinseite, deren Freies Eigens thum volker - und "staatsrechtlich erworben haben, dieses ist über allen Zweifel erhoben, weil diese Lånder und die den Fürsten und Herren barin zuges hörenden lehnherrlichen Rechte , durch gültigen Staatsvertrag, an Frankreich übergegangen waren, und es daher in der ủnzweifelKaften Gewalt des französischen Gouvernements; als 'rechtlichen Nachfolgers der vor: gehenden Lehenherten lag, seine lehnherrlichen Rechte aufzugeben und bie" von ihm abhangenden - Leben als' freies Eigenthum zu erklären. Daß die Regie: rung Frankreichs von diesem ihr zustehenden Rechte, in Hinsicht des linken Rheinufers, im ganzen Ums fange Gebrauch gemacht hat, dieses tiegt in Facto, indem sie durch ihren RegierungsCommissår in Mainz am 6. Germinal - 6. Jahres (26. März 1798) fåmmt liche Gefeße, fire das linte Rheinufer hat verkúnden laffen, welche das Lehnwesen in allen, Zweigen aufs

gehoben; aufgeldßt und zernichtet haben, wie der hier sub num. l. anliegende Auszug dieser Geselle e beweiset.

Demnach bürfen also die Befiger solcher ehemas ligen . Lehengüter, in der Freiheit ihres Eigenthums, ohne Verlegung des Wölkerrechtes, nicht gestórt werden.

Welcher Titel konnte auch zu Störung dieses frei gewordenen Eigenthums gebraucht werden? Wer könnte, um dieses zu thun, einen rechtlichen Grund für sich anfülren ? Unter welchem Vorwand könnte der Lebensverband rechtlich wieder angelegt werden?

Auf das wieder teutsch gewordene linke Rheins land, hat allein Deutschland, hat allein die teutsche Nation Rechte ; und zwar das Recht, zu fordern, daß dieses teutsche Volk mit Teutschland vereint werde und bleibe. Wenn das ehemalige teuts fche Reich, unter welcher Gestalt es immer seyn moge, wieder erstehen sollte ; so hat felbiges nicht das geringste Recht, die Wiederauflebung der Lehen für sich zu fordern ; noch auch können die welts tichen Fürsten und Herren, welche vor Abs tretung dieser Lånder an Frankreich, Lehnherren in denselben waren, die freies Eigenthum gewordes nen Leben im geringsten in Anspruch nehmen, zwar um so weniger, als sie für den Lånder Verlust auf linker Rheinseite vollständig entschädiget worden sind; und was die ehemaligen geistlichen Lånder des linken Rheinufers betrifft, so hat ohne alle Frage, hierauf Niemand ein rúdgreifendes Recht.

Aus dem Vorhergehenden erhellet offenbar, daß das ehemals von Fürsten und Stånden des linken Rheinlandes abhangende Lehn, nun freies Eigenthum

gewordene Gut, unter dem Schulle des Wolter: rechtes ftehet, und die. Befiger eines solchen Guts keiner stårkeren Wahrung bedürfen, um der Erhaltung dieses freien Eigenthums gesichert zu seyn.

Wäre dieser Gegenstand nicht To unumstößlich gegründet 1, so könnte · folgender Betrachtung eine hohe Würdigung nicht versagt werden ; daß nämlią die Wiedereinführung, das ist, die neue Erschaffung der fraglichen Leben ein grosses Unglúd, eine dufserft beträchtliche Beraubung, und eine unübersehbare Berwirrung für viele tausend Familien und Indivis duen mit sich führen würde. Betrachte man nur bie Berkaufer solcher Gúter, wodurch sie in so viele Uns terhånde gekommen sind, erwäge man nur die in diesen Verkaufen von selbst liegende Eviction, wie ausgedehnt wurde das hiemit zusammenhangende Feld für Rechtsstreite, und wie unausbleiblich wäre der dars aus fliessende Ruin, wenn die Fiscalitåt fich erlauben könnte, den fraglichen ehemaligen Lehen dieses Band wieder auflegen zu wollen!

Daß der fiscalische Geist sich in Frankreich im Gegensinn der klaren französischen Gefeßgebung, wels che das Lehnwesen aus der Wurzel ausgehoben und zerstöret hat, in den legten Jahren des französischen Kaiserthums sich zu erheben wagte, darüber láßt sich nicht wundern, wenn man das französische Raubsystem, welches, nebst der Conscription, dieses Reich vorzúglich gequält hat, nur etwas kennt. 215 Fol: ge dieses Systems suchte man, doch mit schüchterem Schritte, von Seite der DomainenVerwaltungen in neueren Zeiten, Geseße vom 14. Ventose Jahrs VII. ( 4. März 1799 ) und 11. Pluviose XII Jahrs (1. Hornung 1804) – Gerebe, welche a) viele Sabre spåter erschienen find, als die, welche das Lehn

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