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dem 10. Aug. abgegebenen sollen an diesem Sage vers ·brannt werden und die nachher übereichten in Zeit von drei Monaten.

7. Diejenigen, welche überwiesen werden, daß sie Originalien oder Abschriften von Acten verstedt, verhehlet oder entwendet haben, welche laut vorges henden Artikels verbrannt werden sollen, sind zur fünfi å brigen Stettenstrafe verurtheilt. Gereg vom 9. Vendemiaire XIII. 1. Dct. 1814.

Ale nicht im 1. Artikel bestimmten 2 bgaben, find als feudal angesehen, und als solche abges schafft. Soll als Beweis zur Abschaffung einer Leis stung, wenn die Rede von Misch ung mit Feudalit å t ist, angesehen werden, die Errichtungsurkunde, durch welche das nämliche Gut zum Nußen desselben Herrn mit Grundrechten und Feudalleistungen beschweret ist.

2.

N-a ch trag zu vorstehender Denkschrift; datirt Wien den

20. San. 1815. Folgende Shatsache, und die daraus fliefs fenden Folgerungen, verdienen alle Aufmerksamkeit.

1) Die Besikungen linker Rheinseite über welche die teutschen reichs - und reichsståndischen lehnherrlichen Rechte an Frankreich übertragen gewesen waren, find durch die französische Gefeßgebung freies Eigenthum geworden. Daß die französische Regierung diese Freiheit zu ertheilen befugt war, hierüber kann kein Zweifel obs walten.

.

2) Die Freiheit dieses Eigenthums, ftehet unter osiker- und staatsrechtlichem Shuge.

3) Der Regierung, welche der französischen Regierung in den Ländern des linken Rheinufers folgt, liegt zwar ohne allen Zweifel die Pflicht ob, bas fragliche Eigenthum ungestört frei zu lassen, und selbiges unter keinem Vorwande zu beschrånken, auch keine neue Lehnverbindlichkeit darüber zu vers hången 2. Wein für die Besiber solcher Güter ist es dennoch åusserst wichtig, daß bei Uebertragung der Lån: der des linken Rheinufers, an einen oder mehrere Für: ften, unter Underem als FundamentalGefes das ausgesprochen werde, was am Schluße der vorhergebenden Denkschrift gesagt ift.

Wie sehr mit der Aufrechthaltung des fraglichen freien Eigenthums, der Bestand, das Vermögen und die Ruhe von vielen tausend Familien und Indi: viduen des ganzen Landes linker Rheinseite zusammen: hånge, dessen wird jeder überzeugt seyn, dem bekannt ist, daß im fraglichen Lande ein sehr beträchtlicher Sheil der ganzen Oberfläche, in Leben bestanden hat, wovon die Lehnherrschaft an das französische Gouvernement übergegangen war.

In dieser Hinsicht bedenke man:

a) daß im Durchschnitt genommen, die mei: ften Grundgüter und Gefälle, selbst die der regierenden Fürsten und Herren des Landes, von andern zu Lehn giengen. Hiedurch waren fie Valfallen; fie' waren aber auch Lehnherren von andern Fürsten, Herren u. s. w. *). Desgleichen

*) 3. B. der Kurfürst von der Pfalz, der Herzog ron

Zweibrüđen u befassen Behen von dem Erzstift,
Fürften N. N.

:

waren die meisten Beligungen des Abels, auch vies ler andern Familien, und der sowohl weltlichen als geistlichen Körperschaften, lehnrůhrig; und zwar unter solcher Lehnherrschaft, die friedensschlußmåfig an Frankreich übergegangen war. Man betrachte

ferner,

b) daß das französische Gouvernement alle Do: mainen, Grundrenten u. . w. (Waltungen und sehr bedeutende Grundstücke ausgenommen), von ehemaligen geist, und weltlichen Fürsten und Herren, von Körperschaften, von vielen Familien und Individuen herrührend wer: tauft hat.

c) Daß viele Familien und Individuen ihre Güter ohne Unterschied, fie mogen ehemals lehnbar oder Uodium gewesen seyn, theils alle, theils zum Theil verkauft, vertauscht ac. haben, und zwar als freies Eigenthum.

In wieviel Hånden und Unterhånden befindet sich diesemnach die grosse Maffe der ehemaligen Lehngúter des linken Rheinlandes, worüber die Lehns herrschaft an Frankreich übergegangen war? In wie: viel Stú de und untertheile, sind diese Güter getheilt.

Welche Wirkungen würden daher für die große Zahl der fraglichen Anka ufer und für die PrivatVertåufer unausbleiblich entstehen, wenn man die Freiheit dieser Gúter krånken oder sogar den Lehnverband über selbige neu verhången, diese durch Gefeße als lodificirten Güter in Lehen verwandeln wollte? Wer würde für die von dem Gouvernemant verkauften Gúter (die Privatverkäufer waren erreichbar ) Eviction leisten, und durch wie viel Stufen müßte dieselbe laufen?

Unglúđ und Ruin würde eine ausserordents liche Menge Familien und. Individuen, sowohl die

å ufer als Verk å ufer der fraglichen Gegenstånde, treffen, diese wegen der Eviction, und jene, weil fogar viele in Wirklichkeit keine EvictionsLeistung erlans

gen könnten.

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Wie unübersehbar und unglüdlich und ruinos würde es seyn, wenn man sich erlaubte, den Grunds fak des freigeworbenen Eigenthums der Gúter, Ges fåde ic., welche vor Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich in dem Lehnverband gestanden haben, worüber die Lehnherrschaft an Frankreich übergetragen war, ie ans zugreifen!

Nachdem leider håufige Erfahrung gelehrt hat, daß das Heiligste unter mancherlei Vorwand, wenn man noch einen Borwand hinstellen wollte, hintangefekt wird; so erfordert die Sache, und die große Zahl der daran Betheilten müssen wünschen und bitten, daß der Grundrat wie die oben angezogene Dents schrift anführt, ausgesprochen und erklärt werde, ehe das Land linker Rheinseite einem Regenten zugesichert wird. Wien den 20. Jan. 1815.

Edmund Graf von Reifelstadt.

3.

Schreiben des Herrn Domherrn Edmund Grafen von Kerselftadt, an einen Herrn Congre BBevollmachtigten, betreffend die Beis behaltung der allodification in den teut: fcher & åndern der linken 'Rheinfeite; batirt Wien den 6. Febr. 1815. Mit einer

Beilage. Monsieur le Comte ! Après la réunion des provinces sur la rive gauche du Rhin å la France, celle-ci y a expressément appliqué les loix françaises par lesquelles à l'époque de la révolution tous les droits féode aux ont été a bolis et les fiefs changés en alleux et ce sans indemnité pour les seigneurs suzerains.

Cette disposition a été maintenue depuis que, par

le traité de Lunéville, l'Empire d'Allemagne a formellement cédé ces provinces à la France, et si depuis l'esprit fiscal de la partie des domaines en France a tenté de revenir sur une partie de cette disposition par rapport aux domaines de la couronne, et domaines engagés, ces tentatives, d'ailleurs non - applicables aux anciennes provinces allemandes, sont demeurées sans effet, de sorte qu'à l'époque où par le traité de Paris la majeure partie des provinces sur la rive gauche du Rhin a été restituée par la France, et résignée entre les mains des puissances alliées, le lien féodal y étoit supprimé et les fiefs chan.

y gés en alleux.

Il ne peut point paraître douteux, que les souverains auxquels les puissances alliées don. neront ces provinces, en indemnité, ne soient portées par eux-mêmes à reconnaitre la validité de cette suppression des droits féodaux, prononcée par la France à une époque où un traité de paix solemnel lui avait transmis légalement la libre disposition de ces provincus.

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