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machen; wozu im Ganzen einige für Particuliers nicht krånkende Maasregeln und nicht bedeutende Dpfer des Gouvernements hinreichen werden.

In dieser Denkschrift ist ferner auch angedeutet, daß mit der Ausrottung des fraglich volkerrechtwidrigen Unwesens, zwei sehr wichtige Wirkungen zusammens hången, nåmlich: 1) daß dem Eigenthum, vólkerrechtlich feste Basen zus

rúdgegeben werden, 2) daß das Gouvernement seinen Millen für diesen

grossen Swed, mittelst eigener Dpfer beiwirkend, an den Tag leget.

Diese legt erwähnte Eingabe {pricht, nebft den vors angezeigten Puncten, auch insbesondere a) für das gesammte Land, durch die Bitte, daß

es, als eine teutsche Provinz, der für Deutsch land zu bestimmenden Normen theilhaft werde,

und 8) für den Adel, daß ihm der Stand wieder zus

komme, dessen Rúderhaltung er sich eben so sehr zu schmeicheln gegründeten Anspruch hat, als selbst das Interesse des Gouvernements es erheischet, ihmi eine passende Eristenz zu geben.

Wenn nun alle meine Eingaben zusammen ers wogen werden, so ergiebt fich, daß in den Begehren und Antrågen nichts liegt, wodurch Temand geFrånkt würde ; vielmehr erhellet daraus, daß derselben Erfůdung eine vertrauenvolle Ordnung der Dips ge verspricht.

Mit Zuverficht darf ich beifügen, daß die Ausführung des Antrags, das Eigenthum betref= fend, mit keiner besondern Schwierigkeit verbunden seyn Pónne.

Acteu d. Congr. VI. Bd. 4. Heft 36

Nachdem offenbar in den vorgetragenen Gegens stånden, das wichtigste Interesse für das Land linker Rheinseite ruhet, so rechtfertiget sich der Wunsch und das Begehren, daß die Puncte, welche in der Denk: schrift Très - bumbles demandes etc. vom 9. März vorgetragen sind, in die Urkunde aufgenommen werden mögen, wodurch diese Länder an neue Sous veraine übergeben.

Wegen dieser Puncte erlaube ich mir noch fols gende, von zwei Ansichten genommene Bemerkuns

gen, als:

A) diese Puncte im Detail betrachtet, dann ers giebt sich, daß der erste, die Lehnherrschaft betreffend, an sich sehr einfach; der zweite, wegen des Eigens thums, in jo allgemeinen Ausdrúden gefaßt ist, daß die Sache von den Gouvernements mit größter Leichtig. teit, ohne Eingehänge unzeitiger und unpassender Fors derungen, recht und billig ausgeführt werden kann. Der dritte, wegen der, diesen Provinzen zu gebenden teuts schen Verhältnisse , ein

ein mit der Sachenlage vers knüpftés Begehren ist, welches dem Geist der Gesammts heit entspricht.

B) Diese Puncte überhaupt betrachtet, so tann die Ansicht nicht entgehen, wie beruhigend es ift, feierlich anerkannte Anhaltpuncte zu haben, und warum sollte dieses Land fich deren nicht erfreuen dürfen? wo andere Länder solche von dem hohen Congreß erhalten haben; der sogar für individuelle Fåde Vorsorge traf, fo B. für die Familie von Schönburg *).

Uebrigens habe ich die Ehre beizufügen, daß ich mit der besten Ueberzeugung, für das Wohl meis

*) Man vergl. oben Bd. VI, S. 139.

Anm. d. 5.

nes Vaterlandes und für das Interesse der neuen Sous veraine dieser Länder zu sprechen, mir stets vorgesett hatte.

Edmund Graf von Kefselstadt.

15.

N te. betreffend die allodification der ehemaligen auf der linken Rheinseite gelegenen Lehen, wovon die Lehnherrs Tchaft dem französischen Gouvernement gehört hat, und von dem Reich, Reichsstånden und sonsten ber ihm

zugekommen war; datirt Wien

den 7. Apr. 1815.
Die Glausel in den Cessionsuct der Länder linker
Rheinseite aufzunehmen:

„daß alle Güter welche ehemals im Lehnverband
geftanden haben, wovon die Lehnherrschaft dem
französischen Gouvernement zugehört hat, und ihm
vom Reich, den Reichsstånden und sonsten zuges
kommen war, den Charakter der allodification

beibehalten werden“,
dieses ist an sich nichts anders als eine Erklärung, daß
man rechtmåfig erworbene Rechte respectirt.

Das hohe Bedürfniß, welches in die Bermós gensverhältnisse eines sehr grossen Theils der Eins wohner, nicht nur adelicher, sondern auch bet meis tem mehrerer Familien und Individuen nichtadelichen Standes des fraglichen Landes ; 'tief eingreift, ist leicht einzusehen, und ich habe es in einigen Denkschriften entidelt.

Wenn diese Clausel mit Modificationen aufges nommen werden sollte, so würde immer eine Gefahr

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dung für die gegenwärtigen Befiger solcher Gúter ents springen. Dieses wird fühlbar, wenn man nur bedenkt, daß sehr viele dieser Güter verkauft, von Vater auf Kins der vererbt, getheilt, verpfändet 26. find. Pure simpliciter die Clausel, wie oben angezeigt ist, in den Cessions Act aufgenommen, wurde das vollkommen Rechtliche erfüllen.

Wenn aber einige Modification der Clausel beis gefügt werden mußte: so ist dringend nothig, wenigstens auszudrúden, daß die vor dem Eintritt der Nürten in das Land verkauften, von dem Vater auf Kinder vererbten, oder getheilten ehemaligen Lehen, wovon dem frans zösischen Gouvernement die Lehnherrschaft, vom Reich, den Reichsstanden und sonsten herrührend, zugehört hat, den Charakter, der allodification unverrúdt behalten Tollen.

Dem Vernehmen nach ist man gesonnen, int Teutschland den Lehn Nerus" aufzuheben. Hierbei Tonnen Modificationen oder Reservationen eintres treten, weil dieses eine Sache ist, welche erst geschehen soll. In den fraglichen Ländern linker Rheinseite, ift selbige schon längst volbracht. In Deutschland rechter Rheinseite, wurde die Qlodification eine Begünstigung des Abelt werden, wogegen die vollbrachte Allodification linker Rheinseite den Adel zwar auch betrifft, aber noc weit mehr die nicht adelichen Standes.

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Congreß Verhandlungen über Perritorial Veränderungen des Großherzogthums

Hessen, und deren Resultate.

Mit drei Beilagen. Von großherzoglich befrischer Seite hatte man fich, schon seit dem Monat December 1814, bes strebt, der Abtretung des Herzogthums Westphalen und der Oberhoheit über die Besigungen der Fürsten von Wittgenstein Berlenburg und Wittgensteins Wittgenstein auszuweichen. In einer Reihe von Noten, hatte der großherzoglich - hessische Herr Bevolls machtigte die Wichtigkeit dieser Befißungen für das großs herzoglich - hessische Saus, den Herren Bevollmächtigten von Destreich und Preussen, und als hier seine Darstels lungen und Anträge keinen Eingang zu finden schienen, vielmehr fast durchgehends unbeantwortet blieben, auch bei den Herren Bevollmachtigten von Rußland und Große britannien vorzustellen sich bemüht.

Die Bevölkerung des Herzogthums Weft p haa len, eine ganz unvermischten und abgerundeten Landes, mit ansehnlichen Domainen,

ward von preussischer Seite auf 131,888, von großherzoglichs heffischer Seite mit Inbegriff des Militårs auf nehr als 140,000 *), der Flächeninhalt auf 70 Quas dratMeilen, und der jährliche Ertrag der Staatss *) Eine Volkszählung von 1812 hatte 138.880 Einwohner

ohne das Militär, eine andere von 1813 hatte 139,110
ebenfalls ohne das Militär , geliefert, nach andern Ane
gaben nur 188,990. Seit 12 Jahren hatte man die Bes
merkung gemacht, daß die Bevölferung im Durchschnitt
jährlich um 1000 zugenommen habe.

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