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Sie hat gesehen, daß das Reich ihrer Ahnen groß und start war, so lange ein festes Band fie ums schlungen hielt; daß ihre Nationalkraft ermattete und ihre Nationalehre fich trübte, sobald dieses Band fich zu schwachen begann; daß das Recht und die Freis heit unterdrúdt, die Treue gegen ihre Fürsten ver: folgt, die Ehre beflect wurde, sobald dieses Band ges loset war.

Darum bittet sie die großen und teutschgebohrnen Führer Euro pa's und alle ihre hochherzigen Fúr: ften, welche nun neuverherrlicht um das alte Kaiserhaus versammelt stehen, einen Bund ihres Reiches zu ers neuern, welcher mit inniger Kraft und Liebe das ges meinsame Baterland umarme, und in durchdringender Wirksamkeit allen Völkern Teutschlands stets das Gefühl gegenwärtig halte, daß fie nur Brüder Eines Stams mes, und die gemeinschaftlichen Interessen desselben auch ihre ersten seyen.

Sie bittet Sie, die Stimme ihres Volkes zu hören, welches in der Würde und Freiheit seis ner Fürften auch die feinige findet, und zu jes dem Opfer für die Wiedergeburt Deutschlands bereit ift. Sie bittet Sie, das gemeinsame Vaterland wies der zu dem Range jenes Reiches zu erheben, welches die alte Wiege des Rechtes, der Freiheit und der Treue war, von welchem eins zuerst die Bes gründung des europäischen Gleichgewichtes ausgegangen ist, und welches die Natur durch seinen Chas racter und durch seine Lage zu dem Mittelpuncte dese felben geschaffen hat. Sie beschwört Sie bei den Leiden, welche seit zwanzig Jahren über Deutschland gekommen sind, bei dem Werthe der Treue, welche es in der Zeit des Unrechts und der Bedrängniß für seine Fürften erprobt hat, bei dem Sduageiste

Deutschlands, welcher auf das Unrufen feiner Für: ften wieder erschienen ist, und das teutsche Heldenblut in den Schlachten der Entscheidung dem Siege geweibet hat.

Dies sind die Wünsche des teutschen Vols tes, welches feine Ehrfurcht zwar als Bitten, zugleich aber feine vertrauensvolle Zuversicht ihrer Erfüllung schon mit dem Gefühle der vorläufigen innigsten Dank: barkeit darlegt.

Wenn einzelne teutsche Männer fich erlauben, die Wünsche ihrer Brüder aufzufassen; so geschieht es nicht, als wenn sie es wagen wollten, die Ges finnungen eines großen Volkes zu deuten, sondern weil diese Empfindungen, indem sie aus allen Gauen dessels ben ertonen, auch sie ergriffen haben, und weil sie sich zu diesen freimüthigen Ergießungen gedrungen fühlten durch die tiefste Ehrfurcht und die unwandelbare Treue, welche sie gegen die erhabensten Befreier Deutsche lands und gegen ihre hochgesinnten Fürsten mit allen Herzen des teutschen Volkes theilen. In allertiefster Ehrfurcht, En. Kaiserlichen und Königlichen Majeståten

allerunterthäuigstogehorsam ste,

n. 2C.

XLV.

Berzeichniß

der

auf dem wiener Congreß, für Congreße angelegenheiten anwesend gewesenen

Bevollmächtigten.

Dieses Verzeichniß, obgleich mit möglichster Ges nauigkeit und Mühe gefertigt, wird weder für ganz vollständig, noch für durchaus richtig angegeben, sondern in Ermangelung eines bessern geliefert, welches der Hers ausgeber, aller angewandten Mühe ungeachtet, sich zu verschaffen nicht vermochte). Jede Verbesserung, jeder Busat, der ihm von zuverlässiger Hand zukommen wird, foll willkommen seyn und, wenn er noch vor dem Schluß dieser Sammlung eintrifft, nachgeliefert werden.

Kaum wird es der Versicherung bedürfen, daß nicht die entferntefte Absicht vorwalte, durch die hier befindliche Ordnung, Angabe oder Benennung, irgend einem Staat, Tommittenten, oder Individuum, einer Gesammtheit oder Behörde, in dem ihnen gebührenden Rang, Sitel oder Prádicat, den mindesten Nachtheil zuzufügen.

*) Ein blosses Verzeichniß auf dem Congreß anwesender

Fremden, sehr mangelhaft in aller Hinsicht, lieferte zu Wien ein Laufer, unter folgendem Titel: Guide des Etrangers à Vienne pendant le congrés, contenant les noms des Souverains présents dans cette capitale, ainsi que ceux des Ministres et Chargésd'affaires des différentes cours auprès de celle de Vienne, au mois de janvier 1815; avec l'indication des rues et numéro des maisons qu'ils babitent. (à

$

1. Bevollmächtigte derjenigen acht Mächte, ,

welche

den pariser Frieden
vom 30. Mai 1814 unterzeichnet haben.
(In alphabetischer Ordnung der Staaten.)

Frankreich. 1) Herr Carl Moriz von Dalleyrand - Perigord,

Fürst von Jalleyrand, Pair von Frankreich, Mis nister StaatsSecretår in dem Departement der aus:

wärtigen Angelegenheiten. 2) Herr Herzog von Dalberg, Staatsminister. 3) Herr Graf Gouvernet von Latour-du-Pin,

ausserordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Mis

nister am königlich - niederländischen Hofe *). 4) Herr Aleris Graf von Noailles, Obrister.

Großritannien. 1) Herr Robert Stewart, Vicomte Castler eagh,

Geheimer Rath, Mitglied des Parlamentes, Obrister des Regimentes der Miliz von Londonderry, Princis cipalStaats Secretár für das Departement der aus:

wärtigen Angelegenheiten **). 2) Herr Arthur Wellesley, Herzog, Marquis und

Graf von Wellington, Marquis Douro,
Vicomte Wellington von Talavera und von Wels

Vienne 1815.) 50 pages gr. in 8ro. Der Redacteur nennt fid) : Jean Paggiam, coureur de S. A. R. lo

Duc Albert de Saxe-Teschen. *) Reisete von Wien ab, im März 1813. *) Reisete von Wien ab, nach Loudou, am 15. Febr. 1815. Acten d. Congr. VI. Bd. 4. Heft.

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lington, und Baron Douro von Wellesley, Geheimer Rath, Marschall der königlichen *) Armeen, Oberft

des Regimentes der Garden zu Pferd. 3) Herr Richard le Poër Irench, Graf von Clans

carty, Bicomte Dunlo, Baron von Kilconnel, Ge: heimer Rath, Präsident des Geheimen RathsComis te's für die Handelss und ColonialAngelegenheiten, General Postmeister für die Briefposten, Obrister des

Regimentes der Miliz der Grafschaft Galway. 4) Herr Wilhelm Schaw, Graf Cathcart, Bi

comte Cathcart und Greenod , Pair des Parlamens tes, Geheimer Rath, ausserordentlicher Botschaf: ter und Bevollmächtigter am kaiserlich - russischen

Hofe. 5) Herr Carl Wilhelm Stewart, Lord Stewart,

Seigneur de la chambre de S. M., Geheimer Rath, GeneralLieutenant der königlichen Armeen, Db: rister des 23. leichten Dragoner Regimentes, Gouvers neur des Forts Charles auf Samaica. Unmerkung. Zu dem Comité für die Angelegenheis

ten der Schweiz, war auch bevolmachtigt, Herr Stratford - Tanning, königlich großbritans nischer Gesandter in der Schweiz.

Deftreich. 1) Herr Clemens Wenceslaus Lothar, Fürft von

Metternich - Winneburg - Ochsenhausen, wirklis cher Geheimer Rath, Staats-, und Conferenz Minister, auch Minister der auswårtigen Angelegens heiten.

*) Kam nach Wien ain 1. Febr. 1815, reisete von da ab

am 26. März 1815.

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