Page images
PDF
EPUB
[ocr errors][merged small][merged small][ocr errors][ocr errors][ocr errors]

ů b ing e nt
in der f. G. Cotta's en Buchhandlung.

I 8 I 6.

[ocr errors][ocr errors][ocr errors][merged small][merged small]

I. il

Der r ur rische F e 10% u g

nach Eugen

L a b a u me, Hauptmann der Geograpb: Ingenteure, vormaligen Drdons

nanz: Offizier: des Prinzen Eugen.

(Be ich I u B.)

[ocr errors]

IX. Die Berefina. Nad den großen von Moskau 'bis Krasnoi ausgeftans denen Unfällen håtte man glauben sollen, unser Unglück habe den höchsten Grab erreidt, und glücklichere Ereignisse mufften darauf folgen. Da Dbrist Jomini die rodne Stellung von Drska behauptete, hatten wir die Wahrscheinlichkeit vor uns, den Dnieper:Uebergang ohne binderniß zu vollziehen, und so unsre Vereinigung mit dem Korps des Generals Dombrowski und denen der Marschålle Dudinot und Victor zu bewerkstelligen. Ueberdies nahten wir uns der Linie, wo sich unsere Magazine befanden, und ftunden im Begriff, ein bewohntes und als verbundet betrachtetes fano zu betreten. Endlich da Fürst Kutufo wo seine Angriffe mit denen der moldauischen Armee, die bereit war, rich mit ihm zu vereinigen, in Uebereinstimmung bringen wollte, hørte er auf, uns zu beunruhigen, und versparte die Erfolge, die ihm der Tag von Krasnot versprad, auf die Beresina.

Alle diese Vortheile, auf die man uns unfre theuersten Hoffnungen zu bauen anwies', konnten nur den Soldaten tåus røen. Diejenigen, die beffer mit den Neuigkeiten vertraut waren, zerstreuten bald jeden Wahn, indem sie das Gerücht vers breiteten, Admiral Iraitro agow habe, von der Donau kome

Europ. Annalen 4tes St. 1816.

1

[ocr errors]

mend, die Truppen, die sich seinem Marsch entgegensekten, bis gegen Warschau zurückgedrångt; die Destreicher håtten, indem fie fic hinter den Bug gezogen, der Division lambert die wichtige Stellung von Minsk, wo sich unsre Depots und uns geheure Vorråthe befanden, preisgegeben, und es marschire der Admiral auf Borisow, um uns den Uebergang über die Beresina abzuschneiden, und hier reine Vereinigung mit den Korps von Wittgenstein und Steinheil zu bewerk: ftelligen. Da nåmlich diese Generale feit der unglücklichen Súlacht von Polozk am 18. October nicht mehr durch das zweyte und sechste Korps in Zaum gehalten waren, růcten fie, der Eine auf Czasnici, um sich mit der moldauischen Ars mee in Verbindung zu reken, der Anore auf Wileika, um die Bayern abzuschneiden. Von der Vereinigung aller dieser Korps hing der Untergang der franzosischen Armee ab, und um dieser schrecklidften und merkwürdigsten aller Niederlagen zuvorzukommen, rückte Napoleon in Eilmarschen nach der Beresina.

(17. November.) Sobald Marshall Davoust fich mit uns vereinigt, und Marshal Ney 'sich diesseits des Dniepers geworfen hatte, ferten wir uns gegen eilf Uhr, Morgens nad Liadui in Bewegung. Während der augen: blicklichen Ruhe, die wir in Krasnoi genoffen, waren die Rosaken aber die Stadt hinausgekommen, und folgten uns Kolonnenweise långs der Straße. Sie wagten es nicht, be: waffnete Soldaten anzugreifen; aber da einige ihrer Par: tepen wahrnahmen, daß der Rest unsers Gepäcks stile hielt, und dasselbe sich wegen der Schwierigkeit für die Pferde durch das hal, das die Stadt von der Anhöhe trennte, zu gelan: geni, in großer Unordnung befand, warfen sie fich darauf, und bemachtigten sich dessen ohne Widerstand. Hier verloren wir den Packwagen des Chefs des Generalstabs, der alle Korrespondenzregister und alle fich auf unsre Unternehmung beziehende Plane, Charten und Memoiren enthielt.

Wir trafen bey einbrechender Nacht in Liadui ein. Oberhalb des kleinen Fluffet, über den man kommt, ehe man anlangt, befand sich eine ziemlich beträchtliche Anhshe, deren Abhang ro rolüpfrig war, daß man fich hinabrollen musste. Liadui gewährte uns einen für uns neuen Anblick, nåmlich die Anwesenheit von Einwohnern. Waren es gleich Alle Juden, , so vergaßen wir doch die Unreinlichkeit dieses verkauflichen Bolks, denn durch die Macht der Bitten oder vielmehr des Gelds gelang es uns, durch dieselben einige Hülfsmittel in dem Flecken, der dem ersten Anfehen nach ganz zu Grunde gerichtet schien, aufzufinden. So ward uns die Geldgierde, wegen welder wir die Juden ro sehr verachten, zum Heil, da fie fie allen Gefahren troßen ließ, um uns zu verschaffen, was wir verlangten.

Da Liadui litthauisch ist, glaubte man, es würde als zum ehemaligen Polen gebfrig verfmont bleiben. Als wir es aber des folgenden Tags (18. November) vor Tag ver: liefsen, leuchtete uns zu unserm großen. Erstaunen, wie ge: wöhnlich, das Feuer der in Brand gesteckten Håuser. Diese Feuersbrunst veranlasste einen der forecklichsten Auftritte während unsere ganzen Rückzugs, ja ich würde meine Feder nicht zu dessen Erzählung leihen, hatte nicht diese ganze Ge: schichte den Zweck, den verderblichen Ehrgeiz, der civilifirte Vilter zwang, den Krieg wie Barbaren zu führen, gehårlig zu machen.

Unter den brennenden Håusern befanden fich brey mit bedauernswürdigen meist verwundeten, Soldaten angefüllte Sdeunen. Man konnte aus den zwey leßten nicht heraus.

, kommen, ohne burd die erste zu müssen, die in vollen Flam: men stund. · Wer noch gut zu Fuß war, rettete sich durch die Fenster; aber die Kranken oder Berstümmelten, die sich nicht rühren konnten, saben, wie die Flammen fich allmählich fie zu verzehren nahten. Auf das Geführen dieser Unglückitchen suchten einige weichere Seelen sie zu retten, aber dergeblich,

« PreviousContinue »