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verfügt fich der Herr Amts:Schultheiß oder fein Statthalter mit demselben und dem Staatsschreibers Großweibel und Ammann in das Rathszimmer, alwo, ben verschloßener Thüre, der Wahlvorschlag durch das geheime Stimmenmehr, mit gleich fårbi: gen Balloten, vorerst, wenn mehr als vier Personen in die Wahl geschlagen worden, auf einmal auf vier, sodann durch successive Ballotagen auf zwey re: ducirt, und aus diesen der Oberamtmann auf die nämliche Weise erwählt wird.

Ben gleichen Stimmen entscheidet das Loos, zumal der Herr Amts: Schultheiß, wenn er nicht selbst Mitglied des Wahl:Collegiums seyn sollte, daben feine Stimme zu geben hat.

Nach dem Wieder : Eintritt des Wahl:Collegiums in den Großen Rath eröffnet der Herr Amts: Schultheiß die getroffene Wahl, und wird zu der Belekung des folgenden Amts auf die nämliche Weise mit jedesmaliger Bildung eines neuen Vor: schlags und eines neuen Wohl:Corps geschritten.

Art. VII.

Wenn ein Amt durch Tod, Resignation oder sonst auf eine andere Weise, als durch die Endschaft der ordentlichen Bedienung, im Laufe des Amts: jahres erlediget wird, so bleibt es dem Kleinen Rathe übertragen, für die Verwaltung desselben bis zur nächsten ordentlichen Aemter : Befeßung, rey es durch den gewöhnlichen oder durch einen ei: genen Amts: Statthalter zu sorgen.

Art. VIII. In Hinsicht des Eides und der Bürgschaft: fei: stung, der Instruktion, der Auf- und Abzugszeit, der Installation und der Amtsdauer der Ober: Amtmånner bleibt es einstweilen bey der gegen: wärtig bestehenden Ordnung, so lang MeGhrn. und Obere nichts daran zu ändern gutfinden werden,

Art. IX. Diese Verordnung ist indessen bloß auf eine Probezeit von sechs Jahren festgesekt, nach welcher dieselbe revidirt und MnGhrn. und Obern zur guts findenden Correktion oder fernerer Bestätigung neuer: dings vorgelegt werden sou.

Also beschlossen in der Sizung des Großen Raths den 27. December 1815.

et ret über die Bildung und die Attribute des Collegiums

der Räthe und Sechszehner.

De bereits die uralten Fundamental:Gefeße der Republik die Aufstellung eines aus dem Großen Rath gewählten Collegii der Sechszehner verordnen, welche vereinigt mit dem Kleinen Rath mehrere der wichtigern Regiments: Geschäfte zu besorgen hatten, und die Benbehaltung desselben, wenn auch unter veränderten Formen klug und zweckmäßig befunden worden: so haben MeGhen. und Obere nach anges hørtem Vortrag MrGhrn. Råthe und XVI. über die zufünftige Bildung und die Attribute dieses Colle: giums verordnet und verordnen was hienach von einem zum andern folget:

Art. I. Der alljährlich aus dem Großen Rath zu wähs lende Ausschuß von sechszehn Mitgliedern, welchem in Vereinigung mit dem Kleinen Rath, gewisse hie: nach bestimmte Funktionen übertragen sind, führt den Namen der Sechszehner und bende zusam: men werden die Råthe und Sechszehner genannt.

Art. II.
Die Sechszehner werden gewählt alle Jahr, am

Mittwoch vor dem Communions : Sonntage vor Weihnacht, und zwar durch das Loos aus der ge: sammten Zahl aller wahlfähigen Mitglieder des Großen Raths.

Art. III. Zwey Tage vor der Sechszehnerwahl versama meln sich die vier åltesten Mitglieder des Kleinen Raths unter dem Vorsig des Seckelmeisters, welcher zu Angabe allfälliger nicht bezahlter Amts:Restanzen daben erscheinen muß, und mit Benziehung des Staatsschreibers, zu Angabe anderer allfällig gerek: lichen Suspensions : Fålle (welchem sie daher 'von allen Oberamtleuten jeweilen auf den 10. December angezeigt werden sollen) und entwerfen das Ver: zeichniß aller Wahlfähigen; dieses Verzeichniß wird am Tage vor der neuen Sechszehnerwahl vor ver: sammelten Råthe und XVI. geprüft.

Art. IV. Sechszehner fähig sind für jeßt bis und mit dem Fahre 1824 alle Großen Rathsglieder, welche das 39ste Jahr Alters zurückgelegt haben, verheyrathet find oder gewesen sind, und in keinem der hienach bezeichneten Ausschlußfälle sich befinden, vom Jahr 1825 hinweg dann alle solche Große Rathsglieder welche verbeyrathet oder es gewesen sind, und entweder ein Amt ganz ausbedient haben, oder bereits zehn Jahre im Großen Rath gesessen sind.

Art. v.

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Art. V. Von der Wahlfähigkeit sind jedoch ausgeschlossen: 1) Alle im Amt stehenden Amtleute.

2) Ein jeweiliger Staatsschreiber, Großweibel und Ammann.

3) aue Standesglieder, welche einen Vater, Bruder oder Sohn im Kleinen Rath haben, wie auch diejenigen, deren Vater, Bruder oder Sohn bereits durch das loos zum Sechszehner erwählt wåren.

4) Alle diejenigen, welche in außerer Fürsten, Herren oder Stånden, Diensten und Bestallungen stehen, bis sie derselben Genuß abgeschworen haben.

5) Diejenigen, welche für dieses Regimentsjahr den Eid nicht geschworen haben.

6) Alle diejenigen, welche wegen nicht bezahlten Amts: Restanzen, oder anderer geseblicher Ursachen halb, ihres Ehrensißes im Großen Rath eingestellt sind.

Art. VI.

Auf den im IIten Artikel bezeichneten Tag wird allen Sechszehnerfähigen Standesgliedern zum Loose geboten, das Verzeichniß derselben vor gesessener Versammlung abgelesen, und hierauf durch den Groß: weibel so viele Balloten in einen Sack gezählt, als wahlfähige Mitglieder anwesend sind, nåmlich rechs: zehn goldene und die übrigen weiß,

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