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Die wahlfähigen Standesglieder treten hierauf den Quartieren nach zum loos, und wer eine gol: dene Ballote ergreift, ist für das laufende Jahr zum Sechszehner erwählt. Wenn aber ein solch erwählter Sechszehner im gleichen oder nachfolgen: den Quartieren noch einen Bruder, Sohn oder Vater håtte, so sollen so viel weisse Balloten aus dem Sack gezählt werden, als derselbe wahlfähige Verwandte dieses Grades hat, und sollen diese lektern nicht mehr zum Loos treten.

Art. VII.

Råthe und XVI. sind wie von Alters her bevoll: machtiget, alljährlich alsogleich nach ihrer Erwah: lung am selbigen Tage fåmtliche Mitglieder des Großen Raths zu bestätigen, žu suspendiren oder zu 'entseßen. Jedoch soll denen so um anderer, als der im Gesek vorgeschriebenen Ursachen willen entseget würden, der Rekurs vor den Großen Rath vorbe: halten reyn.

Art. VIII.

Vereinigt' mit den vier åltesten Rathsgliedern steht den XVI. zu, alle Jahre den Vorschlag zu Wie: : dererwählung des Kleinen Raths zu machen. Dieses geschieht vor dem Communions:Sonntage vor Weih: nachten am Donnerstag Nachmittags.

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Art. IX.

Die jährliche Beståtigung der Oberamtleute ist ebenfalls Rath und XVI. übertragen. Sie wird vorgenommen im December am Dienstag in der Woche vor der neuen Sechszehnerwahl, d. h. in der zweyten Woche vor dem Communions:Sonntag.

Art. X.

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Alle Vorschläge zu Errichtung von neuen oder zu Abånderung und Aufhebung von alten die Re: gierungs: Form betreffenden Sakungen und Ordnun: gen, sollen vorerst von Rath und XVI. behandelt werden, ehe sie vor MeGhen. und Obere gebracht werden ; und ist ihnen zugelassen, deßhalb dem Großen Rath vorzuschlagen, was sie dem Stand nůßlich, 1dblich und anständig zu seyn befinden werden; da es dann von dem Großen Rath abhån: gen wird, solche Vorschläge zu verschieben oder sel: bige anzunehmen, zu verbessern oder zu verwerfen. Desgleichen gehört vor die Berathung MrGhrn. die Råthe und XVI. alles was MeGhen. und Obere eigens dahin zu weisen gutfinden werden.

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Gegenwärtiges Dekret, durch welches alle frů: hern über diesen Gegenstand erlassenen Verordnun: gen, in so weit sie mit demselben nicht überinstimmen, aufgehoben sind, rol in die erneuerte Samm: lung der Fundamental:Gefeße eingetragen werden.

Gegeben in der Großen Raths: Versammlung den 28. Christmonat 1815.

über die Wahlart und Ergänzung der Zweyhundert

der Stadt Bern.

Aisdann

Hisdann hinfüro der Große Rath den man nennt, Schultheiß Klein und Große Råthe der Stadt und Republik Bern bestehen wird, aus Zwenhundert Mitgliedern aus der Burgerschaft der Stadt Bern und aus Neun und Neunzig von Stådten und Landschaften des Cantons gewählten Mitgliedern, so haben MeGhrn. und Obere, gleich wie für die Wahlart dieser lektern bereits eigens statuirt ist, in Betrachtung, daß in den frühern Sagungen über die Belekung und periodische Er: gånzung der Zwenhundert mehrere Abånderungen ndthig geworden sind, auf angehörten Vortrag MrGhen. der Råthé und XVI. für die Bildung, die Wahlart und Ergånzung der Zweyhundert Mit: glieder der Stadt Bern beschlossen und beschliessen, was hienach von einem zum andern folget:

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Art. I. Die Zweyhundert der Stadt Bern werden aus dem Mittel der Regimentsfähigen Burgerschaft der Stadt Bern gewählt. Wahlfähig sind alle Burger

ehelicher Geburt, welche das neun und zwanzigste Alters: Jahr zurückgelegt haben und in keinem der: jenigen Fälle sich befinden, welche nach bürgerlichen Gefeßen zu Ehre und Nemtern unfähig machen. Für die Bestimmung des Alters wird der Tag der Geburt zur Regel angenommen; falls er aber in dem Tauf: Rodel nicht aufgezeichnet wäre, sollen dafür acht Tage von der Laufe zurückgezählt werden.

Art. II. Jedesmal wenn es um die Zweyhundert der Stadt Bern stets - vollzählig zu erhalten, vermoge hienach folgender Vorschriften, um eine neue Er: wåhlung von Candidaten für den Großen Rath zu thun seyn wird, sollen alle Gesellschaften durch die Burgerkammer zu Einsendung eines Verzeichnisses ihrer råmtlichen wahlfähigen Gesellschafts:Genossen aufgefordert werden. Diese Verzeichnisse werden von den vier åltesten Kleinen Rathsgliedern, in fo: fern sie zu den Zwenhundert der Stadt Bern ge: hören, zwen Mitgliedern der Burger - Kammer und dem Staatsschreiber geprüft und dem Hauptrodel entgegengehalten, welcher durch die Kanzlen aus jenen Verzeichnissen nach dem Alphabet eingerichtet und nummerirt wird. Zugleich sollen von derselben eben so viele runde Zeichen mit einem Durchschlag von Carten: Papier als Namen gemacht, und diese Zeichen ebenfalls nummerirt und bereit gehalten

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