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werden. Am Montag vor der Belegung geht die Prüfung vor fich, und wenn der Hauptrodel richtig befunden ist, so wird derselbe in so vielen Erem: plaren gedruckt als Wahlherren sind, die numme: rirten Zeichen aber werden in eine offene flache Schüssel gezählt, gemischt, in einen Sack gethan, solcher daraufhin von den vier åltesten Kleinen Rathsgliedern versiegelt und bis auf den Belegungs: Tag in der Kanzlen verwahrt, an selbigem Tag aber in der Berekungs: Stube auf den Tisch gestellt, und wenn es um die Berekung zu thun ist, daselbst in voller Versammlung geöffnet und nochmals of: fentlich gemischt, daraufhin durch den Herrn Schult: heißen oder Präsidenten ein Zeichen nach dem andern herausgezogen, die darauf geschriebene Nummer durch den Staatsschreiber abgelesen, rolche durch iha in dem Hauptrodel aufgesucht und derjenige so es trifft mit Namen und Zunamen abgelesen, folglich nach dem Austritt feiner Verwandten um ihn gemehret, die Stimmen durch den Herrn Úmt: Schultheiß und, im Fall Austritts oder nöthiger Erholung, durch seinen Statthalter mit Beyhülfe und Gewahrung der Heimlicher gezählt und zu seinem Namen in dem Hauptrodel aufgezeichnet. Demnach sind gewählt: zuerst diejenigen, welche einhellige Stimmen haben, nach diesen immer diejenigen, welche die höchsten in den Stimmen sind. Ben gleich vielen Stimmen entscheidet das einfache Loos, also daß die Namen derjenigen, welche für die Wahl die mehrsten und unter sich gleich viele Stimmen haben, auf zusammengerollte Zedel verzeichnet, diese Namen in einen Sack gemischt, durch den Herrn Präsidenten herausgezogen und die ein, zwen, dren, vier oder so viel es betreffen mag, zuerst Herausge: zogenen gewählt feyn sollen. Ben dieser Verhand: lung sollen vor allem aus die achtzig burgerlichen Geschlechter aus den einhelligen oder den höchsten in den Stimmen unter denjenigen Geschlechtern, die nicht unter den Zweyhundert der Stadt Bern fiken, ergånzt werden.

Art. III. Die Wahrherren, welche die Belekung der Zwen: hundert der Stadt Bern vornehmen, find: alle Mitglieder des Kleinen Raths, in rofern sie eben: falls aus den Zwenhundert der Stadt Bern gewählt find, und ein denselben aus dem Mittel dieser Zwey: hundert beygegebener Ausschuß von sechszehn Glie: dern. Dieser Ausschuß ist aber mit dem Verfas: sungsmäßigen, vom gesammten Großen Rath ge: wählten Collegium der ordentlichen Sechszehner nicht zu verwechseln, sondern wird lediglich als Wahl: Collegium aufgestellt, jedesmal wenn es um Ergänzung des Candidaten: Verzeichnisses der Zwen. hundert zu thun ist.

In diesen Ausschuß find wahlfähig alle die

Glieder der Zwenhundert, welche verhenrathet oder es gewesen sind und für jekt und das nächstemal das Alter von neun und dreyßig Jahren zurückgelegt haben; für die Zukunft aber, das heißt vom Jahr 1824 hinweg, jehn Jahre Mitglied der Zwenhundert gewesen sind, oder als solche ein Amt ausbedient haben. Jedoch fónnen in den Ausschuß nicht gelangen, diejenigen welche bereits einen Vater , Bruder oder Sohn als Mitglied im Wahl: Collegio haben, noch die wirk: lich im Amt stehenden Amtmanner, noch endlich solche , welche sich im Falle der Suspension vom Ehrensik befinden.

Nach einem von der Kanzlen zu verfertigenden und MnGhrn. den Råthen zur Revision vorzu: legenden Verzeichniß roll auf Mittwoch vor der Candidaten: Wahl allen Ausschußfähigen Mitglie: dern zum Loos geboten, nach Verlesung des gegen: wärtigen Dekrets und des Verzeichnisses der Wahl: fähigen die Anwesenden gezåhlt und eben so viel Balloten, wovon sechszehn goldene und die übrigen weiffe in einen Sack gethan werden; worauf diesel: ben den Duartieren nad), und diese Duartiere nach der dafür gezogenen Nummer, zum loos schreiten.

Sogleich nach der Erwählung des Aussch werden abgelesen:

1) Die Ordnung vom 5ten Jenner 1816 wie die Candidaten erwählt werden sollen.

2) Eid MrGhrn. des Wahl: Collegii.

Worauf das Haupt der Versammlung nach eis ner kräftigen Vermahnung das gesammte Wahl:Col: legium MrGhrn. der Råthe' und XVI. den Eid vor der Hohen Versammlung fenerlich schworen lassen, und dieseibe damit ein Ende nehmen wird.

Art. IV.

Die Zahl der auf die oben vorgeschriebene Weise zu wählenden Candidaten wird auf fünf und drenßig festgesekt, und follen die obvermeldten achtzig bur: gerlichen Geschlechter entweder unter den wirklichen Mitgliedern oder auf dem Candidaten : Verzeichniß sich befinden.

Um als Candidat gewählt werden zu können, gelten die gleichen Wahlbarkeits: Gedinge, welche zum Eintritt in den Großen Rath erfordert werden, mit alleiniger Ausnahme des Alters, welches auf das zurückgelegte fånf und zwanzigste Alters: Jahr festgefelt ist. Die Candidaten treten successive bey jeder Erledigung in den Großen Rath ein, und zwar nach ihrem Alters : Rang ; bey aufällig gleichem Alter entscheidet das Loos.

Sollte sich daher ereignen, daß ben Erledigung von Stellen der Zweyhundert kein Candidat das ges seßliche After erreicht håtte , so wird die ledige Stelle erst dann wieder bereßt, wenn der ein:

růckende Candidat' das Alter von neun und zwanzig Jahren zurückgelegt haben wird,

Art. V.

Der Staatsschreiber führt ein Verzeichniß aller Candidaten, und so wie eine Stelle im Großen Rath ledig wird, ro wird auf Veranstaltung des regierenden Herrn Schultheissen, von dem im II. Ar: tikel aufgestellten Prüfungs: Collegio der ålteste Can: didat bezeichnet, selbiger einberufen und in der ersten Großen Raths: Sißung beeidiget. Sobald als das Candidaten: Verzeichniß erschöpft ist, zeigt der Herr Schultheiß selbiges in einer Sigung des Großen Raths an, um zu einer neuen Wahl zu schreiten.

Das Wahl: Collegium wird nach vorgeschriebener Weise in der zweyten Woche vor dem Communions: Sonntag vor Weihnacht gewåhlt, und die Candi: daten:Wahl von jeweilen fünf und drenßig Candi: daten am Freytag der vorbemeldten Woche vorge: nommen.

Die Candidaten sind pflichtig als Mitglieder in allen obrigkeitlichen Commißionen, Kammern und Gerichtshöfen zu arbeiten, in welche sie gewählt würden, mit der Vergünstigung jedoch, daß nie: mand angehalten werden kann, in mehr dann zwen Kammern oder Commißionen zu dienen,

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