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Die Vorzuschlagenden werden durch offenes Handmehr bezeichnet , jedoch nach der absoluten Stimmen : Mehrheit. Jedem Mitglied von Rath und XVI. steht das Vorschlagsrecht zu.

Art. II. MeGhrn. und Obere bereken eine Stelle nach der andern aus dem jeweiligen vierfachen Vorschlag, welcher vermehrt werden kann. Im Fall der Vermeh: rung werden die Vorgeschlagenen durch eine erste Wahl auf diejenigen vier, welche die mehrsten Stimmen ha: ben, reducirt: Falls keiner derselben die absolute Mehr: heit hat, so wird durch offenes Stimmenmehr in jeder Wahl der, welcher die wenigsten Stimmen hat, ausgewahlet; unter den zwey lekten entscheidet das offene Stimmenmehr.

Wenn in der Folge eine dieser Stellen durch Tod, Resignation oder sonst ledig wird, roll dieselbe in der nächsten ordentlichen Jahressikung erfekt werden. Zu diesem Ende bilden MeGhrn. Råthe und XVI. innert den acht Tagen zunächst vor dieser Sißung auf die angegebene Weise einen vierfachen Vorschlag, aus welchem vor MnGhrn. und Obern durch offenes Stimmenmehr also gewählt wird, wie oben ver: ordnet ist.

Also beschlossen vor Großem Rath am 15ten Fenner 1816,

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In ft r u ktion

der Herren Scimlicher der Stadt und Republik Bern.

Da nach altem wohlerprobtem Serkommen und zu Folge ehemaliger bestimmter Verordnungen die wichtige Pflicht, über die Aufrechthaltung aller die Verfassung betreffenden Gesetze und allgemeinen Vorschriften im Besondern zu wachen, und zu ver: hindern oder zu warnen, daß weder vorsåklich noch unvorsåklich dieselben etwa außer Acht gelassen werden, den Heimlichern geselich übertragen war:

So haben MeGhrn. und Obere in Betrachtung, wie nůßlich eine solche Einrichtung zu Erhaltung eines or: dentlichen in den Schranken der vorgeschriebenen For: men ruhig fortschreitenden Ganges der Geschäfte in der Republik sen, nach Anleitung der ehemaligen Ver: ordnungen so wie auch nach Maaßgabe der in dem Defret über die Bildung, die Ergänzung und die Attribute des Kleinen Raths enthaltenen Bestim: mungen über die Pflichten und Befugnisse der Heim: licher verordnet was folget:

Art. 1. Die Heimlicher des Raths; welche nach alter Uebung find : der Herr Ult:Schultheiß und der Seckelmeister, und die zwey Heimlicher des Großen Raths, haben nebst den, allen übrigen Rathsgliedern obliegenden Pflichten, im besondern noch diejenige: a. Die vom Großen Rath erlassenen Geseke,

Beschlüsse, Verordnungen, Instruktionen und Reglemente, welche die Verfassung der Republik betreffen und auch die verfassungsmäßigen Wahl: vorschriften der verschiedenen Staats: Würden,

Hemter und Stellen zu handhaben. h. Zu wachen, daß im Kleinen Rathe nach vor:

handenen Verordnungen verfahren werde, und daß von demselben an den Großen Rath ge wiesen werde, was diesem selbst zu entscheiden zukommt.

Art. II.

Den Heimlichern steht daher mit der Pflicht auch das Recht zu, 'bey gegebenem Anlaß, wenn ihnen bedünfte, daß, besonders ertheilte Volmachten vorbehalten, der gesekliche verfassungsmåßige Pfad verlassen werde, dagegen zu mahnen, im Kleinen Rath in dergleichen Fällen, nach vergeblicher Ab: mahnung den Heren Schultheiß aufzufordern, den Großen Rath zu Entscheid der Frage zu versammeln, und wenn dem ungeachtet gegen das Abmahnen des Heimlichers progredirt würde, so soll derselbe gegen ein solches Verfahren protesiren und erklären daß er

dasselbe in erster Sißung dem Großen Rath anzeigen werde.

Art. III.

Der Heimlicher soll einen solchen Fall dem Großen Rath in der nächsten Versammlung schriftlich vor: bringen, welcher auf eine unter diesen Umstånden erfolgte Heimlicher : Mahnung, ohne ferneres Ver: schieben noch Verweisen an eine andere Commißion, darüber entscheiden wird.

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Art. IV. Wenn ein Standesglied einen Anzug oder eine Mahnung durch den Heimlicher vorbringen zu lassen wünscht, ro rol er dieselbe schriftlich eingeben, der Heimlicher mag dann, nach Gutfinden, selbige an: bringen; wenn aber sieben oder mehrere Standes: glieder den Heimlicher dazu auffordern, ro ift er, mit der im nachstehenden Artikel enthaltenen Aus; nahme verpflichtet, in der ersten Sißung eine solche Mahnung vorzutragen. Da denn, nach allgemeiner Vorschrift über die Anzüge und Mahnungen, das Weitere geschehen wird. In jedem Fall aber , wo der Heimlicher die Mahnungen eines oder mehrerer Standesglieder vor die höchste Gewalt bringt, ist er bey seinem Eid verbunden, deren Namen zu verschweigen.

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Art. V. Mahnungen und Anzüge gegen die Autoritåt der höchsten Gewalt, oder zuwider Gefeßen und Ordnungen, sollen nicht gethan und von den Heim: lichern niemals angenommen werden.

Art. VI. Die Heimlicher wachen, daß die Rechnungen, welche vor Großen Rath gebracht werden sollen, in der geseblich bestimmten Zeit an elbigen gelangen.

Art. VII. Damit die Heimlicher des Großen Raths, diese verschiedenen Obliegenheiten erfüllen mogen, rollen fie nicht bende zugleich mit Auftrågen beladen werden, welche sie verhindern würden, den Sißungen des Großen und des Kleinen Raths benzuwohnen.

Art. VIII. Gegenwärtige Instruktion, welche an die Stelle der verschiedenen ältern Vorschriften über die Pflichten und Befugnisse der Heimlicher gesekt wird, soll der erneuerten Sammlung der Verfassungs: Gereke ben: gerückt und jedesmal vor Abschwörung des Heim: licher : Eids abgelesen werden.

Also beschlossen vor Großem Rath am 18ten Jenner 1816.

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