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Wort im Namen der Versammlung zu führen, endlich das Siegel der Republik zu verwahren und alle Aften der Regierung zu unterzeichnen.

Sekretariat und Bedienung.

Art. X.

Das Sekretariat des Großen Raths wird aus: schliessend von dem Staatsschreiber besorgt, welcher von dem Großen Rath selbst aus seiner Mitte er: nennt wird. Derselbe hat die Pflicht alle Beschlüsse des Großen Raths getreu in die Feder zu fassen, selbige in behöriger Form auszufertigen, ihre Dispo. sitive den betreffenden Behörden oder einzelnen Per: sonen bekannt zu machen und jedem das Nöthige aufzutragen, endlich das Protokol und die Archive in Ordnung zu halten. Seine weitern Pflichten und Befugnisse, po wie sein Verhåltniß gegen die ihm untergeordneten Gehülfen oder Canzler : Be: amten rollen durch ein nachfolgendes Dekret be: stimmt werden. Im Fall von Abwesenheit oder Krankheit vertrittet der nächstfolgende Canzley: Be: amte seine Stelle, in sofern er selbst Mitglied des Großen Raths ist.

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Für die Bedienung oder die unmittelbare Ab: wart des Großen Raths werden von demselben aus seiner Mitte ein Großweibel und ein Rathhaus: Ammann auf vier Jahre erwählt.

Art. XII.

Ihnen liegt nebst den Verrichtungen der Ab: wart des Kleinen und Großen Raths und den in einer eigenen Instruktion aufzustellenden Pflichten insbesonders das Stimmenzåhlen und die Veran: staltung alles dessen ob, was zum Ballotieren ben dem geheimen Stimmenmehr erforderlich ist. Ihnen werden in dem Versammlungs: Saale die zu ihren Verrichtungen schicklichsten Plake angewiesen. Bende begleiten auch Unser fürgeliebtes Ehrenhaupt in den Großen, und abwechselnd in den Kleinen Rath. Sie rollen, wenn sie in Funktion sind, zum Unter: scheidungszeichen den Mantel und der Großweibel dazu noch den Stab tragen.

Form der Berathung.

Art. XIII.

Am Anfang jeder Sißung eröffnet der Herr Amts:Schultheiß, und zwar ohne daben seine ei: gene Meynung durchblicken zu lassen, die in der nåmlichen Sigung zu behandelnden Gegenstånde, und roll diese Ordnung durch keine Zwischen: Ge: schåfte oder Anzüge unterbrochen werden können.

Art. XIV.

Art. XIV. Ben der Berathschlagung selbst roll zuerst das Gutachten abgelesen, darüber von dem Präsidenten oder von einem Mitglied des Collegiums, welches dasselbe vorberathen hat, stehend rapportirt und die übrigen Mitglieder der Commißion namentlich um ihre Meynung angefragt werden.

Sodann folgt im Allgemeinen die Umfrage ber den Mitgliedern des Kleinen und Großen Raths, und rou so lange fortgelegt werden bis niemand mehr zu reden ver: langt. Es kann auch diese Umfrage je nach der Wichtigkeit des Gegenstandes und dem Willen der

Versammlung, entweder über das Ganze zugleich oder über einzelne Fragen und Artikel abgehalten werden.

Art. XV.

Ben Neußerung ihrer Meynungen bleiben die Mitglieder des Kleinen Raths siken, die des Großen Raths aber sollen sie stehend vortragen. Die Mey: nungen selbst sollen nicht schriftlich, sondern nur mündlich gegeben werden können.

Art, XVI. Jedes opinirende Mitglied roll sich bestreben seine Mennung kurz , deutlich und ohne Wiederholung, insbesondere aber mit geziemender Ehrerbietung und regimentischer Anständigkeit, ohne beleidigende Anzüglichkeiten und ohne Einmischung fremder Ge: genstånde zu geben, als in welch lekterm Fall dem Herrn Amts: Schultheiß obliegt, alzusehr von der Sache abweichende Opinanten zur Ordnung und an die im Wurf liegende Frage zu weisen; auch roll niemand einem Sprechenden in die Rede fallen.

Art. XVII.

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Niemand darf in der nämlichen Umfrage mehr als einmal zu dem gleichen Geschäft reden; es wäre denn Sache, daß jemand, er ren ein Committierter oder nicht, irrig angeführte Thatsachen zu berich: tigen håtte; welches aber nur nach beendigter Umfrage unmittelbar vor dem Mehren mit möglichster Kürze und Bescheidenheit und ohne weiter in die Materie einzutreten, geschehen soll.

Hierben hat es den Verstand, daß sowohl der Pråfident als die übrigen Mitglieder des Collegiums, welches ein vorkommendes Geschäft berathen hat und darüber den Vortrag erstattet, wenn sie auf die im 14ten Artikel vorgeschriebene persönliche Anfrage bey der Darstellung des Geschäfts und den verschie: denen darüber im Gutachten liegenden Meynungen stehen bleiben, ohne ihre eigene Ansicht zu eröffnen, dieses auch nachher in der allgemeinen Umfrage wie jedes andere Mitglied der Versammlung thun können.

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Nach beendigter Umfrage kann auch der Herr Amts:Schultheiß, Falls er darum befragt wird, seine Meynung äußern. Alsdann aber roll ohne weiteres Reden sogleich zur Abstimmung geschritten werden, es sen denn, daß wegen wichtigen in der Berathung neu bekannt gewordenen Umstånden, der Herr Amts: Schultheiß selbst eine zwente allgemeine Umfrage für nothig erachtete, als welches der Weisheit und Vorsichtigkeit des jeweiligen Ehrenhaupts oder seines Statthalters überlassen wird.

Form des Ab mehrens.

Art. XIX.

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Die gefallenen sowohl gutachtlichen als in der Versammlung selbst geäußerten Meynungen, werden von dem Herrn Amts: Schultheiß oder dessen Statt: hälter gehörig eln: und abgetheilt, also daß nach alter und zur Herausbringung des wahren Willens der Majoritåt nothwendiger Uebung, die Vorfragen: ob man z. B. in einer Sache fortfahren, oder davon abstrahiren oder selbige zurückweisen wolle, zuerst; hernach die in der Hauptsache einander entgegen: sekten, sich wechselseitig ausschließenden Hauptmen: nungen, und endlich die einer jeden Hauptmeynung subordinirten Vorschläge ins Mehr gesegt und ent: schieden werden. Die Sekung dieser Fragen ist

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