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Großen Rath in Ergånjung der Zwenhundert der Stadt Bern, solche würdige und fähige Personen zu erwählen, denen die Ehre Gottes, des Vater: landes Wohlfahrt, und die Beförderung des ge: meinen Bestens angelegen ren, und daben alle Rache, Neid, Haß und Arglift hintan 'zu reken, vor und in Verrichtung dieser Berakung, nach vorhande: nen Gefeßen und Ordnungen zu handeln, und insbe: sondere ob dem Defret über die Ergänzung der Zweyhundert der Stadt Bern, vom 4. Jenner 1816, getreulich zu halten, keinerley Mieth oder Gaben, durch sich selbst oder durch die Seinigen, anzuneh: men, weder durch Versprechungen noch Drohun: gen auf die Wåhlenden zu wirken, noch auf sich wirken zu lassen; endlich geheim zu halten was ges heim zu halten ist, sonderlich aber zu keiner Zeit niemanden zu offenbaren, wer von den übrigen Elektoren seine Stimme gegeben, oder nicht geges ben habe.

Alle Gefährde vermieden!

Also von MnGhen. und Obern festgesekt, den 15. Jenner 1816.

der Appellations - Richtet.

Sámôren die Richter und Rechtssprecher am Appellations: Gericht, der Stadt und Republil Bern Treu und Wahrheit zu leisten, ihren Nußen zu fördern und Schaden zu wenden, jedesmal, wenn ihnen geboten wird, zu rechter Zeit sich in den Sikungen des Appellations - Gerichts, oder der er: nennten Commißionen einzufinden, und ohne Bewil: ligung des Herrn Präsidenten, oder unvorhergese: hene erhebliche Ursachen davon nicht auszubleiben.

Wer eint oder andere Mennung oder Urtheil gegeben, nicht zu offenbaren, so wie auch über die Ver: handlungen des Appellations - Gerichts, die geheim gehalten werden sollen, das Geheimniß zu bewahren.

Von niemanden, wer es immer feyn mag, der für sich oder einen andern einige Angelegenheiten vor dem Appellations : Gericht hat, unter keinerley Vorwand, weder vor oder hernach selbst oder durch die Seinigen, Miech noch Gaben zu em: pfangen.

Die vorkommenden Akten, Schriften und cirkulie: renden Prozeduren mit Aufmerksamkeit, so viel es Zeit

und Umstånde erlauben, zu lesen und die Parthenen in ihren mündlichen oder schriftlichen Vortrågen und Vertheidigungen anzuhören.

Die der Kehr nach ihnen auffallenden Vorträge mit Treue und Genauigkeit zu machen.

Ben Entscheidung aller vorkommenden Civil: und Criminal : Rechtsfälle , von was Art sie immer seyn mogen, unangesehen der Person, gegen den Armen wie gegen den Reichen, gegen den Fremden wie gegen den Einheimischen, nach den vorhande: nen Gefeßen und Ordnungen zu verfahren, und Recht zu sprechen, auch überhaupt alle übrigen Pflichten ihrer Stelle mit Unparthenlichkeit, Eifer und Treue nach bestem Gewissen zu erfüllen. In Summa alles das: jenige zu thun und zu lassen, was ein gewissenhaf: ter, unpartherischer Richter vor Gott schuldig ist.

Ale Gefährde vermieden ! Also von MnGhrn. und Obern festgelegt, den 17. Juny 1816.

des Gerichtsschreibers und seines Substituten. Schmo

chwort der Gerichtsschreiber am Appellations: Gericht, der Stadt und Republik Bern Treu und Wahrheit zu leisten, ihren Nußen zu fördern und

Schaden

Schaden zu wenden. Von seines Ames wegen
dann schwórt derselbe :
1) Dem Appellations: Gericht an den gewohnten

Versammlungs : Tagen, und so oft ihm extra
vor dasselbe geboten wird, geflissentlich zu war:
ten, im Fall einer nothwendigen Abwesenheit
aber, mit Genehmigung des Präsidenten des
Appellations:Gerichts, einen tüchtigen Sekretair
an seinen Platz zu stellen, der dann durchaus
die nåmlichen Verbindlichkeiten auf sich haben
rou, wie der Gerichtsschreiber, dessen Stelle
er vertrittet.

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2) Die ergehenden Urtheile, Erkanntnisse, Sprüche

und Beschlüsse deutlich, und nach bestem Wissen
ad protocollum zu bringen, ausfertigen,
die Doppel davon zu collationiren , wie auch die
ihm obliegenden Controllen mit Pünktlichkeit

führen zu lassen.
3) Was geheim gehalten werden roll, zu vers

schweigen, insbesonders auch nicht zu offens
baren, von welchem Richter die eint oder andere

Meynung gefallen sen.
4) Von dem Geld ro fällt, und ihm durch die

Hand geht, keines“ unbefugt in seinen eigenen
Nugen zu verwenden, sondern an Behörde

abzuliefern, oder zu derselben Disposition auf: zubewahren, dasjenige, worauf er keinen An:

spruch zu machen hat. 5) Sich auch aller Mieth und Gaben von dens

jenigen Personen, für die er von dieser seiner Stelle wegen Geschäfte zu besorgen hat, oder von jemand anders in derselben Namen, gånz. lich zu enthalten; folglich dergleichen weder selbst anzunehmen, noch durch die Seinigen annehmen zu lassen, und von den Parthenen mehr nicht als die geordneten Gebühren nach

bestem Wissen zu fordern. 6) Endlich dann Aufsicht zu haben, daß úber:

haupt alle von dem gesammten Tribunal, oder den von ihm abhangenden Commißionen aus: gehenden Scripturen correkt und mit möglich: ster Beförderung ausgefertigt werden, und in Summa alles das zu leisten, was einem ge: wissenhaften Sekretair zu beobachten obliegt.

Also von MnGhrn. und Obern festgelegt, den 17. Juny 1816.

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Schwört der Weibel am Appellations:Gericht, der Stadt und Republik Bern Treu und Wahrheit zu

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