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Nachträglide Verfügungen zum fünften Artikel der Erklärung des Wiener - Con,

greffes, den. Canton Genf betreffend.

Un jhre Excellenzen die Berren Bevollm & chtigten

von England, Defterreich Preussen und Ruf land beym Congreß in Wien.

Der

er unterzeichnete Staatsminister und Bevollmach: tigte Sr. Majestår des Königs von Sardinien hat seinem erhabenen Gebieter den Wunsch der hohen verbündeten Mächte zur Senntniß gebracht, daß ges gen Savoyen hin dem Canton Genf einige Gebiets: abtretungen geschehen möchten, und er hat ihm auch den deshalb entworfenen Plan vorgelegt. Se. Ma: jeståt, jederzeit bestrebt, ihren hohen und machtigen Verbündeten Beweise zu geben von ihrer Dankbar: keit und von ihrem Verlangen, zu thun, was ihnen angenehm renn kann, haben die Fehr natürliche Ab: neigung, sich von ihren guten, alten und treuen Un: terthanen zu trennen; überwunden und den Unters zeichneten bevollmächtigt, für eine Gebietsabtretung zu Gunsten des Canton's Genf einzuwilligen, wie solche in dem benliegenden Protokolie vorgeschlagen ist, und unter den nachfolgenden Bedingungen:

1. Daß

ARRANGEMENS ADDITIONNELS
A L'ARTICLE 5 DE LA DECLARATION DU

CONGRÈS DE VIENNE, TOUCHANT LE
CANTON DE GENEVE.

A leurs Excellences Messieurs les Plénipotentiaires d' An:

gleterre, Autriche, Prusse et Russie, au Congrès
de Vienne.

Le soussigné Ministre d'Etat et Plénipotentiaire de Sa Majesté le Roi de Sardaigne a rendu compte à son auguste maître du désir des hautes Puissances alliées, qu'il fut fait quelques concessions territoriales au canton de Genève du côté de la Savoye, et lui a soumis le projet qui avait été formé à ce sujet.

Sa Majesté toujours empressée de témoigner à ses hauts et puissans alliés toute sa reconnaissance et son désir de leur être agréable, a surmonté sa repugnance bien naturelle à se séparer de bons, anciens et fidèles sujets, et a autorisé le soussigné à consentir à une cession de territoire en faveur du canton de Genève, telle qu'elle est proposée par le protocòle ci-joint et aux conditions ci-après.

1) Daß die Provinzen Chablais und Faucigny und alles von Ugine nördlich gelegene, Sr. Ma: jeståt zugehörige land in der durch alle Mächte ge: währleisteten schweizerischen Neutralitåt einbegriffen seyn rollen. Das wil sagen, daß, so oft die der Schweiz benachbarten Mächte sich im Zustande aus: gebrochener Feindseligkeiten befinden werden, die Truppen Sr. Majeståt des Königs von Sardinien, welche in jenen Provinzen stehen, sich zurückziehen, und dafür, wenn es nothwendig ist, ihren Weg durch das Wallis nehmen können, daß keine andere bewaffnete Truppen irgend einer Macht sich dort aufhalten oder durchziehen können, mit Ausnahme derjenigen, welche die Schweizerische Eidsgenossen: schaft daselbst aufzustellen für gut finden würde. Wohl verstanden, daß dieses Verhältniß die Ver: waltung jener Provinzen auf keine Weise beschrån: ken roll, woselbst auch die Civilbeamten Sr. Ma: jeståt des Königs die Bürgerwachen für Erhaltung guter Ordnung gebrauchen können.

2) Daß eine Befrenung aller Durchgangsge: bühren für alle Waaren, Lebensmittel u. f. w. be: willigt werde, welche aus den Staaten Sr. Ma: jeståt und aus dem Frenhafen von Genua fommend, ihren Weg über die sogenannte Simplonstraße nen: men, in der ganzen Ausdehnung dieser lektern durch das Wallis und das Gebiet von Genf Es wird

1. Que les provinces du Chablais et du Faucigny et tout le territoire au nord d'Ugine, appartenant à Sa Majesté, fassent partie de la neutralité de la Suisse garantie par toutes les puissances, c'est-à-dire, que toutes les fois

que les puissances voisines de la Suisse se trouverout en état d'hostilités ouvertes ou imminentes, les troupes de Sa Majesté le Roi de Sar: daigne, qui pourraient se trouver dans ces provinces, se rétireront, et pourront à cet effet passer par le Valais, si cela devient nécessaire, qu'aucunes autres troupes armées d'aucunes puissances ne pourront y stationner, ni les traverser, sauf celles que la Confédération suisse jugerait à propos d'y placer. Bien entendu que cet état de chose ne gène en rien l'administration de ces provinces, où les agens civils de Sa Majesté le Roi pourront aussi employer la garde municipale pour le maintien du bon ordre.

2. Qu'il soit accordé exemption de tout droit de transit à toutes les marchandises, denrées etc., qui en venant des états de Sa Majesté et du port-franc de Gènes, traverse. raient la route dite du Simplon dans toute son étendue par

le Valais et l'état de Genève. Il serait entendu, que cette exemption ne re

dies dahin verstanden, daß jene Befrenung einzig die Durchgangsgebühren betreffen, und sich weder auf die Weg. oder Brückengelder, noch auf jene Waaren und Lebensmittel ausdehnen soll, welche für den Verkauf oder Verbrauch im Innern bestimmt find. Die gleiche Beschränkung findet hinwieder Statt ben der den Schweizern eingeräumten Ver: bindung des Wallis mit dem Canton Genf, und die Regierungen werden deshalb durch gemeinsames Einverständniß die nöthig erachteten Maasnahmen treffen, für Festseßung der Tafen sowohl als zu Ver: hinderung der Contrebande, jede auf ihrem Gebiet.

3) Daß die unter dem Namen der kaiserlichen Rehen bekannten Lånderenen, welche der ligurischen Republik einverleibt waren , und gegenwärtig unter der einstweiligen Verwaltung Sr. Majeståt des Königs von Sardinien stehen, mit den Staaten Sr. Ma: jeståt gånzlich und auf gleiche Weise vereinigt renn rollen, wie die übrigen genuefischen Staaten.

4) Daß diese Bedingungen zu den Congreßbe: schlüssen gehören und von allen Mächten gewähr: leistet werden sollen.

5) Daß die hohen verbündeten Mächte sich ver: bindlich machen, ihre nochmalige Verwendung ein: treten zu lassen, und sich für die Anwendung zweck: dienlicher Mittel geneigt zu finden, durch die Frankreich tónne bewogen werden, Sr. Majeståt dem Könige

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