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forånft werden sollte, welche zu der Zeit ausgeliehen war; so daß feine neue Anleihen bey derselben gemacht wers den fonnten. Zugleich wurde es der Depositofasse unters fagt, mehrere Banizettel aus der Kourantbank zu neha men, und mit ihrem vorhin erwähnten Stempel zu vers fehen.

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Uin eine nahmhafte Summe der Kourantbankzettel wieder einziehen zu können, welde die Depositofase in Umlauf gebracht hatte, fdlug die auf das Wohl des Staats unablåßig wirksame Regierung einen neuen Weg ein. Durch ein königliches Patent, vom 18. Sept. 1801, wurs de nåmlich die Einridtung beståndiger transpors tabler Staatsfonds angeordnet. Demnach wurde eine Summe don 2,400,000 Shir. Spec. oder 3 Miu. Rour., für eine gleiche Summe, der durch die Depositofasse ausgegebes nen Kourantzettel, fundirt, von welder 4 Proc. jähr: liche Zinsen, in Species mů nje, entrichtet werden follten. Diese transportablen Staatsfonds, zu dem Belauf von 3 Mill. Thir. Sour., wurden der Depositofaffe übers geben, um durch ihren Abfat gegen 125 Thlr. Kourant får 100 Spec. aUmählich, nachdem die Umstånde es ers laubten, eine gleide Summe, der durch gedachte Kasse in Umlauf gefesten Rourantbankzettel einzuziehen. Die durch Einschuß zu diesem Fond fontrahirte Scould fonnte, nach dem Patente, weder von der Regierung, noc von Seiten der Kreditoren, aufgefündigt, sondern nur durch freywillis ge Uebereinkunft, von einem Besiter auf den andern, übers tragen werden. Zugleich wurde bestimint, daß fic feis ner für eine geringere Summe als 400 Thlr. Spec. zeich, nen durfte. Jeder konnte, bis zu fleinen Summen von 10 Thlr. Spec., auf seinem Golio ab- und zusc reiben lasfen. Diese Theilbarkeit der neuen Staatspapiere machte

fie zu einem vorzüglichen Surrogat der Bankjettet (also eigentlid ju einem potenziirten Surrogate!!). Der einzige Vortheil, der aus dieser Veranstaltung hervor ju gehen scheint, ist det, daß dadurch eine Summe, von 3 Mill. Thle. Rourantzettel, in, dem Rourse nidt unters worfene, Speciesrepräsentative verwandelt wurde; ein wichtiger Umstand, wenn nur diese Repräsentative wirts lich immer ihren vollen Nominalwerth behalten hätten. Durch ein Plakat, vom 2. März 1803, wurde es erlaubt, , doppelte Bücher über diese Staatsfonds zu führer; nåms lich in dänisch Kourant und in Species. Man konnte, von der Zeit an, von einer Geldjorte auf die andre transportis ren lassen; und zwar in dem Verhältnisse, von 100 Thlr. Spec. zu 125 Thlr. Spur. Dagegen wurden aber, von den auf dänisch Rourant lautenden Summen, jährlich 41 Proc. gegeben. Diese Veranstaltung wurde auf unsuchen vies ter getroffen, welche Antheil an deir transportablen Staatsa fonds hatten, und die Rechnung in Species auch nicht liebten.

Eine, der Depositokasse ähnliche, Einrichtung wurde auch in den Herzogthümern getroffen. Durch das Patent, vom 23. Oftb. 1801, wurde nämlich die Einrichtung eines leih instituts, unter der Direktion der Depositenkasie in Kopenljagen, befohlen. Dasselbe befam ztvey Administras tionen, wovon die erste und hauptsächlichste ihren Siß in Altona, die zweyte hingegen ihren Sitz in Kiel hatte. Dies Fustitut befam die Befugniß, Zettel, auf 4 Thic. Spec. oder 5 Thir. Fleswig - holisteinisch Kourant, auszus stellen; welche Zettel in allen föniglichen Einnahmen und Hebungen, in den Herzogthümern, gleich baarer Münze ans genommen, und von den beyden Udministrationen, in Als tona und Kiel, bey der Präsentation gegen baare Münze

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verwechselt wurden. Kein Kreditbeweis oder Zets
'tel durfte von den loihinstitut ausgestellt werden, wofür
nicht bey demselben ein baarer Fond deponitt oder andere
Siderheit niedergelegt worden; welde auch von der Dis
troi der dänisch - norwegilden Speciesbant als hinreichens
des Unterpfand anzeichen wurden. Jedoch war das Ins
stitut befugt, auf langere Termine, als jene Banf, auss
zuleihen; so wie aud) Stapitalien, auf direkte Pfande
deridreibungen auf Grundstücke, zu geben.
Dadurch wurde es Gutsbesigern und Bauern, deren Hófe
nidt zu sehr versduldet waren, moglid), dieses Instituts,
fich zu bedienen. Dasselbe hat auf diese Weise den großs.
ten Nußen in den Herzogthümern gestiftet. Das leibins
stitut durfte aud disfontiren; jedoc durfte es sich übers
haupt nicht mit folden Anteiheit und Disfontirungen bes.
fassen, welche bey der føleswig - holsteiniscben Bank, in
Gemefheit ihrer Oftroi, erhalten werden fonnten. Kapis
talien aller Art fonnte man in dein Leihinstitute, gegen
zinsentragende Versdreibungen, deponiren. Die Udminis
ftrationen und Direftion wurden auf das ftrengste vers
priditet, gewissenhaft darüber zu halten, daß das festges
septe Verhältniß, in welcbein der disponible baare fond
des leihinstituts, mit der Summe der ausgestellten Zetteln
fichen durfte, niemahls überføritten wurde. Dies Ins
ftitut genot bald des nåmlichen Zutrauens, wie die fobless
wig · hollsteinische Speciesbanf, und die Bettel derselben,
wurden überall, gleich den Speciesjetteln der letteren Bank,
ohne Widerspruch angenommen. Betrådtliche Summen
wurden durd dasselbe in Umlauf gerest; und wenn im Gans
jen auch nicht sehr viel auf eigentliche Melioration des Grund
und Bodens verwandt worden, so hat das Leihinstitut doch,
vorzüglich in den bedrängten Zeiten', oen 1807 ani, mans
den größern und Fleineren Landeseigenthümern geholfen.

Bankerutte, unter dieser Klasse von Staatsbürgern, wür, den, ohne jene Einrichtung, bey weitem mehr an die Sa, gesordnung gekoinmen reon, da der große Geldmangel manden in die größte Verlegenheit feste, felbst wenn er poufommne hopothefarische Sicherheit anbieten fonnte. Aber im Sommer 1812 fielen diese Kreditbriefe oder Leihinstitutzettel plóglich mit allen fchleswig, hol: steinischen Papieren; und damit war denn diese höchsts wohlthåtige Einrichtung, welche wohl icon in den Jah: ren 1810 und 1811 in ihren Grundpesten, durch die Res gierung selbst, erschüttert worden, aufgehoben. Das land empfand bald und schmerzlich den Verlust derselben.

Uuch Norwegen bekam ein leihinstitut, gang der dånischen Depositofasse åhnlid; nur waren die Bes stimmungen des zu gebenden Unterpfandes hier etwas an: ders. 1813 wurden die Zettel desselben, mit allen anidern dånisden Zetteln, verändert, bey Erschaffung des neuen Staatsgeldes.

Ehe wir uns zu der leşten Epoche, von 1801 bis auf die neusten Zeiten, wenden, wird es nöthig feon, fürs Jahr 1800, einen Ueberblick der Staatsidurden zu geben; wie dies, für die Jahre 1770 und 1785, gefcehen ist. Wir müflen dabey aber wiederholen, daß unsere Resultate nur der Wahrheit sich nähern, und nidt als mathematisc) genau angesehen werden können. In diesen funfzehn Jahren haben sich die auswårtigen Staatsídulden rehr vermindert; dagegen sind aber die innern großer gewors den; und, von 1785 an bis auf die neusten Zeiten, findet man, daß die Regierung beståndig dem Princip gefolgt ist, die auswärtigen Schulden allmählich abzutragen, uin dadurch dem Staate mehr Selbstständigkeit und Uns abhångigkeit von andern zu geben. Gewiß ein sehr richtis ger Grundfat; melden die englische Regierung schon frůs her erfannt und befolgt hat.

Tableau der Schulden des dånischen Staats fürs

Sahr 1800.
I. A us t årtige Staatsrould. Sie be:

trug 1785 in Aden 13 Mill. Thlr. Von
derselben wurden, von 1786 bis 92, mehrere
Millionen abgetragen; so wie, in den adt
Fahren von 1792 bis 1800, über 7 Mill.
Thir. Dagegen war die Regierung aber
gendthigt, einige neue austvårtige Unleihen
zu eröffnen; so daß die auswärtige Staatss Thlr. Silber

schuld im Jahre 1800 betrugs s s 6,000,000 II. Innere Staatsfcould.,

Sie betrug, im S. 1785, in
Allem 11 Mil. Thir. Davon
wurden 6 Mil. Thir. an die
Banf abgetragen, also Saldo

* Thlr. Zettel 5,000,000
Ilm jenen Abtrag von 6 Mill,
Thlr. voljåhlig zu machen,
wurde, wie vorher erwähnt, eis
ne Anleihe, die sich auf 905,000
hir.d. &. mit den Pråmien bes
lief, eröffnet; diese betrug im
Jahre 1800 nur noc, da jåhes
lich Derminweise darauf abges
tragen wurde
Zwey neue Anleihen in Spes
cies von 1791 und 1796

Ihlr. Silber 3,950,000

dito 520,375

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