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«diese Ungleichheit der Species in Rücksicht «ihres innern Werths nicht gleich bemerkt, oder «da sie doch gewiss wahrgenommen wurde, «warum schloss man ihnen die Bank nicht? «Hierauf weiss ich nichts anders zu antworten, «als dass die Banker, die das Geschäft haupt«sächlich mit diesen Thalern trieben, sie mit « Vortheil. in die Bank zu bringen verstanden. «Indessen hätte dagegen die Bankdirection wa«chen sollen, der man freilich dies Versehen (!) «beilegen muss. Da nun der geringhaltigen «Thaler so viele in der Bank sich befanden: so kwurde deren Direction zu dem bösen Schritt kgezwungen, allen denen, die ihre vollhaltige «Species, die sie vorher deponirt hatten, zurück«ziehen wollten, die Hälfte in diesen schlechtern «'Thalern aufzudringen. Weil aber der alte Spe«cies 540 holländische Assen, dieser aber nur «516 Assen fein hielt, so entstand daraus der «mittlere Bankthaler von 528 Assen. »

Wenn man rechnet : 528 Assen werden ausgebracht für

3 Mark, für wie viel werden hiernach ausge

bracht die eine Mark bildende 4864 Assen?

so ergeben sich zur Antw : 37 Mk. 101 Schillinge

Auf diesem Calcul beruhet der Anschlag von 27 Mark 10 Schilling (273 Mark oder ga's Thaler), welche die hamburger Bank für die, in hochhaltigen Barren, ihr geliefert werdende köllner Mark feinen Silbers giebt (Aphorismen etc. Seite 86), seit besage der erwähnten geschichtlichen Darstellung

durch Rath und Bürgerschluss, vom 18ten Januar 1770, das gemünzte Geld aus der hamburger Bank entfernt und die Bildung des Bankfonds durch Silberbarren, verordnet worden.

NOTE 9 (zu Seite 333). Zu dieser allegirten Stelle ist weiter hierher zu bemerken, dass, wenn ja, von der Grosshandlung, dergleichen geringes Geld ohne Nachlass angenommen wird, alsdann, schon bei ihr, die Preise der Waaren steigen,

VI. Münzgeschichtliche Momente aus dem

vom Jahr 1766 bis ins Jahr 1815 verlaufenen Zeitraum'), mit Darstellung deranjetzt, in Folge deren Tarifirung, zu Frankfurt gesetzlichen Umļauf habenden Geldsorten.

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Vom Jahr 1966 an bis in die 1780" Jahre waren, im oberrheinischen Kreis, keine Hauptmünzanordnungen zu treffen; alles, was in solchem Zeitraume zu geschehen hatte und wirklich ge1) Hierbei kommt nichts yor von den, im letzten

Jahrzehend dieses Zeitraums, in Deutschland verfügt gewesenen französischen Münzanordnungen.

Es wird daher deshalb verwiesen auf die Aphorismen aus dem Fache der Münzgesetzgebung etc. Frankfurt 1817 sowohl, als auf eine kleine Schrift, deren Titel ist: Prüfung der in dem neuesten Entwurf einer interimistischen Instruction für die Rheinschifffahrt enthaltenen Vorschläge das Münzwesen betreffend. Sie ist im Jahr 1818 erschienen, mit dem Motto: Serviendum etiam iis judicibus, qui multis post seculis de nobis judicabunt

Cic. orat. pro M. Marcello. : ,

schehen ist, bestand darin, dass jeweilen zum Vorschein gekommene schlechte und unconventionsmässige Geldsorten, sobald sie wahrgenommen worden waren, in Verruf gesetzt wurden und dass, nach Erforderniss sonstiger Tagserscheinungen einzelne Theile des Inhalts der Münzanordnungen von den Jahren 1765 und 1766 dem Publikum, unter'erneuter Einschärfung ihrer Befolgung, in Erinnerung gebracht worden sind. Im Jahr

1783 erfolgte aber, am eilften Juni, ein oberrheinischer Kreisschluss von dessen Inhalt, weil weiter unten darauf zurück zu kommen seyn wird, anhero zu bemerken ist: a) dass zwar dadurch der von Mainz, Trier,

Pfalz, Darmstadt und Frankfurt zu Stande gebrachte Frankfurter Münzverein v. J. 1765 und die von Abgeordneten dieser Stände im Jahr. 1766 zu Worms getroffene Vereinbarungen, als dem ganzen oberrheinischen Kreis geltend, bestätiget und den Bestimmungen solcher Vereinigungen, sammt den darnach von verschiedenen Ständen publicirten Edikten, nachzukommen befohlen ward;

dabei aber doch b) jenen Vereinbarungen von den Jahren 1765

und 1766 entgegen, und wesentliche deren

Bestimmungen - unter dem eitlen Vorwand
einer vorwaltenden Nothwendigkeit, — damit
aufhebend, nicht nur 4 Laubthaler mit einer
Schildlouisd'or parificirt, sondern auch der
Umlauf der Schildlouisd'or zu eilf Gulden, und
des Laubthalers zu 2 Gulden 45 Kr.des 24 Gul-
denfusses, connivendo gestattet ward,
wodurch, weil dabei einer verhältnissmässigen
Steigerung des äusseren Werths des Ducatens
nicht gedacht worden,
Erstens, gegen die früheren Schätzungen des

Ducatens zu 5 Gulden und des Schildlouis-
d'or zu 10 Gulden 36 Kr. (Seite 317) ver-
glichen, der französische Schildlouisd'or
über den deutschen Ducaten, in seinem Werth
erhoben ward um 39 Procent

und auch Zweitens, der Laubthaler-Unfug von welchem

in der IV. Abhandlung, oben Seite 211 u.f., gehandelt ist, noch recht befestiget ward, zur Lähmung der deutschen Ausübung des

Münzregals in Deutschland ! Diese wenigen Bemerkungen werden hinreichend seyn, um entnehmen zu lassen, dass bei Abfassung solchen Kreisschlusses die Einsichten nicht die Oberband hatten, welche bei Resolvirung der Ständevereinbarungen von den Jahren 1765 und 1766, diese nämliche Punkte betreffend, den

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