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A. TARIF über den Preiss , in welchem die hier verzeichneten Gold. sorten bis letzten Dec. 1786 in den K. K. Erbländern bei öffentlichen Kassen als im gemeinen Handel und Wandel

angenommen und ausgegeben werden können.

Gld. Kr.

4, 22 7 12 4. 22 4 22 4 20

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Mailänder neue Zecchino
Mailänder neue Doppia
Florentiner Gigliato :
Venezianer Zecchino
Kur-Pfalzbaierische und Salzburger Ducaten
Holländer und sogenannte Ordinari Ducaten
Alte französische Schildlouisd'or, Gepräg von

Anno 1726 bis inclusive 1784
Neue französische Louisd'or von 1785
In Ansehung des Gewichts dieser Goldmünzen ist sich nach der

Vorschrift des Patents vom 15. Sept. 1755 zu halten: Nur ist
dabei anzumerken, dass die in diesem Patente noch nicht ent-
haltene Mailander neue Doppien 1 Ducaten 48 Grán, und die
neuen franz. Louisd'or v. 1785. 2 Ducaten 11 Grän wägen müssen.

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B. TARIF nach welchem bei den K. K. Münzämtern, Landprobierern und Gold- und Silber-Einlösern die hier verzeichneten Goldmünzen stückweise eingelöset werden sollen.

Für jeden Ein Stück

valirenmuss nach

Dafür wird den Ducadem Duca

tengrän tengewicht bezahlt:

wird abwiegen:

gezogen

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.

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Mailänder neue Zecchino
Mailänder neue Doppia
Florentiner Gigliato
Venezianer Zecchino .
Kur-Pfalzbaierische u. Salz-

burger Ducaten Holländer u. alle sogenannte

Ordinari Ducaten
Alte französische Louisd'or

von 1726 bis 1784 inclusive Neue französische Louisd'or von Anno 1785 anfangend

ANMERKUNG. Alle andere in diesem Tarife auch nicht euthaltene fremde Goldsorten ohne Unterschied werden nach der Feine ihres Gehalts bei einzelnen Stücken nach dem Nadelstrich; alles Gold aber, das mehr als eine Mark beträgt, nach der Feuerprobe, die feine wiener M. zu 359. Gulden 30 Kr. gerechnet, eingelöset und be. zahlt werden.

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BEMERKUNGEN zu diesem kaiserl. Edikt yom i2ten Januar 1786.

a) Der, durch dieses Edikt, dem reichsgesetzmässigen Ducaten beigelegte äussere Werth von 4 Gulden 30 Kr. des 20 Guldenfusses, das ist, von 5 Gulden 24 Kr. des 24 Guldenfusses, bestimmte die gesetzliche Proportion zwischen Silber und Gold, zu.

1535 oder 15148. Mk. Silber, für 1 Mk. Gold, welche Proportion von der gesetzlichen französischen de A° 1785 zu 15742 nur um * Procent überstiegen ist, mithin noch nicht um halb soviel, als die vormalige Conventions-Proportion, von der vormaligen französischen Proportion, überstiegen war.

Der Abstand ist, offenbar, um deswillen nicht so stark bestimmt worden, wie zur Zeit der Errichtung der Convention, weil damals man dadurch der vorgewalteten, seitdem aber beseitigten, Ueberführung mit Gold, etwas stark, entgegen zu wirken beabsichtigte; und eben so hoch als die französische Proportion, ist, durch das vorliegende kaiserliche Edikt, die Proportion zwischen Silber und Gold von darum, sehr angemessen, nicht bestimmt worden, weil das Silber, weit mehr als das Gold, ein deutsches Landesprodukt ist, mithin auch, in Deutschland, dem Silber vorzüglich Ehre gegeben werden muss,

wie schon in obiger IVten Abhandl., Seite 194 u. ff., in den Bemerkungen zum 3ten Absatz des daselbst erörterten Ständevereins vom J. 1765, mit mehrerem, angeführt worden.

Uebrigens ist durch das besagte kaiserliche Edikt vom Jahr 1786 einer übertriebenen Vermünzung von, aus dem Ausland zugeführtem, Gold, auch noch durch die Bestimmung eines, bei der Regulirung des Einlösungspreisses in Anschlag gekommenen, hohen Schlagschatzes, vorgebeugt worden. Es wird nämlich, bei dem äusseren Werth des reichsgesetzmässigen Ducaten von 4 Gulden 30 Kr. des 20 Guldenfusses, die wiener Mark

ganz
feinen Golds ausgebracht

für 366 Gld. 54 Kr.; und da, für die Einlösung einer ungemünzten Mk, feinen Golds, durch solches Edikt bestimmt sind

359 » 30 > so ist damit eingeführt worden ein Schlagschatz von .

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Gld. 24 Kr., welcher circa 2 Procent von der Ausmünzung beträgt.)

3) Im Jahr 1820 war bei dem wiener Münzamt

durch einen Anschlag bestimmt: die Einlösung von Gold des Feingehalts von 23 Kr. 8 Gr. und darüber," gegen einfache K. K. Ducaten, zu 362 Gulden für die feine wiener Mark.

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Die Stärke dieses damaligen SchlagschatzAnsatzes zu begreifen, ist schon die Betrachtung zureichend, dass Frankreich für Arbeitslohn und Nutzen, als worin der Schlagschatz zerfällt, bei Ausmünzung seiner Stücke von 20 Franken sich mit circa einem drittel Procent genügen lässt (m. s. die Aphorismen etc. Seite 94);

b) Es ist durch solches, am 12ten Jenner 1786 emanirte, kaiserliche Edikt, von allem Goldgeld nur dem reichsgesetzmässigen Ducaten und dem kaiserlichen Souveraind'or die Geldeswürde erhalten und alle fremde Goldsorten sind von der Annahme bei den Staatskassen sowohl, als von dem Umlauf im gemeinen Verkehr, schlechterdings ausgeschlossen, den Landesmünzstätten als Tiegelgut, der Handlung als Waare, deren Preiss nach den jeweiligen Umständen zwischen Verkäufer und Käufer zu bedingen ist, überlassen worden. Diese Verfügung rechtfertiget sich durch die Erfahrung der Resultate eines, während Jahrhunderten vergeblich entwickelten Strebens nach einer standhaltenden Proportion zwischen Gold und Silber, zu welcher zu gelangen auch die Gesetzgeber die Gewalt haben müssten, mit Effect, der Natur zu gebieten bei Production der beiden Metalle, Gold und Silber, sich nach dem von ihnen beliebten Verhältniss zu richten.

Die in Frankreich im Jahr 1785 sich zugetragene Veränderung in der gesetzlichen Proportion zwischen Silber und Gold, und die Wahrnahme der Verschlechterung des Laubthalergelds, haben auch, am 3ten April 1786, einen Schluss des oberrheinischen Kreises veranlasst, von welchem ein Abdruck hier folgt.

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Die Münz-Veränderung, welche sich ohnlängst in mehreren auswärtigen Staaten, besonders in Frankreich, wegen daselbst vorgenommener Erhöhung des Goldes und geringhaltiger, als vormals, ausgeprägt befundener Laubthaler, ereignet, hat hohe Herren Fürsten und Stände dieses Löblichen Oberrheinischen Kreises veranlasset, die neue Fran. zösische Schild-Louisd'or von den Jahren 1785 und 1786 sowohl, als die ältere und neue Laubthaler, weniger nicht halbe dergleichen, wovon diese und jene durch die Länge der Zeit sehr abgeschliffen, und durch ungetreue Hände noch mehr verringeret worden, durch den bestellten und verpflichteten Kreis - General - Waradein Eberle, und den ihm noch, auf sein Ersuchen, zu mehrerer Erprobung seiner gänzlichen Ohnpartheylichkeit, zu diesem

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