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Die vorliegenden Abhandlungen Yurden zusammengestellt, um bei Berathungen wegen des Ordnen des Münzwesens im Allgemeinen, denen sonderlich einigermaassen zu dienen, welche , jetzt oder künftig, diessfalls einzuwirken haben, aber noch nicht in dem Fall

gewesen sind, diesem Gegenstande das erfordei liche Nachdenken widmen zu können.

Um in solches , vom Gemeinwohl Deutschlands dringend geforderte, für alle Klassen der bürgerlichen Gesellschaft sehr erspriesliche Nachdenken zu veranlassen, hat der Verfasser dieser Schrift sich bemüht, den Rechtsgelehrten zu zeigen, dass sie, mit einer oberflächlichen Kenntniss der Münzgesetze den ernsten Ansprüchen ihres Berufs vollkommen zu entsprechen nicht im Stande sind. Ihnen sowohl als allen übrigen Staatsmännern legt er Thatbeweise vor, welche ihm geeigenschaftet scheinen, die

Ueberzengung zu begründen, dass es für sie alle hohes Bedürfniss ist, von dem Bestand und den Erfordernissen der Münzgesetzgebung sich, wenigstens, so viel Kunde avizueignen, als nöthig ist, um einkommende Anträge und Begutachtungen gehorig würdigen zu können und dieselbige nicht, unbegriffen, bei Seitelegen oder lediglich aul Treu und Glauben genelimigen und anschmen oder sich, zu deren Beurtheiin: , mit einen, nur la tendesi, Nachschlagen behelfen zu müssen.

Hierzu hat der Verfasser durch die Erwägung sich bewogen gefunden, dass der grösseste Theil alles Münzunheils der Vorzeit nach Ausweis der Münzgeschichte daher entstand, weil viele, denen es oblag bei den Münzberathungen einzuwirken, oder die Münzgesetze zu handhaben dem Wahn unterlagen , der Mühe welche, um die Münzgesetze zu verstehen und um zur Einsicht der Erfordernisse der Münzgesetzgebung zu gelangen, übernommen werden muss, sich entschlagen zu können. Dies glaubten sie am füy' chsien durch Berathung der mit dem Ausmünzungswesen, beauftragten Officianten, andlerer Techniker und auch solcher Leute, welche Gold- und Silberlieferungen oder wohl gar das Ausmünzungswesen selbst übernahmen, be wirken zu können. Weil aber, chred volle Ausnahmen ausgeschieden, alle dirse Leute zuerst auf die Beförderung ihres cigenen Nutzens sahen Kotzsch Versuch einer Chur-Sächsischen

Münzgeschichte. Th. 2. Soitr 8:6-815, -wurden die Rathsuchenden, welche oft nicht einmal die Kunstsprache ihrer Rathgeber. verstanden, alsdann, wenn sie nicht vorzogen mit dem Gewand der Bedachtsamkeit sich zu umgeben und in Unthätigkeit zu bleiben, von Verwirrung in Verwirrung geleitet, und da

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durch lag, baid von der einen , bald von Jer andern Veranlassung her, das deutsche Münzwesen oft sehr im Argen. So mard auch manches Gute zerstöret oder ausser Kraft und Wirkung gesetzt, welches, von Zeit m Zeit, durch kluge und erfahrue Staatsmanner, bei dem Münzwesen Deschis uds, mit Eifer und Umsicht zu Stande gebracht gewesen *).

Könnien jene Entstehungsursachen vieler Münzübel der alten Zeit, für jetzt und künftig, entfernt werden : 50 wün. Deutschland ferner nicht, wie seit Jahrhunderten immer, und nur bald mehr bald weniger, der Fall gewesen, bei reichen Bergwerken, bei Ueberfluss an allen wesentlichen Erzeugnissen der Natur und der Kunst und bei einem bedeutenden Handel, zur empfind irnen Störung und Benachtbeiligun; diesesin. dels, durch Münzunordnungen allerlei Art belück werden.

*) Es fehlt niemals an Leuten, welche auf Gele

genheit lauern, gute Münzanordnungen zu entfernen. Wegen diesfallsiger Erfahrung des Auslandes sehe man unt. and. Seite 115 dieser Druckschrift.

Dass dieser Biwo ler Pflichterfüs lung der obern Staatsbeamten, welchen die beschützendObhut der Screen im Allgemeinen, und also anch in Ansehung des Münywesens, anvertrauet ist, ball überall recht sichtbar werden möge, wunschet Deuischland zum Heil

der Verfasser.

Geschrieben 1821.

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