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I n h a I t.

Seite Einleitende Bemerkung

1-6 Irftes Gapitel. Abwandelung der Verhältnisse Preußen zu Desterreich, Englands zu Rußland .

7-28 Zweifes Gapitel. Ansicht der französischen Revolution

29-77 Drittes Capitel. Erste Verwidelungen der revolutionären Zustände mit den allgemeinen europäischen Angelegenheiten

78-113 Viertes Gapitel. Bersuch einer constitutionellen Verfassung in Frankreich. Rüdwirkung auf Europa.

114-150 Fünftes Gapitel. Allianz zwischen Desterreich und Preußen .

151-176 Sedistes Capiter. Debatten über Krieg und Frieden in Frankreich. Ministerielle Revolution vom 10. März 1792 .

177-198 Siebentes Gapitel. Kriegserklärung

199-219 Rechtes Gapitel. Ausbruch des Krieges.

220-235

Seite Neuntes Capitel. Constitutionelle und Jakobiner im Juni und Juli 1792. Manifest des Herzog8 von Braunschweig

236 - 263 Zehntes Capitel. Ereigniß des 10. August 1792. .

261-288 Slftes Gapitel. Invasion in Frankreich, Septembermorde.

289—304 Zwölftes Capitel. Feldzug in der Champagne

305 — 325

Analekte'n.

1. Zur Kritik des Moniteur mit besonderer Beziehung auf den 4. August 1789

329-339 2. Zum Vertrag vom 7. Februar 1792 .

340-350 3. Zur zweiten Mission Bischofswerders nach Wien

351-364 4. Aus der Correspondenz Schulenburgs mit dem preußischen Ministerium ..

. 364-370 5. Correspondenzen aus den Tagen des Rückzuges der Preußen aus der Champagne

371-379

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Dem Zeitalter der Revolution ging über ganz Europa hin eine Zeit von Reformbewegungen voran.

Die großen Fragen, welche den Bestand der europäischen Staaten betrafen, waren im Allgemeinen geschlichtet. Der legte Krieg, in welchem die vornehmsten Mächte ihre Kräfte gegen einander maßen, der siebenjährige, hatte keine nennenswerthe Territorial-Veränderung hervorgebracht. Seitdem waren die Versuche innerer Reformen in den Vordergrund getreten, allezeit aber in Bezug auf die allgemeinen politischen Verhältnisse. So erlitt die bisherige Herrschaft der Stände in Schweden unter der Einwirkung Frankreichs, das seinen Einfluß auf den Norden nicht verlieren wollte, im Jahre 1772 einen heftigen Stoß; die Monarchie gelangte durch einen unternehmenden König zu größerem Ansehen wiewohl noch lange nicht zur Herrschaft; vielmehr war sie jeden Augenblick in Gefahr, wieder in die ihr einmal auferlegten Beschränkungen gebannt zu werden. Ein Versuch, in dem Beamtenstaat von Dänemark eine durchgreifende Veränderung zu Gunsten der Monarchie berbeizuführen, im Widerstreit mit Nußland, mißlang dagegen; die alte Regierungsweise trug zulegt den Sieg davon. Auch in Polen standen die Tendenzen der Monarchie und Aristob. Ranke, Revolutionskriege.

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kratie mit einander in Gegensaß und Rampf; aber die ersten waren schwächer, als irgendwo sonst; die leßten blieben in ihrem altherkömmlichen Uebergewicht, ohne jedoch den allgemeinen Erfordernissen eines einheitlichen Staatswesens gerecht zu werden und die Wehrkraft des Reiches soweit zu verstärken, daß die mächtigen Nachbarn hätten verhindert werden können, große Provinzen, die bisher polnisch gewesen, ihren Gebieten zu annectieren: ein Ereigniß, das dann nicht verfehlen konnte, die öffentliche Meinung in fortwährender Gährung zu erhalten. Welches war nun aber der Zustand dieser großen Monarchien selbst? In Rußland war der junge Fürst, der auf durchgreifende Reformen dachte, Peter III., im Beginn seiner Thätigkeit gestürzt worden. Seine dynastischen Bestrebungen hatten die Opposition der nationalen Gesinnung gegen ihn hervorgerufen: diese wurde durch Katharina II. vertreten, deren Bedeutung eben darin liegt, daß fie einzig die nationalen Interessen ihres Reiches im Auge hatte und zugleich das alte Rußland, wie es einmal war, so viel möglich, erhielt. Ihre Reformbestrebungen verliefen in Demonstrationen ohne allen nachhaltigen Erfolg – Aus der Mannichfaltigkeit der Landschaften, die unter preußisch-brandenburgischem Scepter vereinigt waren, hatte sich eine auf die Kriegsverfassung gegründete Monarchie erhoben. vor der die Erinnerung an die alten provinziellen Autonomien dem Blick entschwand, ohne jedoch vertilgt zu sein. Eben eine solche Macht gehörte dazu, um das deutsche Reich vor dem Uebergewicht des wieder gewaltig umsichgreifenden Desterreich zu sichern. Die deutsche Bewegung, an deren Spiße sich Brandenburg-Preußen stellte, trug ein conservatives Gepräge, sie war mit der Autorität der vornehmsten Fürsten, wie Zeit und Geschichte sie gebildet hatten, verbündet. Wenn dabei doch eine allgemeine einem unbekannten Neuen zustrebende Regung in Deutschland die Geister erfüllte, so war sie mehr ideologischer Natur: ihr Gedankenkreis umspannte die Welt: practisch konnte fie nur einen partiellen Einfluß gewinnen, der nirgends sehr bedeutend war. Auf das ernstlichste hingegen war es mit den durchgreifenden Reformen gemeint, durch welche Kaiser Joseph II. die monarchische Einheit in den Erblanden seines Hauses durchzuführen unternahm. Es geschah wohl nach dem Beispiel Preußens; aber die Stellung des Kaisers war von Anfang an eine andre. Die Landschaften, die er vereinigen und unter den monarchischen Gedanken beugen wollte, waren alte Königreiche oder ihrer Unabhängigkeit schon durch ihre geographische Lage versicherte Provinzen, und in allen gab es einen widerstrebenden Klerus, der bisher absichtlich gepflegt und groß gezogen worden war. In dem Kampfe mit diesen Elementen ist Joseph II., der durch denselben erst wahrhaft mächtig zu werden hoffte, in der That unterlegen; er starb in dem Momente, als sich Alles zur Rebellion und Auflösung anließ. Den josephinischen Bestrebungen war in Beziehung auf die geistliche Verfassung in der gesammten katholischen Welt eine andere Bewegung von großer Tragweite vorangegangen. Von dem Reiche, in welchem der Jesuitenorden, der die Einheit der katholischen Christenheit und die in Alles eingreifende Herrschaft der päpstlichen Gewalt repräsentirte, am tiefsten Wurzel geschlagen, ging ein Sturm gegen denselben aus, welchem cr fürs erste erlag. Der Sturz der Jesuiten unter Papst Clemens XIV. war das gemeinschaftliche Werk der bourbonischen Höfe, welche ihren Staaten dadurch eine größere Unabhängigkeit von dem Hofe zu Rom zu verschaffen meinten. Damit trafen in diesen Gebieten mancherlei Reformversuche zusammen, die

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