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Das Recht der Uebersegung wie alle anderen Rechte sind vorbehalten.

Die Verlagshandlung.

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England ist durch die Staatsveränderung von 1688 constituirt worden, Amerika durch die Entfernung des parlamentaris schen Königsthums seit dem Jahre 1774. Nicht Frankreich allein, sondern der ganze Continent hat sich durch die französische Revolution von 1789 und in Folge der aus derselben erwachfenen Kriege neugestaltet. Daß der Kampf mit der Revolution, wie er im Jahre 1792 ausbrach, die gesammte feitdem verflossene Epoche beherrscht hat, in Wirkung und Gegenwirkung, und noch heute fortgeht, ist in Allem zu erkennen, was sich begiebt.

Die großen Weltereignisse erscheinen dem Historiker als eben so viele Probleme der Forschung und der Erkenntniß. Wie sie eintreten, rufen sie Sympathie und Antipathie in denen hervor, die daran Theil haben oder davon betroffen werden; doch pflegt sich eine Tradition zu bilden, welche die späteren Anschauungen bestimmt. Den Franzosen war es gelungen, der Auffassung der Begebenheit, die ihrer Stellung dazu entspricht, beinahe eine allgemeine Herrschaft in der Literatur zu verschaffen. Von der anderen Seite verhielt man sich schweigend; die Archive, aus denen Auskunft hätte geschöpft werden können, blieben versGlossen. In unseren Tagen ist dies Verhältniß bereits ein anderes geworden. Deutsche Historiker von Talent haben sich das Verdienst erworben, die hergebrachten Ansichten zu erschüttern und besser begründete an ihre Stelle zu seßen.

Aber ein neuer Streit erhob sich dann über den Antheil der beiden vorwaltenden deutschen Mächte, Desterreich und Preußen, an der Bekämpfung der Revolution. So widerwärtig

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derselbe erschien, so hat er doch auch wieder heilsame Wirkungen hervorgebracht. Denn durch den Tadel, der auf die österreichische Politik geworfen wurde, hat man sich in Wien bewogen gefunden, die Archive zu öffnen. Auch der österreichische Enthusiasmus fand seine Vertreter, und man entschloß fich, die Dokumente über das maßgebende Verhältniß Desterreichs zu Frankreich entweder zu publiciren, was dann in unerwartet reicher Fülle geschehen ist, oder doch dem Forscher zugänglich zu machen.

Gestehen wir ein, daß hiedurch der Stand der Frage überhaupt verändert worden ist. Die erschlossene Information er. weitert die Anschauung und giebt dem Urtheil eine feste Grundlage. Legitimistische Publicationen von französischer Seite erschienen, bei denen leider Falsches und Wahres vermischt worden, die aber doch vieles Echte aus den verschiedenen Archiven der europäischen Staaten zu Tage gefördert haben. Mir selbst war vergönnt, das preußische Archiv ohne Rückhalt durchforschen zu können, und ich habe noch einige Studien in dem österreichischen hinzugefügt. Welch eine Aufgabe aber nun, aus alle den mannichfaltigen, jeden Moment ausdrückenden, einem jeden angemessenen Urkunden, die immer das gesammte Europa umfassen, sich aber in tausend disparate Mittheilungen zerseßen, eine zusammenhängende und wohlbegründete Auffassung der großen Begebenheit zu gewinnen und festzustellen!

Ich überliefere meine Arbeit darüber dem Publikum, allerdings in dem Gefühl, daß fie unvollkommen ist, aber in der Hoffnung, die Studien über den Gegensatz der Parteien hinaus zu erheben und eine allgemeingültige Anschauung vorzubereiten.

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Analecten.

2. Bemerkung über die Mémoires tirés des papiers d'un homme

d'état..

260-268

3. Zum Vertrage vom 7. Februar 1792

268-277

4. Zur zweiten Mission Bildhoffwerders nach Wien

278-289

5. Aus der Correspondenz Schulenburgs mit dem preußischen

Ministerium ..

289-295

6. Correspondenzen bei dem Rüdzuge des Königs von Preußen

aus der Champagne

295-302

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