Page images
PDF
EPUB

Inhalts-Anzeige.

1

.

Seite I. Die Jurisprudenz des vormaligen Reichs

Kammergerichts bei Anwendung der
Reichsmünzgesetze, beleuchtet in einem

Beispiel
II. Hauptzüge der administrativen Anordnun-

gen bei dem vormaligen Reichsmünzwesen 43 IlI. Von den gesetzlichen Remedien bei dem

Münzwesen im Allgemeinen, und den ehe-
maligen deutschen und französischen,
auch jetzigen französischen Remedien
im Besonderen

· 137 IV. Erörterung des Vereins, vom Jahr 1765,

der vormaligen fünf Stände: Mainz, Trier,
Pfalz, Darmstadt und Frankfurt, mit
beigefügten, darnach erschienenen frank-
furter Münzverordnungen und vorausge-
schickten münzgeschichtlichen Momenten,
vom Anfang des 18ten Jahrhunderts her

179 V.

Erörterung des Vereins vom Jahr 1766
der vormaligen fünf Stände, Mainz ,
Trier, Pfalz, Darmstadt und Frankfurt,
mit beigefügter, darauf ergangener, frank-
furter Münzverordnung; nebst Bemer-
kungen

303

.

Seite VI. Münzgeschichtliche Momente aus dem vom

Jahr 1766 bis ins Jahr 1815 verlaufenen
Zeitraum mit Darstellung der anjetzt, in
Folge deren Tarifirung, zu Frankfurt ge-

setzlichen Umlauf habenden Geldsorten. 341 VII. Königlich Preussische Münzvalvationsver

ordnung vom Jahr 1816, sammt dazu ge-
hörigem Nachtrag; und Gesetz über die
Münzverfassung in den Preussischen Staa-
ten vom 30. Septbr. 1821, nebst darauf be-
züglicher Vergleichungstabelle. Mit eini-
gen Bemerkungen

401 VIII. Von der Verbreitung des Conventions

münzsystems und den Mitteln zur Her-
stellung der Ordnung im Münzwesen
Deutschlands überhaupt. Schluss

· 461

.

[ocr errors]
[ocr errors][ocr errors][ocr errors]

I.
Die Jurisprudenz des vormaligen

Reichs-Kammergerichts bei An-
wendung der Reichsmünzgesetze,
beleuchtet in einem Beispiel.

Dass selbst die Staatsrechtslehrer und die einsichtsvollsten Männer, welche zum Rechtsprechen berufen sind, mit einer oberflächlichen Kunde der Münzgesetze nicht auszulangen vermögen, als wodurch sie in der Lage bleiben, zur Zeit des Bedürfnisses durch Hin- und Her-Erkundigen ") Aufklärung suchen zu müssen, diese aber damit nur fragmentarisch erhalten können: dieses zu beweisen, dazu soll die hier folgende Auseinandersetzung dienen.

1) Alle Noten dieser Abhandlung folgen hinter

dem Text.

Fra g e. Im S. 31 der, mit dem Reichsschluss vom Jahr 1566 erweiterten, dritten und letzten eigentlichen allgemeinen Reichsmünzordnung vom Jahr 1559,2) kommen vor die Worte:

« bei Vermeidung einer Geldpoen

nämlich 50 Mark lötigs Golds. » Es fragt sich dabei:

Was war unter einer Mark lötigs Golds oder lötigs Silbers verstanden? und wurden die Strafmarken lötigs Golds oder lötigs Silbers vom vormaligen Reichs-Kammergericht im reichsgesetzmässigen Sinn eingebracht?

Erörterung und Beantwortung.

S. 1. Durch Mark fein (Aurum vel argentum purum seu examinatum) wurde stets das

ganz

feine Gold oder Silber, welches gar keinen Zusatz hat, bezeichnet.

Durch Marklöthig (Marca usualis) aber ward immer die, bei der Ausmünzung der Haupt-Geldsorten gesetzlich angewandte, gemischte oder rauhe Mark Golds oder Silbers verstanden.

[ocr errors]
[ocr errors]

Von der Mark löthig ist in Hofmann's altem und neuem Münzschlüssel etc., Nürnberg 1683, Th. I. S. 238, zu lesen: «und ist solche

« Mark löthig zweierlei,
«1. Generalis, die insgemein nach Art des
«ganzen Lands, dahero es bisweilen Land-
«silber genannt wird, welches (circa) an-
«derthalb Loth allezeit geringer als fein

«Silber ist.
«II. Special löthige Mark seyn, welche nach

«eines jeden Orts, Stadt oder Pflege ge«nannt werden; dieselbe seyn sehr un«gleich und an einem Ort nicht wie am «andern, und auch nicht in einer Stadt «allezeit; denn nach gleich Langheit der «Zeit haben sich die löthigen (Silber - ) «Mark verringert, und sind immer nach «und nach geringer worden (nemlich man «hat immer mehr und mehr mit Kupfer

«Zusatz gemünzt).»

Eine löthige Mark Golds oder Silbers hat aus einer Mark reinen Golds oder Silbers nur in der grauen Vorzeit bestanden, in welcher Gold und Silber, ohne absichtliche Beimischung von einigem Zusatz unedeln Metalls, gemünzt ward. In den Reichsgesetzen, welche reine oder feine Marken verstanden wissen wollten, findet man übrigens dieses deutlich ausgedrückt. Es enthält

« PreviousContinue »