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1751

foll denfelben unter der Hamburgischen Flagge niemals der geringste Unfug angethan werden. Gegeben den 26. Rebbiul Ewel 1164, welches ist der 22. Febr. 1751.

86.

ART. VI. Im Falle, da einige der Stadt Hamburg, oder deren Naufra. Unterthanen zugehörige Schiffe auf den Algierischen, oder den Algierern zuständigen Küsten, Schiffbruch leiden sollten, so soll von denselben nichts geraubt, noch das mindeste entwandt werden, auch sollen die Zollbediepte von den geborgenen Waaren keinen Zoll ver. langen, noch dem Schiffsvolke auf keinerley Weise beschwerlich fallen. Sollte es sich auch zutragen, dass an einigen, von den Algierischen Küsten entfernten Oertern, dergleichen Schiffbruch entstünde, so soll dabey auf allerley Weise hülfliche Hand geleistet, und auf die geborgenen Güter getreu Acht gegeben werden, bis selbige getrocknet und in gute Gewahrsam gebracht worden sind, auch in allen Stiicken die Pflicht einer aufrichtigen Freundschaft beobachtet werden. Gegeben den 26. Rebbiul Ewel 1164, welches ist der 22. Fe.

bruar 1751,

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ART. VII, Die Reglerung zu Algier will kelnem einzigen Armo von den unter ibre Bothmässigkeit gehörigen Schiffen, mons. es fey gross oder klein, verstatten, dass es nach irgend einem Lande, womit die Stadt Hamburg nicht im Frie. den ift, kriegerisch ausgerüstet geschickt werde, um dergestalt auf die Hamburgischen Schiffe zu capern. Gegeben den 26. Rebbiul Ewel 1164, welches ist der 22. Februar 1751,

ART. VIIT. Wenn die Hamburgischen Kaufleute einige in die Achat des Algierische Häfen eingebrachte Prisen kaufen, oder prijes. auch solcher Kauf in voller See von den Algierischen Capern, die den Feinden der Regierung etwas abgenommen haben, bewirkten, so soll von dem Augenblicke an, da das Certificat des Verkaufs von dem Reys (d. i. Schiffer), welcher ihm folche Prise fiberlaffen hat, ausgefertigt worden ist, kein anderer Algierischer Caper, den er nachher antreffen mögte, ihm fotbane Prise wieder abnehmen, sondern ihn seine Reise frey und ungehindert, samt der erkauften Prise, fortsetzen lassen.

Gege.

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Vente des

1751 Gegeben den 26. Rebbial Ewel 1164, welches ist der
22. Februar 1751,

ART. IX.
Prises Die Unterthanen von Tunis, Tripolis und Salee,
des Tw. auch andere Feinde der Stadt Hamburg rollen niemals
Hetains.

dasjenige, was sie den Hamburgern abgenommen haben,
es bestehe solches in grossen oder kleinen Schiffen, in
Sclaven oder fonftigen Effecten, in dem Algierischen
Gebiete verkaufen, oder zu Gelde machen dürfen. Ge.
geben den 26. Rebbial Ewel 1164, welches ist der
22. Februar 1751.

ART. X.
Wenn die Hamburgischen Kriegsschiffe in die Algie:
prises. rischen oder andere Häfen dieser Republik, mit dem,

was sie von ihren Feinden erbeutet haben, einlausen,
so ist ihnen solches erlaubet, auch soll ihnen frey ftehen,
ihre Prisen entweder daselbst zu verkaufen, oder sie
nach ihrem freyen Willen wieder mit sich zurück za
nehmen. Es soll auch kein Zoll von den Hamburgi-
fchen Kriegsschiffen genommen werden; und dafern fie
auch einiger Lebensmittel benöthiget wären, so sollen
ihnen solche für eben den Preis, welcben andere Na.
tionen dafür geben, ohne dass fie das mindeste mehr
dafür bezahlen dürfen, überlassen werden. Gegeben
den 26. Rebbiul Ewel 1164, welches ist der 22. Fe-
bruar 1751.

ART. XI.
Billones Wenn die Hamburgischen Kriegsschiffe auf der Ale
fagitiss. gierifchen Küste ankern, und einige Christen - Sclaven

Hamburgischer oder anderer Nationen an deren Bord
flüchten, und sich dergeftalt in Freyheit zu setzen suchen,
so mag die Regierung zu Algier folche wieder abfor.
dern lassen und die Capitainen der gedachten Hambur-
gischen Schiffe follen sodann verbunden seyn, selbige zu.
rück zu geben. Gesetzt auch, wenn dergleichen Christen-
Sclave sich heimlich davon gemacht hätte, ohne dass
man dessen gewahr geworden wäre, und er sich nach.
gehends auf der Christen Grund und Boden sehen liesse,
to follen besagte Hamburgische Schiffs - Capitaine ver-
pflichtet seyn, ihn anzuhalten und nach Algier zurück
zu senden. Dieser Artikel ist unter folcher ausdrück,
licher Bedingung geschloffen worden. Gegeben den
26. Rebbiul Ewel 1164, welches it der 22. Febr. 1751.

ART.

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ART. XII.

1751 Die Unterthanen von Hamburg rollen in Zukunft in

Exemdem Algieriscben Reiche, unter welcherley Vorwande tiondoes auch sey, weder gekauft noch verkauft, noch zu sclavage. Sclaven gemacht werden können. Es verbindet der ge. genwärtige Friedenstractat die Hamburger keineswegs, die hier jetzo zu Algier befindlichen Sclaven ihrer Nation wieder zu kaufen. Wollen sie es aber thun, so soll solches bey ihnen stehen, wann es ihnen gefallen wird, ohne dass ihnen desfalls ein Termin vorgeschrieben wird. Sie können es auch thun, wenn die Freunde und Verwandte der Sclaven etwas mit dazu beytragen, oder, zu welcher Zeit und auf was Weise es ihnen sonst am besten zutrüglich seyn mag, Des Preises halber mögen sie mit den Patronen besagter Sclaven sich ab. finden, indem sothane Patronen nicht verbunden sind, ihre Sclaven zu einem bestimmten Preise zu verkaufen. Eine gleiche Beschaffenheit hat es mit denjenigen, wel. che dem Baylik (d. i. der Regierung) oder dem Pacha, oder Privat - Personen zugehören. Wenn man denn solcher Gestalt die Hamburgischen Sclaven wieder frey. kaufen wirü, so sollen die Abgaben, oder Zölle, nach dem gewöhnlichen Gebrauche, ohne dieselben im mindesten zu erhöhen, reguliret werden. Gegeben den 26. Rebbiul Ewel 1164, welches ist der 22. Febr. 1751,

ART. XIII. Wann die Hamburgischen Unterthanen zu Algier, Succosoder an anderen, dem Algierischen Reiche zuständigen fons. Oertern Todes verfabren, so sollen die Befehlshaber, Gerichtsverwalter, oder andere an deren Stelle verordnete Personen, der Verstorbenen Güter und Effecten auf keinerley Weise fich anmassen, und im Falle die Hamburger, vor ihrem Tode, Erben eingesetzet oder ernannt haben, so soll niemand anders, als diese Erben, das geringste von der Erbschaft zu empfangen haben. Wären aber besagte Erben nicht zu Algier, so soll ihr Bevollmächtigter das Verzeichniss über des Verstorbenen sämtlichen Nachlass ausmachen, um solchen denen Erben zu übersenden, oder auf deren Verlangen damit zu verfahren, ohne dass jemand, er sey wer er wolle, jm mindesten daran hinderlich seyn dürfe. Begäbe es fich auch, dass ein Hamburger zu Algier verstürbe, ohne dass jemand bevollmächtiget wäre, die Güter des Ver.

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storbenen zu fich zu nehmen, so soll der Hamburgische Consul, pach gemachter Inventur, den Erblass bey fich bewahren, um solchen nachmals den rechtmässigen Erben ausantworten zu können. Gegeben den 26. Rebe biul Ewel 1164, welches ist der 22. Februar 1751,

Liberté

ART. XIV. In allen der Regierung Algier zugehörigen Häfen de vente follen die Hamburgischen Kaufleute durch keinerley

Zwang angehalten werden, Effecten, gegen ihren Willen, zu kaufen, sondern es soll ihnen vielmehr frey ftehen, dasjenige, welches ihnen anständig ist, an sich zu ere handeln. Es follen auch die Schiffer der Hamborgischen Schiffe nicht genöthiget werden, Ladungen einzuneh, men, noch Reisen wider ihren Willen zu thun. Ge. schäbe es, dass der Hamburgische Conful oder andere Unterthanen der Stadt Hamburg Schulden machten, die sie nicht bezahlen könnten, fo roll der Abtrag solcher Schulden von keiner andern Perfon dieser Nation gefordert werden, es wäre depn, dass einer oder der andere freywillig für den Schuldner Bürgschaft leisten wollte. Gegeben den 26. Rebbiul Ewel 1164, welches ist der 22. Februar 1751,

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ART. XV. Jurisa Wenn ein Hamburger mit einem Türken, oder Un. Midian terthanen der Algierischen Regierung in Zwistigkeit ge.

räth, fo foll der Durchlauchtige Pacha Dey und der Divan solche entscheiden, ohne dass einige andere Jurisdiction daran Theil nehmen könne. Wann aber unter den Unterthanen der Stadt Hamburg ein Streit entsteht, so foll der Consul dieser Nation allein das Recht haben, solchen zu schlichten. Gegeben den 26. Rebbiul Ewel 1164, welches ist der 22. Febrgar 1751.

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ART. XVI: Crimes Begäbe es fich, dass ein Unterthan von Hamburg poch irgend eine andere Perfon von Hamborg desfalls

mit einem Türken in Händel geriethe und zwar so weit, dass sie sich tödtlich verwundeten, oder gar einer den andern ums Leben brächte, fo foll der Schuldige nach den Gesetzen des Landes beurtheilet, und auf übliche Weise gestrafet werden. Fände aber ein Hamburger, pachdem er einen Türken getödtet hätte, Mittel, sich aus dem Wege zu machen, so soll, weder der Consul

poch

1751 die mindeste Verantwortung oder Beunrubigung zu befürchten haben. Gegeben den 26. Rebbiul Ewel 1164, welches ist der 22. Februar 1751.

ART. XVII, Von nun an und in Zukunft kann die Stadt Ham. Conful. burg einen Consul nach ihrer eigenen Willkühr zu Al. gier einsetzen. Und dieser Consul foll daselbft mit aller Sicherbeit refidiren, ohne dass er auf die mindeste Weise weder für seine Person noch Güter beläftiget werden dürfe. Er kann sich zum Dollmetscher und Mäckler auslesen wen er will, Auch stebet es ibm frey, so oft es ihm gefällt, fich an Bord der Schiffe zu be. geben; nicht weniger, zu feinem Vergnügen aufs Land zu gehen. Es foli ihm ein anständiger Ort, um seinen Gottesdienst nach dem Gebrauche der lutherischen Religion zu halten angewiesen werden; auch mag er einen eigenen Prediger, zur Ausübung folcher Religion, haben. Alle zu Algier befindliche Sclaven, lutherischer Religion, fie mögen dem Baylik (d. i. der Regierung) oder Privat. Personen zugehören, follen Freyheit haben in dem Haufe des Copluls dem Gottesdienste beyznwobnen, ohne dass der Gardein Bachy (d. i. Oberaufseher) der Sclaven oder ihr Patron ihnen daran hinderlich seyn dürfen. Gegeben den 26. Rebbiul Ewel 1164, welches ift der 22. Februar 1751,

ART. XVIII, Gott gebe, dass unser Friede fest und dauerhaft seyn Cas do möge! Sollte aber bewandten Umständen nach ein Frie- rupture, densbruch und ein Krieg erfolgen, so foll der Hamburgische Consul, der fodann zu Algier refidiren mögte, sowohl, als alle Unterthanen der Stadt Hamburg, welche dermalen im Algierischen Reiche befindlich wären, gleich wie vorbin, die Freyheit haben, daselbst zu wohnen; wie fie dann mit aller Sicherheit, so wie in Friedenszeiten, also auch im Kriege, nach ihrem eigenen WilJen von dort ziehen können, ohne dass man weder ihre Personen, noch ihre Effecten und Kleider, noch ihr Hausgefinde (gesetzt auch, dass einige, die zu Algier geboren wären, darunter seyn mägten) auf. noch an. halten dürfe. Gegeben den 26. Rebbiul Ewel 1164. welches ist der 22. Februar 1751,

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ART,

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