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VERZEICHNISS

DER

SAMMLUNGEN DES BÖRSENVEREINS

DER

DEUTSCHEN BUCHHÄNDLER.

1.

KATALOG DER BIBLIOTHEK.

LEIPZIG,

VERLAG DES BÖRSENVEREINS DER DEUTSCHEN BUCHHÄNDLER.

1885.

KATALOG

DER

BIBLIOTHEK DES BÖRSENVEREINS

DER

DEUTSCHEN BUCHHÄNDLER.

LEIPZIG,
VERLAG DES BÖRSENVEREINS DER DEUTSCHEN BUCHHÄNDLER

1885.

Vorwort.

Die erste Veranlassung zu der Gründung einer Bibliothek des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, wenn auch zunächst in sehr engen Grenzen, hat das an vielen Orten, namentlich auch in Leipzig mit grossem Enthusiasmus gefeierte vierhundertjährige Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunst im Jahre 1840 gegeben. Um eine möglichst vollständige Sammlung von Jubelschriften und Denkmälern dieser Feier, bis zu einzelnen Blättern herab, zu erreichen, erliess der Vorstand des Börsenvereins auf Anregung Friedrich Fleischer's von Leipzig am Schlusse der Ostermesse 1841 eine im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel und in vielen andern deutschen Zeitschriften abgedruckte ,,Aufforderung und Bitte“ an alle deutschen Buchhändler, Buchdrucker, Schriftsteller, Vereine u. S. W., derartige Publicationen zu dem erwähnten Zwecke, womöglich schenkweise, sonst aber auch berechnet einzuliefern. Dieser Aufforderung folgte noch ein unter dem 30. November 1841 erlassenes besonderes Schreiben an solche Firmen, welche dieser Bitte bis dahin nicht nachgekommen waren. Der Erfolg dieser Schritte war so günstig, dass ein am Sonntage Cantate 1842 aufgenommenes Verzeichniss des noch nicht Vorhandenen nur eine kleine Anzahl noch fehlender Schriften, meist von geringerem Werthe, aufführt, zu deren Erlangung ein Betrag von nur etwa 30 Thalern als ausreichend angesehen wurde. Die Eingänge wurden, soweit erforderlich und räthlich, gleichmässig eingebunden und im Börsengebäude aufgestellt.

Dieser eigentlich als selbstständig und abgeschlossen gedachte Grundstock erhielt im Jahre 1844 eine Bereicherung dadurch, dass die kleine Sammlung von Schriften zur Geschichte des Buchhandels aus dem Nachlasse des Buchhändlers J. C. St. Schmaltz in Quedlinburg auf Antrag von Dr. Gust. Schwetschke von Halle für den freilich unverhältnissmässig hohen Preis von 200 Thalern angekauft und mit der schon vorhandenen Büchersammlung vereinigt wurde.

Die Anregung dazu aber, eine wirkliche Fachbibliothek für den Buchhandel zu errichten, ist dem verdienten Leipziger Buchhändler Wilhelm Ambrosius Barth zu verdanken. Dieser hatte am 20. Februar 1843 zunächst der Generalversammlung des Vereins der Buchhändler zu Leipzig einen Plan unterbreitet, dessen Grundzüge er in einem späteren ausführlicheren Promemoria folgendermassen entwickelte. Es sollte eine allgemeine Buchhändler-Bibliothek, verbunden mit einem Fachjournalisticum, errichtet werden; sowohl der Börsenverein, als der Leipziger Verein könnten die Sache mit Aussicht auf Erfolg in die Hand nehmen. Da jeder Verleger gewiss gern ein Exemplar seiner betreffenden Verlagsartikel der Bibliothek überlassen würde, dürfte zu weiteren Anschaffungen eine mässige jährliche Summe genügen. Die Geschäfte des Bibliothekars könnte der Redacteur des Börsenblattes mit besorgen. Die Fachblätter müssten wenigstens an einem Abend der Woche in dem Vereinslocale ausliegen, um den jüngeren Buchhändlern Gelegenheit zu deren Lectüre zu geben. Der Leipziger Verein war der Meinung, es wäre mehr Sache des Börsenvereins, diese Angelegenheit in die Hand zu nehmen, und richtete ein desfallsiges Schreiben an den Vorstand desselben. Dieser lehnte aber seinerseits die Betheiligung ab, indem er die Ansicht aussprach, dass es ihm weit angemessener scheine, wenn der Leipziger Verein den Plan aus seinen eigenen Mitteln zur Ausführung bringe, um so mehr, da die Benutzung einer solchen Bibliothek doch vorzugsweise, wenn nicht ausschliesslich, den Leipzigern zu Gute kommen würde. Nun lehnte es auch Barth ab, von sich aus persönlich für die Sache einzutreten und so blieb die Anregung vorläufig ohne ein erkennbares Resultat, wenn man nicht annehmen darf, dass der in der Cantateversammlung 1844 gefasste, oben erwähnte Beschluss, die Schmaltz’sche Sammlung anzukaufen, doch einigermassen dadurch beeinflusst worden ist.

Jetzt aber kam der Vorstand des Börsenvereins auf ein früheres Anerbieten des Leipziger Vereins zurück, wonach dieser sich bereit erklärt hatte, die schon von ihm selbst angelegte, weit bedeutendere Büchersammlung an den Börsenverein abzutreten. So kam dann die Bibliothek des Börsenvereins, wahrscheinlich im Sommer des Jahres 1844, in Besitz des grössten Theils der nach weiteren Gesichtspunkten angelegten des Vereins der Buchhändler zu Leipzig. Sie wurde dadurch inhaltlich bedeutend erweitert und besonders auch durch eine grössere Anzahl buchhändlerischer Zeit

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