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Der Unterzeichnete ergreift mit Vergnügen diere Beranlassung, um den Herren Bevollmächtigten die Vers ficherung seiner ganz vorzüglichen Hochachtung zu erneuern. Wien den 7. Februar 1815.

Graf von Münster.

IX.

Note der königlich s preussischen Bevollmächtigten an

den faiserlich 8 fireichischen ersten Bevollmach. tigten, Herrn Fürften von Metternich, betrefs fend eine Einladuug an die - 32 vereinigten teut, schen unabhängigen Fürsten und freien Städte, ben. Eonferenzen über die teutschen Angelegenheiten durch eine Deputation beizuwohnen, datirt Wien den 4 Febr. 1815.

Des Herrn Fürsten von Metternich fürstliche Gnas den werden unstreitig die Note empfangen haben, in welcher die Bevollmachtigten der teutschen Fürsten und Stån. de unterm 21. Dec. darauf antragen, daß der teutsche Congreß nunmehr baldigst moge er&finet, und auf dema felben die Gegenstände der fünftigen teutschen Verfassung mittelft freier Berathung und Beschlußnahme, verhandelt werden.

Die Unterzeichneten haben bereits dem Herrn Fürstent: von Metternich mindlid ihren lebhaften Wunsch geđuss sert, daß nunmehr die Angelegenheit der teutschen Verfaffung wieder in Berathung genomment werde, und sie werden sich die Ehre geben, Sr. fürstlia

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chen Gnaden unverzüglich diejenigen Vorarbeiten mit: zutheilen, welche sie zu diesem Entzweck entworfen haben. Sie sind aber zugleich der Meinung, daß wenn es bis. her Gründe geben konnte, aus welchen eine Berathung unter wenigern Fürsten vorgezogen wurde, diese je ßt, wo sich die Gesinnungen deutlicher und auf eine in rehr vieler Rücksicht erfreulichere Weise ausgesprochen, und manche von einander abweichende Ansichten ausgeglichen haben, hinwegfallen.

Sie hagen daher die lebhafte Ueberzeugung, daß, im gegen w årtigen Augenblicke, das Zusammenw i Ľs ten aller teutschen Fürsten und Stände nur wohlthåtig für den Erfolg renn könne, und fie důrfen mit Recht voraussetzen, taß auch dem kaiserlich. 8 ftreich is den Hofe, wie dem ihrigen, vorzüglich daran gelegen ist, die Verfassung, welché ganz Deutschland aufs neue innig vereinigen soll, mit so viel miglich in allen Puncten über einftimmenden Me is nungen hervorgehen zu lassen, und ihr dadurch eine ned) wårmere Theilnahme ihrer fünftigen Mitglies der zuzusichern.

Die Unterzeichneten stimmen daher mit voller Uebers zeugung dafür, daß von dem Augenblicke an wo die Berathungen über die künftige teutsche Verfassung wie. der anheben werden, auch diejenigen teutschen Fürsten und Stånde, welche bisber keinen Theil daran genommen haben, eingeladea werden mo gen, denselben durch eine von ihnen felbft gewahl: te und mit gehöriger Vollmacht versehene Deputation (da wohl nur durch dieses, in der Note der Fürs ften bereits angedeutete Mittet Berathschlagungen unter einer so großen Anzahl von Bevollmächtigten möglich was re) beizutreten.

Indem fie den Herrn Fürsten von Metternich erges benst ersuchen, ihnen hierüber auch die Meinung des kaiserlich. 8 streichischen Hofes baldigst mitzutheilen, benußen sie diese Gelegenheit ze. bien den 4. Febr. 1815.

Fürst v. Hardenberg. Frhr. v. Sumboldt.

X.

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A n t wort des kaiserlich, óftreichisden ersten Bevollmächtigs

Herrn Fürsten von Metternich, auf vors stehende Note der königlich - preurriro en Bes volmachtigten, datirt Wien den 9. Febr, 1815.

Der Unterzeichnete hat die Ehre gehabt, die Note zu erhalten, welche die kêniglich - Preussischen Herren Bevollmächtigten am Congreß, am-4. 8. M., an ihn, in Beziehung auf die teutschen Angelegenheiten, erlassen haben. Er theilt mit denselben vollkommen den Wunsch, daß an der Begründung der künftigen teutschen Verfas. fung ohne weitere Verzdgerung gearbeitet werden møge, und es bedarf wohl keiner neuen Versicherung seiner Seits, um die aufrichtige und lebhafte Theilnahme reis nes allerhöchsten Sofes an diesen wichtigen Angelegenhei. ten an den Tag zu legen.

Was die Zuziehung derjenigen Fürsten und Stande, welche bisher an den Berathungen keinen Theil ges nommen haben, betrifft, so ist unterzeichneter überzeugt, daß eine Zusammenwirkung aller teutsden Stå na die zur Erreichung des gemeinschaftlichen Zwecks, nåm. lich einer dem. Bedürfniß aller teutschen Staaten entspres

chenben Verfassung, nicht nur möglich, sondern uns bedingt nothwendig ren, so wie auch sein allers héchster Hof die einstweilige Berathung zwischen den måchtigeren Stånden nur als eine Vorbereitung in dieser Angelegenheit von jeher angesehen hat.

Indem der Unterzeichnete den von den königlichs preuflischen Bevollmächtigten in Ihrer verehrlichen Note vom 4. d. M. angekündigten Vorschlägen mit Vergnügen entgegensieht, benußt er diese Gelegenheit, Ihnen die Versicherung seiner aufrichtigen Hochachtung zu erneuern. Wien am 9. Februar 1815.

Fürst von Metternich.

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XI. Rechtsverwahrende Vorstellung und Bitte der durch die rheinische Bundesacte, verschiebenen

teutschen Kurfürsten und Fürsten als Standess herren untergeordneten vormaligen regierenden reichsståndifchen Fürsten und Grafen, betreffend ihre Wiebereinsetung in die ihnen entzogenen Rechte, und ilyre Zuziehung zu der Berathschlas gung über die fünftige teutsche Bundesverfassung, batirt Wien, den 30. Januar 1815.

Je näher der Zeitpunkt heranrückt, wo dem teuts schen Volke die ernste Frage geldset werden soll, welchen Preis das Blut seiner Sohne, die Thränen reis ner Witwen und Waisen geflossen, so mancher (chine Theil des Privatvermögens auf dem Altar des Vaterlandes geopfert worden! - desto gespannter muß auch

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die Erwartung des hohen Adel 8 von Teutschland renn, welcher ein unbegreifliches Verhängniß bis hierhin, bei dem tadellosesten Benehmen, bei den rechtlichsten Ans sprüchen, - von dem Genuffe der so lange ersehnten verfassungsmåsigen Freiheit grausam zurücftieß.

Nicht, daß er an seiner gerechten Sache verzweifel.

diese wird am Ende doch siegert! - aber weil er mit Erstaunen wahrnimmt, daß das System der U tis terjo chung und Defpotie, im Ungefichte der Mos narchen, welche Gerechtigkeit und Befreiung verkündigt baben, fich immer freier und lauter ausspricht.

So scheinen einige landståndifche Verfassung Ba Entwürfe, welche eine gewisse Publicitåt erhalten has ben, in ihrer Tendeniz, geradezu und ganz bestimmt eben erwähnten laut ausgesprochenen gerechten Grundsätzen unrechtlich entgegen gesegt; ro sind die fortwåhrenden ungeregelten und ausfa ugenden Steuersne ftemé, die gezwungenen, mit außerster Hårte eins getriebenen Anleihen; so der empörende Mißbrauch der Militärgewalt, in der Abgabe teutscher Sohne an fremde M & chte, in einem Augenblicker wo-langjährige und blutige Kriege die Bevślkerung Teutschs lants ohnehin so sehr vermindert haben, willkührlich und unerträglich; und dieses während die hochften verbünde. ten Mächte sich hier versammelt haben, um die Wiüführ des Despotismus aus Teutschland zu verbannen, und die Gerechtsame eines jeden Standes durch Entwerfung einer gerechten und dauerhaften Verfassung zu sichern.

Diefe und mehrere andere factische Erscheinungen sind unerklärbar, wenn nicht die AecessionsVerträge als Bes schånigungsgrund für diefelben angeführt werden wollten. @ie find eben so große Mißbeutungen des wahren Sins

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