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von der allgemeinen Conftitution die Bestimmung ihres fünftigen Sdicksals zu erwarten.

Indem also der Unterzeichnete die Versicherung der tiefsten Ehrerbietung erneuert, entledigt er fich jeßt des Auftrags, um eine beruhigende Verfügung über diefe eben ro folgenreiche als dringende Angelegenheit, wieder, holt auf das allerangelegentlichste zu bitten. Wien, den 27. Febr. 1815.

$. v. Gårtner.

Beilage.

Dem Serrn Fürsten Carl Ludwig von Hohenloher fangenburg wird auf die Eingabe vom 3. d. M. zu erkennen gegeben, daß dem Gesuch des Herrn Fürsten um Mittheilung der in dem königlichen Manifest berührten Grundzüge einer fåndischen Verfassung aus dem Grunde von Seiten des töniglichen Ministeriums nicht Statt gegeben werden könne, weil dieser, der weis tern Bearbeitung einer besondern Commission übergebene, noch nicht definitiv genehmigte Entwurf den køniglichen Ministerien noch nicht communicirt worden ist, daß aber vor Erófinung der Verhandlungen in der Ståndevers sammlung, dert Stånden die Bestimmungen der künftigen Verfassung werden offentlich bei kannt gemacht werden.

Da fomit den Mitgliedern der Stånde Versammlung, son ben durch fie zu dibernehmenden Obliegenheiten zur gehårigen Zeit die Eröffnung gemacht werden wird; ro wünscht das kønigliche Ministerium des Innern einer bear

stimmten Unzeige von dem Erscheinen des Herrn Fürsten entgegensehen zu können. Stuttgart, den 9. Febr. 1815. Königliches Ministerium des Innern.

Graf von Reifd a ch. Dem Herrn Fürsten Carl Ludwig von Hohenlohelangenburg.

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Note bes bevollmachtigten Abgeordneten vieler teutschen

fúrstlichen und gráflichen Häufer ac. 2c. Herrn Geheimen Raths von Gärtner, an die Herren Bevollmächtigten der allerhöchsten verbún. deten Mächte, betreffend zwei königlio, wits tembergische Erklärungen, wegen Einführung landståndischer Verfassung; datirt Wien den 5. März 1815. Mit zwei Beilagen.

Der Unterzeichnete hat bereits in mehreren Notent die peinliche Lage ehrfurchtvol vorgestellt, in welche vies le reiner Herren Committenten durch die, in ihren Grunds zugen bekannt gemachte, und am 15. März beretts zur Ausführung bestimmte landståndische Verfassung von Wirtemberg verreßt worden sind.

Um eines Theils die unverleßliche Ehrfürcht für die zu Regeneration der Verfassung des teutschen Vaterlaris des hier vereinten, allerh&dysten Mächte zu bethätigen, und um anbern Theils jeden Schritt zu vermeiden, wel. cher Stoff zu Mifdeutungen oder zu beuaruhigenden

Folgerungen Darbieten könnte, hat der Unterzetchnete,

! Namens seiner Serren Committenten, mehrmal bereits um desfalfige VerhaltungsVorschrift gebeten.

Die von Sr. Majeftåt dem König von Wirtem. bergi durch das Ministerium des Innern an die Fürs sten von Hohenlohefangenburg und Hohenlos he Jagstberg inzwischen erlassenen, hier anliegenden Verfügungen, find aber von solchem auffallenden

Inhalte, daß der Unterzeichnete fich einer ausführlichen Heusserung darüber enthalten zu müssen glaubt. Er bes schränkt sich also darauf, zu bemerken, daß dieselben los wohl mit der eigenen Neusserung Sr. Majestät des Ks. nigs, in der am 11. Jänner dieses Jahrs im Staats. rathe gehaltenen Rede, als auch mit Art. 6 des Pariser Friedens, und mit dem ganzen Zweck des teutschen Staa, tenBundes, geradezu in Widerspruch stehen.

Indem demnach unterzeichneter um gerechte Beher: gigung der eben so schuldlosen als bedrängten Lage seiner Herren Committenten wiederholt auf das inståndigste bittet, stellt er lediglich dieser allerhschfien Beherde ans heim, was Sie bei diesen Verhältniffen, zu Behaup. tung Ihrer Würde, in Ihrer Weisheit zu beschließen rathsam finden wird. Wien, den 5. März 1815.

Fr. v. Gärtner.

Beilage n.

Num. J.

Bei dem køniglichen Ministerium des Innern lief das Schreiben des Herrn Fürsten von Hohenlohes fangenburg, die bedingte Erklärung betreffend, un

, ter welcher derselbe bei der hiernächst zu erfffnenden

+

Ståndeversammlung allhier erscheinen zu tfnnen sich ben. glaubigt, richtig ein, und der Unterzeichnete versäumte es nicht, dem König seinem Herrn dasselbe pflichtmåfig dor Augen zu legen.

Er wurde sofort beauftragt, dem Herrn Fürsten zu eröffnen, daß man sich auf Reservationen so wenig, wie auf vorläufige Versicherungen einlassen kønne ; der Zwed der Zusammenberufung der Stände auf den 15. März ren zunächst, die Verfassungsurkundé erst zu publiciren; von einer Berch w srung derselben von Seiten der Stande, fen nicht die Rede, und fonts ne diese Voraussetung nur auf einer mißverstandenen Auslegung der in dem Manifest fich darauf beziehendent Stelle beruhen. In der Hauptsache aber ren ber Herr Fürst ganz irrig daran, zu glauben, daß die Wiener Verhandlungen in dem für die teutschen Angelegenheiten statt findenden Comité, irgend einen Einfluß auf die Bestimmung der Verfassung im I na nern der souverainen Staaten Deutschlands, oder der Verhältnisse zwischen dem Souverain und unters Yhanen, haben werden. Alle darauf zielenden directen und indirecten Schritte, um einen solchen Einfluß her: vorzubringen, regen, als dem Zweck und dem Gegens stand der Geschäfte des Comité entgegen, von der Hana geivieren worden.

Der Pariser Tractat, als die einzige Richtschnur für das Comité, bestimmen einzig und allein die Festa segung des lien fédératif zwisdhen den souverainen Staas ten Teutschlands, in Beziehung auf die duffern Vers håltniffe und unter fich, zum aussdliessenden Zweck reis ner Verhandlungen. Dadurch wurden alle übrigen Ges genstånde fremdartig und davon ausgeschlossen. Von eis ner Einmischung zwischen Herrn und unter

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thanen; fonne insbesondere aber um so weniger die Nede renn, als Sr. Majestät Ihre vorhin schon auges mein anerkannte Souverainetåt durch feierliche Staatsverträge mit såm infliden alliirten måchten, und durch den Pariser Tractat selbst garantirt worden rey: auch wurden Sr. ténigliche Majestät eine solche unbefugte Einmischung in keinem Falle dul, den, und sich hierauf eben so wenig einlassen, als sich Gereße oder Bedingungen vorschreiben lassen.

Durch Verleihung einer Viril Stimme, für seine Person sowohl als seine Familie, båtten Sr. Majestát dem Herrn Fürsten einen gewiß sdházbaren Vorzug ein. zuräumen die Absicht gehabt. Wolle nun der Herr Fürst, aus Mißverstand oder Nichtanerkennung des Werths der Landstandschaft, davon keinen Gebrauch machen, so håns ge es lediglich von ihm ab, bei dem Act der Constituis rung der Stånde nicht zu erscheinen; Sr. Majeftåt hiels ten aber die pers8nliche Anwohnung bei dieser Handlung für wesentlich nothwendig, und wer sich davon entfernt halte, hätte für sich und seine Familie die sich von selbst ergebenden Folgen zu erwarten. Stuttgart den 19. februar. 1815.

Ministerium des Innern.

Graf von Reisch ach.

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Nunt. II. Das Antwortschreiben des Herrn Fürsten von $0. henlohe Jagstberg vom 13. d., wodurch das demsel. ben übertragene Präsidium bei der Ståndeversamms lung abgelehnt wird, hat der Unterzeichnete, seiner Pflicht gemäß, dem König reinem Herrn zur Einsicht vorgelegt, und sofort den Aufirag erhalten, dem Herrn Fürsten zu erwiedern, daß, indem Se. königlidje Majeståt demsels ben, und für seine Branche, feine Viril Stimme

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