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de 8

Wiener Congrefres

in

den Jahren 1814 und 1815.

Herausgegeben

pon

D. Johann Ludwig Klüber
großherzoglio badischem Staats- und Cabinetsrath u.

BIBLIOTHEK

DER
ALLG:ZEITUNG

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Denkschrift über den Büchernachdrud; zugleich Bittschrift um Bemürkung eines teutschen Reichsgesekes gegen denselben. Den Erlauchten, bei dem Congreß zu Wien versammelten Gesandten teut: scher Staaten ehrerbietigst überreicht im

Namen teutscher Buchhändler.

Die

Ercellenzen! ie ungemeine Wichtigkeit der Angelegenheiten, welche, auf dem so lange ersehnten Congresse zu Wien, der Weiss heit I. I. Erc. Erc. zur Berathung und Entscheidung über lassen seyn werden, ist wohl kein Hinderniß, daß nicht auch ein anscheinend sehr untergeordneter, aber für Deutschlands GeistesCultur nicht weniger, als für einen Zweig, seines Handelsverkehrs, erheblicher Gegenstand Ihrer Aufmerksamkeit empfohlen werden dürfte.

Unterzeichnete wagen es daher, im Namen des mit der teutschen Gelehrten Republik in enger Verbindung stes henden teutschen Buchhandels, gegenwärtige Denkschrift über die Unrechtmäßigkeit des, zwar längst durch die öf= fentliche Stimme verrufenen, aber in den verschiedenen Staaten Deutschlands bisher noch nicht gesteuerten Büchernachdrucks Shro Ercellenzen vertrauensvoll vorzulegen, und von Ihnen die Abfassung eines für ganz Deutsch Acten d. Congr. IV. Bd. 1. Heft.

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land verbindenden Geseßes zur Steuerung desselben zu erwarten. Die wir ehrfürchtsvol verharren Ihro Ercellenzen

unterthänigste Diener Dr. Friedrich Justin Bertuch, aus Weimar, Dr. Johann Georg Gotta, aus Stuttgardt, Johann Friedrich Hartknoch, aus Leipzig, Paul Gotthelf Kummer, aus Leipzig, Carl Friedrich Enoch Richter, aus Leipzig, Friedrich Christian Wilh. Vogel, aus Leipzig,

als dermalige bevollmächtigte Deputirte

der teutschen Buchhändler.

In einem Augenblicke, wo Recht und Humanität ihren schönsten Sieg feiern, wo die Edelsten der Nation versammelt sind, um die Wunden des Vaterlandes zu heilen und auf gerechter Wage jedem Volke, jedem Stans de zuzuwiegen was ihm gebührt; in diesem feierlichen Augenblicke treten die teutschen Schriftsteller und Buchhändler mit Zuversicht vor den Areopag, uin ein, in ganz Deutschland gültiges Gesetz gegen den Büchernach bruck zu erbitten, der schon so lange dem Gelehrten die Früchte seines Fleißes verkümmert; der ihm den Muth raubt, da zu säen, wo lauernde Fremdlinge erndten; der ihn oft durch Sorgen von einer Geistesarbeit abzieht, die feiner Wittwe, feinen Waisen feine Ersparniß lies fern wird; der des redlichen Buchhändlers wohlerworbes nes Eigenthum freventlich antastet; der ihn von jeder wichtigen Unternehmung zurück scheucht und dadurdy mits telbar die Künste und Wissenschaften unterdrückt.

Es ist Friede! ohne Furcht vor Kaperschiffen darf nun der Kaufmann wieder seine Waaren dem Ocean vers trauen; foul denn allein gegen Schriftsteller und Verles ger ein ewiger Raubkrieg fortgesetzt werden dürfen?

nach dem fünften Artikel des, zwischen den hohen verbündeten Mächten und Frankreich, abgeschlossenen Fries den, ist der regenreiche Congreß zu Wien bestimmt, das Verfehr zwischen den Völfern zu erleichtern und sie, Eis nès dem Andern, immer weniger fremd zu machen. Diese Erleichterung, diese Annäherung, durch Befreiung der schiffbaren Ströme, wird nicht minder befördert durch Sicherstellung der Eigenthumsredyte. Darum hoffen wir mit Zuversicht, daß der Congreß weder unter seiner Würde, noch abweichend, von seinem Auftrage es finden werde, einen 6. genstand zu berücksichtigen, der das höchste Interesse, nicht blos einer, unter allen cultivirten Nationen geachteten Menschenclasse, sondern zugleich das dieser Nationen selbst berührt.

Die Frage ist: ob ferner erlaubt seyn rolle, baß ein Bürger eines teutschen Staates das, von dem Bürger eines andern teutschen Staates rechtmäßig erworbene Eis genthum sich zueigne?

Oder die Frage ist: ob irgend einer Regierung im Frieden das Recht zustehen folle, ihren Unterthanen zu verstatten, fremden Unterthanen Schaden zuzufügen?

Ehe die gewünschte Entscheidung dieser Fragen er: folgen kann, muß allerdings die Untersuchung vorauss geben:

Ob das Verlagsrecht des Buchhändlers würflich ein Eigenthumsrecht zu nennen fey? und

Ob ihm durch den Nachdruck Schaden zugefügt werde?

Worauf gründet sich aber das Verlagsrecht des Buchhändlers ? Einzig auf den, mit dem Verfasser des Buches abgeschlossenen Vertrag, durch welchen ihm, unter gewissen Bedingungen, die Handschrift überlassen wordent?

Ob der Schriftsteller dazu ein Recht habe, wird wohl Niemand bezweifeln, denn welches Eigenthum ist

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