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Diese letztern müssen sehr ansehnlich seyn, wenn auf den Toscanischen Antheil am Hochstifte 400,000 Fl. Einkünfte fallen sollen, wie der D. Z. annimt. Es ist bekannt, dafs Joseph das Bisthum stark bezwackte, mir aber unbekannt, ob etwa das Entzogene wieder zurückgegeben worden ist. *)

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Das Ganze bildet zwar kein Toscana, kein Paradies im Paradiese, aber doch eins der ansehnlichern Deutschen Fürstenthümer, das den Mangel der Annehmlichkeit durch Erhabenheit der Natur ersetzt, und dem nur die völlige Zuründung fehlt. Die Bedingung, keine neuen Festungswerke im Eichstädtischen anzulegen, ist billig, in so fern man diesen ganzen neuen Staat für eine Oestreichische Besitzung ansieht, und wird durch Passau völlig ausgeglichen.

C. In den Beylagen zur Denkschrift,

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*) Was ich in m. Erl. des ersten Plans (S. 25) vermuthete, dafs der Ersatz für Mühldorf von den Freysingischen Gütern im Oestrei chischen genommen werden sollte, das steht hier ausdrücklich.

welhe der Erzherzog Ferdinand, eventuel. ler Nachfolger des Herzogs von Modena, in dessen Namen der Deputation übergeben liefs, wird der Flächeninhalt der verlohrnen Italienischen Staaten nicht angegeben, die Volksmenge aber nach den letzten Zählungen auf 380,000 Seelen bestimmt, und die Einkünfte auf 6,400,000 Modenesische Livres, und mit einer schon abgeschlossenen Erhöhung der Generalpacht von 600,000 Livres, überhaupt auf 7 Millionen berechnet, welche, den Livre zu 9 Kr. angeschlagen, 1,050,000 Gulden Wiener Währung oder 1,260,000 Fl. Rhein. betragen. Die Gröfse des Entschädigungslandes wird ebenfalls mit Stillschweigen übergangen, und dagegen die Seelenbeschreibung des Breisgauischen Bezirks 1797, vermöge deren die Volksmenge 168,112, und nach Abzug des linken Rheinufers (Frickthals) noch 150,791 Seelen betrug, und ein Summarium über den ganzen reinen Ertrag des Oestreichischen Breisgau mitgetheilt, nach welchem derselbe nicht mehr als 125,663 Fl. 58 Kr. Rh. ausmacht. Demnach hätte der Herzog nur den zehnten Theil

seiner verlohrnen Einkünfte wieder érhalten. Allein bey genauer Ansicht erheben sich fol gende Bedenklichkeiten: 1) Von den Modenesischen Einkünften sind zwar die Erhebungs- Kosten, wenigstens bey den Pachten, aber zuverlässig nicht die Kosten der Staatsverwaltung, der Regierung in allen ihren Zweigen, abgezogen; 2) von Modena sind die sämtlichen Einkünfte, weil nur Eine Hauptcasse im Lande war, verrechnet; dagegen scheint 3) jenes Summarium sich nur auf die sogenannten Kammer-Einkünfte zu beziehen, welche unmittelbar und allein zur Disposition des Landesherrn sind. Der Landschafts-Casse, aus welcher ein grofser Theil der Staatsausgaben bestritten wird, ist hier gar nicht gedacht. Und 4) von den KammerEinkünften sind hier schon alle auf die Kammer angewiesene Ausgaben abgezogen, so dafs hier nur der reine Ueberschufs, der nach Wien oder in die Casse des Regenten kommt, d. h. nach Abzug aller Administrations- und Landes-Ausgaben, zu verstehen ist. Endlich 5) ist nirgends klar, ob unter dem Breisgau in beyden Tabellen auch die Ortenau zu ver

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stehen sey, und es ist desto unwahrschein licher, da die Finanztabelle schon am 4ten May 1801 dem Herzoge mitgetheilt wurde, zu welcher Zeit von der Ortenau noch nicht die Rede war. In diesem Falle würde die Ortenau doch beynahe das linke Rheinufer ersetzen. Nimmt man alle diese Umstände zusammen: so möchte sich das Verhältnifs zum Vortheile des Breisgaues sehr ändern, der Herzog aber doch immer noch um mehr als die Hälfte verkürzt bleiben. Man hätte daher desto sichrer erwarten sollen, dafs man dem Herzoge die unter seiner Hoheit stehenden Stifter und Klöster, nach dem Beyspiele fast aller andern Entschädigungslande, nicht entziehen würde, wodurch sich der reine Ueberschuls mehr als verdoppelt hätte. Doch ist ihm, seiner Berufung auf zwey Friedensschlüsse und auf den in der Deputation wiederholt aufgestellten Grundsatz ohngeach tet, der Johanniter - Orden aufgedrungen. Dazu kommt, dafs der Herzog in Italien anständige Residenz- und Lustschlösser hatte, wovon sich hier gar nichts findet. Eine sehr strenge Büfsung für eine sehr natürliche Be

günstigung der Oestreicher. Nicht nur als Blutsfreund' Oestreichs, sondern auch als Vasall des Deutschen Reichs war der Herzog entschuldigt, wenn er, dem ihm abgezwungenen Frieden zuwider, den Oestreichern einige Vortheile gewährte. Der neue Be

sitzer des Breisgau wird übrigens Deutscher Reichsstand mit 2 Fürstenstimmen,

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Dem Churfürsten von Pfalzbaiern für die Rheinpfalz, die Herzogthümer Zweybrücken, Simmern und Jülich, die Fürstenthümer Lautern und Veldenz, das Marquisat Bergopzoom, die Herrschaft Ravenstein und die übrigen in Belgien und im Elsafs gelegenen Herrschaften: das Bisthum Wirzburg unter den hernach vorkommenden Ausnahmen; die Bisthümer Bamberg, Freisingen, Augsburg, und das von Passau; mit Vorbehalt dessen, was §. 1. dem Erzherzoge Grofsherzoge davon bestimmt ist; nebst der Stadt Passau, derselben Vorstädten, und

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