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§ 1.

Für die Erlangung der Konzession zur Vermittlung von Stellen und Dienstplägen nach dem Auslande wird nebst den im § 21 a der Gewerbeordnung vorgezeichneten Bedingungen erfordert, daß der Bewerber ein von der zuständigen landesfürstlichen Polizei, beziehungsweise politischen Bezirksbehörde bestätigtes Zeugnis über eine zur Ausübung der an gesuchten Konzession befähigende und in jeder Bezieh ung unbeanständet gebliebene praktische Verwendung vorweist.

Überdies wird für die Erlangung der Konzession erfordert, daß sie in einem Orte, wo eine politische Bezirks- oder landesfürstliche Polizeibehörde ihren Siz hat, ausgeübt werde.

§ 2.

Jeder Inhaber eines konzessionierten Dienst- und Stellenvermittlungsgewerbes, der nach seiner Konzes= sion zur Vermittlung von Dienst- und Arbeitsstellen

Arbeitgebern schriftlich erhaltenen Vermittlungsaufträge vornehmen.

§ 6.

Dem Konzessionsinhaber ist es untersagt, Vertragsabschlüsse nach dem Auslande zu vermitteln, durch welche die dienst- oder stellensuchende Person sich mit den Einwanderungsgesehen des betreffenden fremden Staates in Widerspruch sehen würde.

§ 7.

Dem Konzessionsinhaber ist es untersagt, öffentlich oder durch Verbreitung von Schriften und Druckwerken zur Auswanderung aufzufordern oder anzueifern oder hiezu durch andere auffordern oder aneifern zu lassen.

§ 8.

Die Konzession für die Vermittlung von Stellen nach dem Auslande berechtigt ist, hat außer den Vor- und Dienstplägen nach dem Auslande ist in der Regel schriften der Ministerialverordnung vom 6. August nur auf Widerruf zu erteilen.

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Bei Vermittlungen nach dem Auslande sind die Kundmachung des Finanzministeriums

dienst- oder stellensuchenden Personen über den Namen und Wohnort des Dienst- oder Arbeitgebers, über den Ort und die Art der zu leistenden Arbeit und über die Reise nach dem Arbeitsorte genau aufzuklären.

§ 5.

vom 7. Mai 1908,

betreffend die Errichtung einer Erpofitur des königlich ungarischen Hauptzollamtes Budapest im Etablissement der Anton Dreherschen Bierbrauereiaktiengesellschaft in Budapest

(Köbánya).

Vermittlungen von Stellen und Dienstplätzen nach dem Auslande, bei welchen zwischen dem Arbeitnehmer und dem Vermittler lediglich mündliche Ver- Laut einer Mitteilung des königlich ungarischen einbarungen getroffen werden, darf der Vermittler nur | Finanzministeriums wurde im Etablissement der auf Grund und nach Maßgabe der von bestimmten Anton Dreherschen Bierbrauereiaktiengesellschaft in

Budapest (Köbánya) eine Expositur des königlich | Grund besonderer Bewilligungen im entleerten ungarischen Hauptzollamtes in Budapest errichtet, in Zustande zollfrei zurücklangenden Flaschen gehört. deren Wirkungskreis die Austrittsbehandlung der aus Diese Expositur trägt den Namen „Königlich den Etablissements der Anton Dreherschen Bier- ungarische Zollexpositur im Köbánya-er Etablissement brauereiaktiengesellschaft“, der „Ersten Ungarischen der Anton Dreherschen Bierbrauereiaktiengesellschaft Aktienbierbrauerei“ und der „Bürgerlichen Bier- Budapest" und hat ihre Tätigkeit' am 1. April 1908 brauereiaktiengesellschaft“ in Budapest (Köbánya) zum bereits begonnen.

Exporte gegen Steuerrückvergütung angemeldeten
Biersendungen und die Ausgangsvormerkung der auf

Korytowski m. p.

Bahrgang 1908.

Reichsgesebblatt

für die

im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder.

XLVI. Stück.

Ausgegeben und versendet am 22. Mai 1908.

Juhalt: (No 99 und 100.) 99. Zujazakte zum Vertrage vom 5. März 1902, betreffend die Zuckergesetzgebung. 100. Protokoll, betreffend den Beitritt Rußlands zum Zuckervertrage.

99.

Busahakte vom 28. August 1907 zum Vertrage vom 5. März 1902, betreffend die Zuckergesetzgebung.

Abgeschlossen in Brüssel am 28. August 1907, von Seiner k. u. f. Apostolischen Majestät ratifiziert zu Wien am 8. Februar 1908.)

Nos Franciscus Josephus Primus, divina favente clementia Austriae Imperator; Apostolicus Rex Hungariae, Rex Bohemiae, Dalmatiae, Croatiae, Slavoniae, Galiciae, Lodomeriae et Illyriae; Archidux Austriae; Magnus Dux Cracoviae; Dux Lotharingiae, Salisburgi, Styriae, Carinthiae, Carnioliae, Bucovinae, superioris et inferioris Silesiae; Magnus Princeps Transilvaniae; Marchio Moraviae; Comes Habsburgi et Tirolis etc. etc.

Notum testatumque omnibus et singulis, quorum interest, tenore praesentium facimus:

Cum ad supplendam, Bruxellis die quinto mensis Martii anno millesimo nongentesimo secundo, de sacchari commercio internationali subsignatam conventionem, cum pluribus potentatibus conventio addititia Bruxellis die vigesimo octavo mensis Augusti anno millesimo nongentesimo septimo inita et signata fuit, tenoris sequentis:

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Convention du 5 mars 1902 relative au Vertrage vom 5. März 1902, betreffend régime des sucres. die Zuckergesetzgebung.

Les Gouvernements de l'Allemagne, de Nachdem die Regierungen Deutschlands, P'Autriche et de la Hongrie, de la Belgique, Österreichs und Ungarns, Belgiens, Frankde la France, de la Grande-Bretagne, de reichs, Großbritanniens, Italiens, des Großl'Italie, du Grand-Duché de Luxembourg, herzogtums Luremburg, der Niederlande, des Pays-Bas, du Pérou, de la Suède et de la Perus, Schwedens und der Schweiz übereinSuisse s'étant mis d'accord pour conclure un acte gekommen sind, eine Zusahakte zum Vertrage vom additionnel à la Convention du 5 mars 1902, 5. März 1902, betreffend die Zuckergeschgebung, relative au régime des sucres, les soussignés, à ce abzuschließen, haben die hiezu gehörig ermächtigten dûment autorisés, sont convenus de ce qui suit: Unterzeichneten folgendes vereinbart:

Article premier.

Les Etats contractants s'engagent à maintenir la Convention du 5 mars 1902 en vigueur pendant une nouvelle durée de cinq ans, qui prendra cours le 1er septembre 1908.

Artikel 1.

Die vertragschließenden Staaten verpflichten sich, den Vertrag vom 5. März 1902 auf eine weitere Daner von fünf Jahren vom 1. September 1908 angefangen aufrechtzuerhalten.

Toutefois, il sera loisible à chacun d'entre eux Jedoch soll es jedem von ihnen freistehen, vom de se retirer de la Convention à partir du 1er sep-1. September 1911 ab nach einjähriger Kündigung tembre 1911, moyennant préavis d'un an, si, dans von dem Vertrage zurückzutreten, wenn die ständige la dernière réunion tenue avant le 1er septembre Kommission bei ihrem leßten Zusammentritte vor dem 1910, la Commission permanente a, par un vote 1. September 1910 mit Mehrheitsbeschluß entschieden de majorité, décidé que les circonstances comman- haben wird, daß die Umstände es gebieten, den dent de laisser cette faculté aux États contractants. vertragschließzenden Staaten dieses Recht einzuräumen.

Pour le surplus, les dispositions de l'article 10 de la Convention précitée du 5 mars 1902 concernant la dénonciation et la tacite réconduction resteront applicables.

Article 2.

Par dérogation à l'article premier, la GrandeBretagne sera dispensée, à partir du 1er septembre 1908, de l'obligation inscrite à l'article 4 de la Convention.

Im übrigen sollen die Bestimmungen des Artikels 10 des vorerwähnten Vertrages vom 5. März 1902 über die Kündigung und die stillschweigende Verlängerung anwendbar bleiben.

Artikel 2.

In Abänderung des Artikels 1 soll Großbritannien vom 1. September 1908 ab von der im Artikel 4 des Vertrages enthaltenen Verpflichtung entbunden sein.

A partir de la même date, les Etats contrac- Von demselben Zeitpunkte ab können die vertants pourront exiger que, pour jouir du bénéfice | tragschließenden Staaten verlangen, daß der im

de la Convention, le sucre raffiné dans le Royaume- | Vereinigten Königreiche raffinierte und nach ihren Uni et exporté vers leurs territoires soit accompagné Gebieten ausgeführte Zucker, um der Vorteile des d'un certificat constatant qu'aucune partie de ce Vertrages teilhaftig zu werden, von einem Zeugnisse sucre ne provient d'un pays reconnu par la Commission permanente comme accordant des primes à la production ou à l'exportation du sucre.

Article 3.

Le présent Acte additionnel sera ratifié et les ratifications en seront déposées à Bruxelles, au Ministère des Affaires Étrangères, le plus tôt possible et en tous cas avant le 1er février 1908.

Il ne deviendra obligatoire de plein droit que s'il est ratifié au moins par tous ceux des États contractants qui ne sont pas visés par la disposition exceptionnelle de l'article 6 de la Convention. Dans le cas où un ou plusieurs desdits États n'auraient pas déposé leurs ratifications en temps utile, le Gouvernement belge provoquera, dans le mois à partir du 1er février 1908, de la part des États ayant ratifié, une décision, quant à la mise en vigueur, entre eux seulement, du présent Acte additionnel.

Les États qui n'auraient pas ratifié avant l'échéance du 1er février 1908 seront considérés comme ayant dénoncé la Convention en temps utile pour qu'elle cesse ses effets à leur égard à partir 1 septembre suivant, à moins de décision contraire prise, à la requête des interéssés, par la majorité des États appelés à délibérer ainsi qu'il est prévu au paragraphe précédent.

En foi de quoi, les Plénipotentiaires respectifs ont signé le présent Acte additionnel.

Fait à Bruxelles, le vingt-huit août 1907, en un seul exemplaire original, dont une copie conforme sera délivrée à chacun des Gouvernements signataires.

begleitet sei, welches bestätigt, daß kein Teil dieses 3uckers aus einem Lande stammt, das nach Feststellung der ständigen Kommission Prämien für die Erzeugung oder die Ausfuhr des Zuckers gewährt.

Artikel 3.

Die gegenwärtige Zusatzakte soll ratifiziert und die Ratifikationsurkunden sollen in Brüssel im Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten so bald als möglich und jedenfalls vor dem 1. Februar 1908 hinterlegt werden.

Sie soll nur dann rechtsverbindlich werden, wenn fie wenigstens von allen jenen vertragschließenden Staaten ratifiziert ist, welche nicht unter die Aus nahmsbestimmung des Artikels 6 des Vertrages fallen. Falls einer oder mehrere der genannten Staaten ihre Ratifikationsurkunden nicht rechtzeitig hinterlegt haben sollten, wird die belgische Regierung im Laufe des Monats Februar 1908 eine Entscheidung derjenigen Staaten, welche ratifiziert haben, darüber herbeiführen, ob die gegenwärtige Zusatzakte unter ihnen allein in Kraft gescht werden solle.

Die Staaten, welche vor dem 1. Februar 1908 nicht ratifiziert haben sollten, werden so angesehen, als ob sie den Vertrag rechtzeitig mit Wirkung vom 1. September 1908 gekündigt hätten, es wäre denn, daß die Mehrheit der nach dem vorhergehenden Abfaze zur Beratung berufenen Staaten über Verlangen der Beteiligten eine gegenteilige Entscheidung trifft.

Zu Urkund dessen haben die betreffenden Bevollmächtigten die gegenwärtige Zusatzakte unterzeichnet.

Geschehen in Brüssel, den 28. August 1907, in einer einzigen Ausfertigung, wovon jeder der unterzeichneten Regierungen eine gleichlautende Abschrift ausgefolgt werden soll.

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