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Umgehung der Prüfungsvorschriften...

Das Schlußergebnis der Prüfung wird sogleich nach Schluß der Beratung öffentlich kundgemacht und in dem Meldungsbuche des Kandidaten unter Bei- Wenn jemand die Zulassung zu einer Staatsdrückung des Siegels angemerkt. Im Falle einer prüfung und insbesondere, wenn ein reprobierter Reprobation werden der Wiederholungstermin und Kandidat die Zulassung zur Wiederholung der Prüdie sonstigen dem Reprobierten auferlegten Bedin-fung vor der bestimmten Zeit oder bei einer anderen gungen der Zulassung zu einer neuerlichen Prüfung beigesetzt.

§ 48.

Prüfungszeugnisse.

Über die mit Erfolg abgelegten Prüfungen werden Staatsprüfungszeugnisse ausgestellt.

Die Staatsprüfungszeugnisse haben den Namen des Kandidaten, die Angabe seines Geburtsortes, seines Bildungsganges und des Prüfungstages sowie den Schlußkalkul (§ 46) zu enthalten.

Das Zeugnis der zweiten Staatsprüfung enthält mit Ausnahme des Auszeichnungskalkuls der betreffenden Prüfungsgegenstände die Prüfungsnoten nicht; es steht jedoch dem Kandidaten frei, eine Abschrift der Prüfungsurkunde zu verlangen.

Die Zeugnisse sind von dem Vorsitzenden und sämtlichen Examinatoren zu unterfertigen und mit dem Siegel der Staatsprüfungskommission zu versehen.

Die Prüfungszeugnisse sind in der Unterrichtssprache der Hochschule auszustellen.

$ 49.

Wiederholungsprüfung.

Wird ein Kandidat bei der zweiten Staatsprüfung nur aus einem Gegenstande reprobiert, so kann die Prüfung aus diesem Gegenstande nach Ablauf von zwei Monaten wiederholt werden.

Erhält der Kandidat hierbei abermals den Kalkul ungenügend", so kann er nochmals zur Prüfung aus diesem Gegenstande nach weiteren vier Monaten zugelassen werden.

Hat er auch diese Wiederholungsprüfung nicht bestanden, so kann er nur zur Wiederholung der Ge= samtprüfung zugelassen werden.

Das letztere hat auch in dem Falle einzutreten, wenn ein aus mehreren Gegenständen reprobierter Kandidat bei der Wiederholungsprüfung, wenn auch nur aus einem Gegenstande, reprobiert wurde.

Jede Wiederholungsprüfung hat vor der Prüfungskommission der böhmischen technischen Hochschule in Prag und in stetem Beisein des Vorsitzenden der Prüfungskommission oder eines Stellvertreters stattzu

finden.

als der kompetenten Kommission (§ 49) erschlichen oder sonst die hier angegebenen Anordnungen um= gangen hat, so ist nicht nur die etwa mit günstigem Erfolge abgelegte Prüfung ungültig, sondern er kann auch, abgesehen von den sonstigen, ihn nach den allge= meinen Strafgesetzen etwa treffenden Folgen, von allen technischen Hochschulen auf einige Zeit oder auf immer ausgeschlossen werden.

$ 51. Prüfungstaren.

Jeder Prüfungskandidat hat vor Ablegung der Prüfung eine Tare zu entrichten, welche für jede Fachprüfung mit 40 K festgeseßt ist.

Zum Erlage der ganzen Taxe sind auch jene Studierenden verpflichtet, welche auf Grund vorgelegter Einzelzeugnisse von der Ablegung der Staatsprüfung teilweise dispensiert werden.

§ 52.

Die Prüfungstage sowie die für das Staatsprüfungszeugnis entfallende Stempelgebühr, ferner die Gebühr für die Ausfertigung des Zeugnisses (2 K) find bei dem Vorsitzenden der Prüfungskommission zugleich bei der Überreichung des Gesuches um Zulassung zur Prüfung gegen Erfolgung einer Bescheinigung zu erlegen.

Die von Kandidaten, welche zur Prüfung nicht erschienen sind, gezahlten Prüfungstaren sind zugunsten der Prüfungskommission verfallen. Ebenso verfällt die gezahlte Prüfungstaxe sowie der Anspruch auf Befreiung von derselben für die später abzulegende Staatsprüfung bei Kandidaten, welche zwar ihr Nichterscheinen bei der Prüfung angezeigt, aber in nicht

unzweifelhafter Weise gerechtfertigt haben.

$ 53.

Wenn ein Kandidat der zweiten Staatsprüfung in seinem letzten Studiensemester von der Zahlung des ganzen oder halben Unterrichtsgeldes befreit war, so ist er auch von der Zahlung der ganzen oder halben Taxe für diese Staatsprüfung befreit, falls er sie in dem nächst darauffolgenden Semester ablegt. Bei späterer Ablegung ist er unnachsichtlich zur Tarzahlung verpflichtet.

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Aus was immer für einem Titel entspringende Verordnung des Minifteriums des

Tarbefreiungen haben auf Wiederholungsprüfungen feine Anwendung.

§ 55.

Innern vom 11. Juli 1908,

mit welcher die Gemeinden Gratsch, Meran, Obermais und Untermais in die IV. Klasse der Tare für die Verleihung der Konzession

sezt werden.

Die Taxen werden unter die Examinatoren zuzum Betriebe einer öffentlichen Apotheke vergleichen Teilen verteilt, wobei der Vorsitzende und jener Professor, unter dessen Aufsicht die praktische Prüfung stattfindet, je zwei Teile zu erhalten haben.

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Auf Grund des § 11, Alinea 3 des Geseßes vom 18. Dezember 1906, R. G. Bl. Nr. 5 ex 1907, werden die den Kurbezirk Meran bildenden Gemeinden Gratsch, Meran, Obermais und Untermais hinsichtlich der Entrichtung einer Taxe für die Verleihung einer Konzession zum Betriebe einer öffentlichen Apotheke von der V. Klasse mit einem Taxbetrage von 500 K in die IV. Klasse mit einem Tarbetrage von 1000 K verseßt.

Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Kundmachung in Kraft.

Bienerth m. p.

Reichsgefeßblatt

für die

im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder.

LXIV. Stück.

Ausgegeben und versendet am 17. Juli 1908.

Inhalt: No 137. Verordnung, betreffend die Einführung theoretischer Staatsprüfungen für die kulturtechnische Fachabteilung an der k. k. deutschen technischen Hochschule in Prag.

137.

Verordnung des Ministeriums für

§ 3. Zulassungsbedingungen.

Um Zulassung zur ersten Staatsprüfung hat der

Kultus und Unterricht im Einvernch- Kandidat beim Vorstande der kulturtechnischen Fach

men mit dem Ackerbauministerium und dem Ministerium des Innern vom

27. Juni 1908,

betreffend die Einführung theoretischer Staatsprüfungen für die kulturtechnische Fachabteilung an der k. k. deutschen technischen Hochschule in Prag.

Auf Grund Allerhöchster Ermächtigung werden nachstehende Bestimmungen erlassen:

§ 1.

Zur Erprobung der an der k. t. deutschen technischen Hochschule in Prag oder einer ihr gleichgestellten Hochschule erlangten wissenschaftlichen Ausbildung in der Kulturtechnik werden Staatsprüfungen abgehalten, und zwar: Die erste oder allgemeine über die begründenden Disziplinen, die zweite oder Fachprüfung über die speziell dem kulturtechnischen Studium angehörigen Lehrfächer.

1. Erfte Staatsprüfung.

§ 2.

Prüfungsgegenstände.

abteilung (Dekan) unter Vorlage der erforderlichen Belege schriftlich anzusuchen.

Als Belege werden gefordert:

1. das Maturitätszeugnis oder das dasselbe vertretende Dokument,

2. der Matrikelschein,

3. das Meldungsbuch, beziehungsweise der Nachweis, daß der Kandidat wenigstens durch vier Semester an der deutschen technischen Hochschule in Prag oder an einer ihr gleichgestellten Hochschule als ordentlicher Hörer inskribiert war und alle bei der ersten Staatsprüfung vorkommenden Disziplinen frequentiert hat,

4. Fortgangszeugnisse mit mindestens genügendem Erfolge aus Pflanzenproduktionslehre, Geologie, Enzyklopädie der technischen Chemie, Volkswirtschaftslehre und technischem Zeichnen,

5. der Nachweis, daß während der Absolvierung der vier Semester eine Kumulierung mit der militärischen Präsenzdienstpflicht nicht stattgefunden hat.

Überdies müssen die durch den Studienplan vorgeschriebenen graphischen und anderen Arbeiten in gehörig beglaubigter Form vorgelegt, beziehungsweise ihre Ausführung nachgewiesen werden.

Alle diese Dokumente sind in der Regel im Driginale, ausnahmsweise in beglaubigter Abschrift beizubringen und müssen der Kommission während der Vornahme der Prüfung vorliegen.

Den nicht in der Unterrichtssprache der Hochschule abgefaßten Dokumenten ist über Verlangen des Fachschulvorstandes (Dekans) eine beglaubigte Übersetzung

Gegenstände der ersten (allgemeinen) Staatsprüfung sind: Mathematik, darstellende Geometric, Physik, Mechanik, Klimatologie und Bodenkunde. beizuschließen.

$ 4.

minatoren, ob die Ausstellung einer Prüfungs

Der Fachschulvorstand (Tekan) hat das Gesuch fommission genügend sei oder ob zwei oder mehrere und die Beilagen zu prüfen und, wenn die Zulassung gleichzeitig prüfende Spezialkommissionen zu bilden, zur Prüfung keinem Anstande unterliegt, dieselbe durch eventuell auch außerordentliche Examinatoren zu kurzen Bescheid selbst zu bewilligen. Im lepteren Falle berichten sie an das Projessorenkollegium behufs des dem Unterrichtsminister zu erstattenden Vorschlages.

§ 5.

Bei geringeren Anständen, welche von dem Kandidaten sofort behoben werden können, sind diesem die entsprechenden Weisungen zu erteilen; in zweifelhaften Fällen hat das Professorenkollegium zu entscheiden.

Gegen die Verweigerung der Zulassung zur ersten Staatsprüfung steht mit Ausnahme des im § 10 bezeichneten Falles der Rekurs an den Unterrichtsminister offen.

$ 6.

Prüfungskommission.

Bei der ersten (allgemeinen) Staatsprüfung fun

bestellen seien.

Die Fachschulvorstände (Tekane) vereinbaren die Zahl der Prüfungstage und sehen in dem Namenverzeichnisse der Kandidaten den Tag, an welchem, und wenn zwei oder mehrere Spezialkommissionen fungieren, die Nummer der Kommission, vor welcher jeder der Kandidaten zu erscheinen hat, bei.

Sie haben dann für den Anschlag des Verzeichnisses am schwarzen Brette und für die etwa dienliche Verlautbarung in den Hörsälen zu sorgen.

$ 10. Prüfungstermine.

Die erste (allgemeine) Staatsprüfung ist in der gieren als ordentliche Examinatoren die Professoren Regel zu Ende des vierten oder im Verlaufe des und nach Erfordernis auch die Dozenten und Supplenten fünften Semesters abzulegen. jener Fächer an der kulturtechnischen Fachabteilung, aus welchen geprüft werden soll.

Die Leitung dieser Prüfung obliegt dem Vor stande (Dekan) der kulturtechnischen Fachabteilung und bei dessen Verhinderung seinem Vorgänger im Amte (Prodekan). Im Falle der Verhinderung beider hat das dienstälteste anwesende Mitglied der Prüfungs. kommission die Leitung der Prüfung zu übernehmen.

Der Vorsitzende hat als solcher das Recht, aber nicht die Pflicht, aus jedem Gegenstande Fragen an den Kandidaten zu stellen. Sind zwei oder mehrere Examinatoren für denselben Gegenstand bestellt, so wechseln dieselben bei den Prüfungen so ab, daß aus einem Prüfungsgegenstande immer nur einer von ihnen, und zwar im ganzen Umfange des Gegenstandes prüft.

$ 7.

Für ihre Abhaltung werden als ordentliche Termine die letzten Wochen des Sommerjemesters (Julitermin) und die ersten Wochen des Wintersemesters (Oktobertermin), als außerordentlicher Tersemesters (Oktobertermin), als außerordentlicher Termin die lezte Woche des Wintersemesters (Februartermin) bestimmt.

In dem außerordentlichen Termine können in der Regel nur jene Kandidaten zugelassen werden, welche bei einer im Juli- oder Oktobertermine abge legten Prüfung reprobiert wurden und welchen dabei nicht eine längere Frist zur Wiederholung der Prüfung anberannt worden ist.

Kandidaten in dem außerordentlichen Prüfungstermine Die ausnahmsweise Zulassung eines anderen findet nur statt, wenn derselbe in einer alle Zweifel ausschließenden Weise darzutun vermag, daß ihm die Ablegung der Prüfung im ordentlichen Termine infolge unverschuldeter und unabwendbarer Hindernisse unNach Erfordernis bestellt der Unterrichtsminister möglich war. Bestand das Hindernis in der Krankheit auf Grund eines vom Professorenkollegium ans freier des Kandidaten, so muß das Krankheitszeugnis jedenEntschließung oder im ministeriellen Auftrage erstat falls amtsärztlich bestätigt sein. Auch ein solches teten Vorschlages außerordentliche Examinatoren, | Krankheitszeugnis gibt jedoch noch keinen unbedingten welche mit den ordentlichen Examinatoren bei den Anspruch auf Zulassung zur Prüfung im außerordentPrüfungen abwechseln. lichen Termine.

$ 8.

Der Unterrichtsminister kann zu den Prüfungen Regierungskommissäre delegieren, welchen das Recht der Fragestellung zusteht.

§ 9.

Die Fachschulvorstände (Tekane) beurteilen gemeinschaftlich nach der Zahl der vorhandenen Era

Diese ausnahmsweise Zulassung in dem außer ordentlichen Termine kann jedoch nur vom Unterrichts

minister auf Grund eines vom Professorenkollegium nach Einvernehmung des Vorstandes der kulturtechnischen Fachabteilung gestellten Antrages bewilligt werden.

Sind die beiden zuleztgenannten Faktoren einverständlich gegen die Zulassung, so wird der Kandidat vom Professorenkollegium zurückgewiesen, ohne daß gegen diese Entscheidung eine Beschwerde offen steht.

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