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unbestreitbarer, als das der Gebanten, der Geistestraft und ihrer Früchte.

Da nun ein Recht nur von dem übertragen werden tann, der es besißt, so kann auch der Verleger das seis nige nur vom Schriftsteller empfangen, und zwar so, wie dieser es auszuüben befugt war. Ist folglich das Recht des Schriftstellers ein Eigenthumsrecht, so hat er auch ein solches dem Verleger übertragen. Indem er sich davon trennt, wird keine res nullius daraus, feine abgefalles ne Frucht eines herrenlosen Baumes, die Feder aufnehs men darf.

Diese Säße sind so flar und einfach, daß man des ren Bestreitung faum für möglich halten sollte: dennoch find sie bestritten worden, freilich nur durch Gründe, die fich bei jeder Beleuchtung in Scheingründe auflösen, des ren sich aber Sophisten nicht schämen. Man würdige nur diese Gründe nach ihrem wahren Gehalt.

Die Sophisten sprechen erstens : Das Recht des Alleinhandeld mit einem

Buche rey ein Monopolium, folglich dem allgemeinen Besten schädlich.

Mit eben dem Rechte fönnte man sagen, ein Gärts ner, der einen in seiner Art einzigen Obstbaum besäße, übe durch den Verkauf der Früchte desselben ein Monds polium aus. Wäre würflich ein solches vorhanden, so hätte die Natur es ihm gegeben gleich wie dem Schrift steller. Nur dieser leştere ist, wenn man es so nennen will, der Monopolist, nicht der Verleger, und wer fann dieses Monopolium ihnt rauben? Möge immerhin ein Fürst alle Schriftsteller seines Landes auffordern, ein Werf über denselben Gegenstand zu schreiben, es wird nie dasselbe Wert seyn, welches, gerade so, doch nur Einer hervorbringen konnte; folglich gehört es auch nur ihm; es ist, fraft seiner unbestreitbaren Individualität, sein ausschließliches Eigenthum, mit dem er alleia Handel

treiben und, bei Veräusserung desselben, nach Belieben die Bedingungen vorschreiben darf. Gefeße gegen Mos nopolien werden meistens gegen die Befugniß eines Eins zigen, die Waare hervorzubringen, gerichtet, find folglich auf Geisteswerte nicht anwendbar. Es giebt in der Schriftstellerei fein anderes Monopolium, als dass jenige, welches bisweilen Regierungen ausüben, indem fie über gewisse Gegenstände zu schreiben verbieten, und blos sich selbst vorbehalten, das Publikum darüber auf zuklären. Ein solches hatten zum Beispiel die Bülletins von Buonaparte.

Das Verlagsrecht darf nicht mit dem Rechte des Bücherverkauf verwechselt werden. Das less tere hat ein Feder; man findet das in Berlin verlegte Buch in Leipzig, Wien und überall, oft an einem Orte wohlfeiler als am andern;' nur das Berlagsrecht ist ein Monopolium des Schriftstellers, der es selbst auss üben, oder einem Andern übertragen kann.

Hätte dem Verleger allein die Befugniß zugestans den, das Verlagsrecht zu erhandeln, so möge man dies re Befugniß immerhin mit dem gehässigen Namen eines Monopoliums belegen; aber es stand ja jedem Buch händler frei, mit dem Verfasser in Unterhandlung zu tres ten. Jeder konnte dessen Rechte sich erwerben, und folgs lich war dieser Handel fein Monopolium,

Die Sophisten sprechen 3 weitens: Durch den Staui eines Buches werde man

Eigenthümer desselberi und Jedermann dürfe mit seinem Eigenthum nach Belies ben schalten und walten.

Allerdings, nur nicht zum Schaden eines Andern. Der Käufer hat das Buch, aber nicht das Verlag 8. recht gekauft. Er kann das Buch lesen, oder zereissen, oder verbrennen; darf er es aber auch brennend in des Nachbars Kornspeicher werfen? darf er überhaupt dies

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Eigenthum mit mehrerem Recht befißen, als ihm der Vers
täufer übertragen hat?

Man fönnte einwenden: bei dem Verfauf eines Bus
ches werde nicht ausdrücklich die Vervielfältigung dess
selben vom Verleger sich vorbehalten; allein dieser Vors
behalt versteht sich von selbst. Giebt es doch schon in den
römischen Rechten Beispiele, die wohl hier Anwendung
finden mögen. Wer einen Senecht ohne peculium ges
kauft hatte, durfte sich des legtern nicht anmaßen, wenn
es auch nicht ausdrücklich war ausgenommen worden.
Es können sich manche Fälle ereignen, wo der Käufer
nicht alle nur mögliche Gerechtigkeiten erlangt, die sich
in Ansehung der gekauften Sache denken lassen. Gesetzt,
ein Edelmann verfauft seinen Bauern einzelne Theile seis
nes landguts, ohne der, auf dem ganzen Gute haftens
den, Jagdgerechtigkeit zu erwähnen, dürfte jeder Käufer
nun auch auf diese Anspruch machen?

Die auffallendste Aehnlichkeit hat der Nachdruck mit dem Falschmünzen oder dem Nachmachen der Bancos noten. Jeder Eigenthümer von gemünztem Gelde fann damit thun was er will, nur nicht es nachprägen. Ders jenige, der das Recht zu münzen hat, ist gleichsam der Verleger, der Schlagschaß sein Verlagsrecht. Die Münze wird, wie das Buch, nur mit der stillschweigens den Bedingung ausgegeben, daß sie nicht durch Nachpräs gen vervielfältigt werden dürfe, felbst wenn ihr Gehalt derselbe bliebe. Ade nur erdenkli.). Entschuldigungen zum Bortheil des Nachdrucers lassen sich auch auf den Fallihs münzer oder Nachmünzer anwenden. Freilich ist der leß. tere gewöhnlich eine Privatperson, die in das Recht der höchsten Gewalt sich Eingriffe erlaubt; aber wie, wenn eine souveraine Macht die Münze der andern nachprägen ließe, würde diese es dulden?

Der Schriftsteller wäre auch wohl füglich dem Rans gelrebner zu vergleichen; beide sprechen zum Polfe, münde

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lich oder schriftlich, das ändert im Wesentlichen nichts. Jenem gehört seine Schrift, diesem seine Rebe. Darf fich wohl ein Geschwindschreiber in einen Winkel der Kirche reben, die Prebigt nachschreiben und ohne des Predigers Willen sie drucken lassen? - Aber gerade fo verfährt der Nachdrucker. Db er das Werf von der lips pe oder aus der Feder stiehlt, das gilt gleich. Der Schrifts steller hat es nur für seine Leser, der Prediger nur für. seine Zuhörer bestimmt, jener unter Voraussetung des bedingten Anfaufs, dieser unter der Bedingung des Ers scheinend in der Kirche. Niemanden ist erlaubt, es für Andere zu vervielfältigen, welche die Bedingungen nicht erfüllt haben.

Vertheilt nicht der Verleger die auf Honorar und Drud verwandten Kosten und den zu hoffenden Gewinn auf sämmtliche Eremplare? Folglich kann er unmögs lich mit jedem derselben das Verlagsrecht zugleich abtres ten wollen. Das lektere hat einen ganz andern Preis. Wer das Buch nachdruckt, der maßt sich den Ertrag von ganz verschiedenen Waaren an, deren er doch nur Eine gekauft hat.' Wer eine Arzenei in der Apotheke bezahlt, hat dadurch nicht das Apothekerrecht erworben.

Die Vervielfältigung ist unrechtmäßig, sie geschehe auf welche Art sie wolle. Wenn der Käufer seinen Vors theil dabei fände, ein Buch nicht nachzudrucken, sondern es tausendmal abschreiben zu lassen, so würde er immer auf gleiche Weise das Verlagsrecht beeinträchtigen. Wenn Schiller die Abschrift eines seiner Meisterwerfe an die Bühne zu Berlin oder Wien verkauft, so ertheilt er ihr - das Recht, sein Trauerspiel zu lesen und aufzuführen, oder es zu zerreissen, zu verbrennen, feinesweges aber die Abschrift zu vervielfältigen und sie für eigene Rechnung weiter zu verkaufen.' Dasselbe Verhältniß findet fich zwischen dem Verleger eines Buches und dem Räufer. Der Direktor einer Bühne darf Schillers Werk von dieser

Bühne herab so vielen Zuschauern mittheilen, als das Schauspielhaus faßt; der Besiter eines Buches darf es jeder Versammlung vorlesen, oder auch so vielen Freuns den leihen, als die zum Lesen erforderliche Zeit nur ims mer gestattet; doch beide finden hier die Grenze ihres Rechts in fo fern es Mittheilung betrifft. Dasselbe gilt von der Musit des Componisten. Ueber die Rechte des Dichters und des Zonfünstlers ist in solchen Fällen längst entschieden worden; warum sollte nur der Schriftstels ler, der sein Werf unter gleichen Bedingungen druden läßt, dieselbe Gerechtigkeit vergebens anflehen ? ist der Druck nicht auch im Grunde eine Abschrift?

Findet nicht überall gegen den, der seines Eigents thums zum Schaden Anderer fich bedient, bald die Regas torienflage, bald die Klage de damno infecto Statt? Giebt es nicht Fälle, wo blos propter damnum privativum, in sola interceptione lucri consistens, actio doli angestellt werden darf?

Die Sophisten sprechen drittens:
Der Nachdruder thue nicht weiter, als

was der Nachahmer einer Fabrifwaare,
eines Zeuges oder eines Kunstwerfs
ty Ite.

Dieser Vergleich ist unpassend. Wer ein Zeug nach: macht, der fann ihm doch nur die Form des Nachges ahmten geben, die Materie aber darf er dem Erfinder nicht entwenden, er muß sie selbst herbeischaffen und eben so mühsam verarbeiten als Jener. Wer aber ein Budy nachdruckt, der fümmert sich wenig um die Form; dies selbe Materie, derselbe Grundstoff ist es, dessen er sich bedient; denn Papier und Druck machen nicht das Wesentliche eines Buches.

Der nachbildende Fabrikant hat dieselben Unfostent, die der vorbildende aufwenden mußte; nicht so der Nachs

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