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OSSIAN

und die

FINGAL-SAG E.

10 4202

Ein Vortrag

gehalten

im Literarisch-geselligen Verein zu Mannheim

von

Professor E. Waag.

DECEMBER

1862.

MANNHEIM.

Buchdruckerei von J. Schneider.

186 3.

Ce n'est pas ici ma doctrine, c'est mon étude.

Montaigne.

Ossian's

und

SEINEN FREUNDEN

in

aufrichtiger Zuneigung

Der Verfasser.

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Heute vor 100 Jahren fiel wie aus den Wolken ein Buch, das, nach Walter Scott's *) zutreffendem Worte, die Bestimmung hatte, der poetischen Saite Europa's einen andern Ton zu geben. Dasselbe führte den Titel: » Fingal, an ancient Epic poem in six books, with several other poems, composed by Ossian, the son of Fingal, translated from the Gaelic language by James Macpherson. Edinborough 1762.<

Als Vorläufer desselben waren, schon zwei Jahre zuvor, aus der nämlichen Quelle geflossen: »Fragments of ancient poetry, collected in the Highlands and translated from the Gaelic or Erse language by James Macpherson. Edinb. 1760.« -- eine Sammlung schottischer Gedichte, ganz dazu angethan, die Aufmerksamkeit des gebildeten Publicums zu fesseln und die allgemeine Erwartung auf's Höchste zu spannen.

Kaum war daher jener grosse Komet des Jahres 1762 am literarischen Himmel erschienen, so ging auch, wie ein Lauffeuer, der Name Ossian durch das ganze civilisirte Europa, und noch über dessen Gränzen hinaus streifte die Begeisterung für den schottischen Barden. Da gab es keinen Salon, wo man sicher gewesen wäre vor der Frage: »Wie gefällt Ihnen Ossian? haben Sie »ihn schon gelesen ? glauben Sie, dass er wirklich blind »war? und dass er erst nach seiner Erblindung die »Gedichte verfasst hat? und in welches Zeitalter sind

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*) Edinburgh Review Vol. VI. p. 462.

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